Prinz-Eugen-Park: Die ersten Wohnpläne

11.05.2015

Auf dem Areal der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne entsteht in den kommenden Jahren für etwa 4500 Menschen das Stadtquartier Prinz-Eugen-Park mit rund 1800 Wohnungen. Davon errichtet die städtische Wohnbaugesellschaft GEWOFAG rund 630 Einheiten. Für 460 dieser Wohnungen hat der Konzern jetzt die Pläne präsentiert. 2017 sollen die Bagger anrollen.

Das knapp 30 Hektar große Grundstück an der Cosimastraße umfasst 16 Baufelder. Sechs davon obliegen der GEWOFAG. Für fünf Felder, aufgeteilt in drei Lose, hat die hundertprozentige Tochter der Landeshauptstadt einen Realisierungswettbewerb ausgeschrieben, an dem sich drei Dutzend Architektenteams beteiligten.

Das sechste Feld mit weiteren 170 Wohnungen, im südlichen Teil des Geländes gelegen, wird später geplant und gebaut als eine ökologische Mustersiedlung. Summa summarum investiert das Unternehmen nach derzeitigen Berechnungen rund 140 Millionen Euro.

Das Preisgericht, Leitung Markus Allmann, hatte die Qual der Wahl, um für die jeweiligen Lose die drei besten Entwürfe unter den nach Auffassung des Vorsitzenden allesamt guten Arbeiten zu finden. Dabei handelt es sich wohlgemerkt um Entwürfe, die nicht hundertprozentig identisch um­gesetzt werden müssen. Änderungen sind nämlich durchaus noch möglich.

Visualisierung des Siegerentwurfs für das Los 1 von AllesWirdGut mit club L94 Landschafts-architekten.           Quelle: AllesWirdGut Architektur

Visualisierung des Siegerentwurfs für das Los 1 von AllesWirdGut mit club L94 Landschafts-architekten. Quelle: AllesWirdGut Architektur

Der Siegerentwurf für das Los 1 – ein zweiteiliges Baufeld am nördlichen Rand entlang der Cosimastraße – stammt von AllesWirdGut Architektur aus Wien mit club L94 Landschaftsarchi­tekten aus Köln. In der Jury-Bewertung heißt es wortreich gewunden:

„Dem Projekt gelingt es überzeugend, mit einzelnen Gebäuden eine erwünschte Kleinteiligkeit in eine übergeordnete Struktur einzubinden. Die neu entstehenden einzelnen Häuser können mit ihrer individuellen Ausformung zur Identifikation im neuen Stadtquartier beitragen.“ Jede Wohnung ist farblich oder durch bauliche Elemente geprägt.

Visualisierung des Siegerentwurfs für Los 2, (WA 11, siehe Karte) von Fink + Jocher Architekten und Stadtplaner, mit HinnenthalSchaar Landschaftsarchitekten.  Quelle: Fink + Jocher Architekten und Stadtplaner, München

Visualisierung des Siegerentwurfs für Los 2 von Fink + Jocher Architekten und Stadtplaner.
Quelle: Fink + Jocher Architekten und Stadtplaner, München

Der erste Preis für das Los 2 – ebenfalls ein zweiteiliges Baufeld, einerseits angrenzend an den Maria-Nindl-Platz mit dem künftigen KulturBürgerHaus, andererseits die Cosimastraße tangierend – ging an Fink + Jocher Architekten mit Landschaftsarchitekten HinnenthalSchaar, beide aus München.

Dazu die Juroren: „Das Team setzt an den beiden Perimetern ähnliche und doch für den Ort differenzierte Baukörper. Die städtischen Häuser wirken sehr gekonnt und in ihrer Erscheinung stimmig gegliedert.“ Kurzum: Das Ganze ist gut strukturiert.

Visualisierung des Siegerentwurfs für Los 3 von Maier Neuberger Architekten und Laux Architekten GmbH, München,mit terra.nova Landschaftsarchitekten.  Quelle: Maier Neuberger Architekten und Laux Architekten

Visualisierung des Siegerentwurfs für Los 3 von Maier Neuberger Architekten und Laux Architekten GmbH, München.
Quelle: Maier Neuberger Architekten und Laux Architekten

Die Siegerpläne für das Los 3 – im Kernbereich des Prinz-Eugen-Parks gelegen – kommen von Maier Neuberger sowie Laux Architekten mit terra.nova Landschaftsarchitekten, alle aus München. Der Kommentar der Juroren:

„Die Interpretation der Fassade ist hervorzuheben. Die Arbeit leitet über die eigenständige Ausformulierung und die gestalterische Überhöhung des Kopfbaus städtebaulich gut zur niedrigeren Hofbebauung über.“ Kennzeichen des fünfstöckigen Gebäudes mit einem Riegeltrakt über vier Etagen sind Schubladen ähnelnden Loggien.

In dem neuen Bogenhauser Stadtviertel werden einkommensorientiert geförderte Wohnungen entstehen, Einheiten im München Modell sowie laut GEWOFAG-Geschäftsführer Klaus-Michael Dengler „konzeptioneller Mietwohnungsbau.“ Alle Wohnungen des Unternehmens werden barrierefrei gestaltet, ein Anteil der Wohnungen wird auf die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern ausgerichtet.

Auch das Umfeld soll barrierefrei und stufenlos erstellt werden, beispielsweise Freibereiche oder Abstellmöglichkeiten für Fahrräder oder Kinderwagen. In zentraler Lage wird es zwei rollstuhlge­rechte Einrichtungen der Stiftung Pfennigparade geben.

 

Alexander MihatschPrinz-Eugen-Park: Die ersten Wohnpläne