Rümelinstraße: Kampf um Wartehäuschen

11.05.2015

Ende 2013 wurde an der Bushaltestelle Rümelinstraße der Linie 187 Richtung Kufsteiner Platz das marode Wartehäuschen samt verrosteter Sitzbank abmontiert und auch das Toilettenhäuschen entfernt. Fahrgäste aus der Umgebung fordern immer wieder eine neue Anlage, doch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) lehnt das ab. Immerhin: Die zugesagte Sitzbank wurde nun installiert.

Nach dem Abbau wegen „statischer Probleme mit Gefahrpotenzial“ hatte im vergangenen Oktober ein Bürger die Wiedereinrichtung eines Wartehäuschens an der Haltestelle im Bezirksausschuss (BA) beantragt. Ein Unterstand als Regenschutz sei notwendig, weil „viele ältere Menschen, aber auch junge Familien mit Klein- und Schulkindern die Haltestelle nutzen.“ Die Kommunalpolitiker befürworteten das Ansinnen seinerzeit einhellig.

„Warum gibt es kein neues Wartehäuschen?“ fragte jetzt ein Anwohner erneut im Kommunalparla­ment.

So war’s bis Ende 2013 an der Haltestelle Rümelinstraße des 187er: Fahrgäste konnten wettergeschützt im Häuschen auf den Bus warten.

So war’s bis Ende 2013 an der Haltestelle Rümelinstraße des 187er: Fahrgäste konnten wettergeschützt im Häuschen auf den Bus warten.

Dazu erklärte Martin Tscheu, Vorsitzender des Untergremiums Verkehr: „Laut MVG hat das mit EU-Richtlinien zu tun, mit geänderten gesetzlichen Vorgaben. Die Häuschen müssen bruch- und sturmsicher, sie müssen von vorn und von hinten begehbar sein. Das geht aber angeblich an dieser Stelle nicht.“ Im aktuellen ablehnenden MVG-Bescheid an die Lokalpolitiker heißt es: „Leider können wir der Forderung nicht nachkommen.

Eine moderne Wartehalle vom stadtweit genehmigten Typ „Schranne“ kann an diesem Standort nicht errichtet werden, da die Breite des Gehwegs den Anforderungen der heute gültigen Normen nicht entsprechen würde.

Die vorgeschriebenen Durchgangsbreiten müssen eingehalten werden, damit etwa Rollstuhlfahrer oder Passanten mit Kinderwagen die Wartehalle problemlos passieren können.“

Überdies wäre die kostenintensive Verlegung einer Gasleitung für ein Fundament notwendig, so ein MVG-Mann bei einem Termin vor Ort mit Stadtteilvertretern. Als ob die Gasleitung nicht schon unter der abgerissenen Wartehalle verlaufen wäre, als ob dies baulich nicht lösbar wäre, als ob die Gas­leitung Pipeline-Format hat. Auch eine Verlegung der Haltestelle sei nicht machbar, da Aus- und Einfahrten sowie die benötigte Wendschleife am Max-Halbe-Weg diese Möglichkeiten blockieren.

Die MVG-Vertreter schlugen bei dem Treffen vor, eine Bank zu montieren, damit sich die Fahrgäste wenigstens bis zum Eintreffen des Busses, der im 20-Minuten-Takt fährt, setzen können. Immerhin: Diese Bank mit Platz für vier Personen ist inzwischen montiert worden. Doch wenn’s regnet und man keinen Schirm dabei hat, wird man auch im Sitzen nass.

Lokalpolitiker Andreas Nagel von David contra Goliath, zugleich Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste, war im Gremium empört: „Das ärgert mich maßlos, das ist eine schwachsinnige, eine an den Haaren herbeigezogene Begründung. Es ist pure, nackte Willkür, dass die MVG das Warte­häuschen nicht ersetzt.“ Und: „Es gibt schmalere Häuschen.“

Was in Zamdorf an der Bushaltestelle Friedrich-Eckart-/Ecke Eggenfeldener Straße auf Höhe der Reifenfirma Wiesinger machbar ist, nämlich eine schlanke Wartehalle wegen der Radler zu montieren, das muss doch an der Rümelinstraße auch möglich sein.

Was in Zamdorf an der Bushaltestelle Friedrich-Eckart-/Ecke Eggenfeldener Straße auf Höhe der Reifenfirma Wiesinger machbar ist, nämlich eine schlanke Wartehalle wegen der Radler zu montieren, das muss doch an der Rümelinstraße auch möglich sein.

In der Tat:

In Zamdorf, an der Bushaltestelle Friedrich-Eckart-/Ecke Eggenfeldener Straße auf Höhe der Reifenfirma Wiesinger, wurde jetzt die 1,3 Meter breite Seite des Unterstands um 40 cm „gekappt“, so dass die Glaseinfassung mit 90 cm der gegenüberliegenden Seite entspricht.

Der Effekt: Die Durchgangsbreite des Geh- und Radwegs konnte – ausnahmsweise mit Billigung des Kreisverwaltungsreferats (KVR) – von 1,3 auf 1,7 Meter erweitert werden.

Platz genug also, dass sich wartende, ein- und aussteigende Fahrgäste, Passanten mit oder ohne Kinderwagen, Radler mit oder ohne Anhänger und auch Rollstuhlfahrer nicht ins Gehege kommen.

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund ist sicher: Bürger und Politiker lassen beim Wartehäuschen an der Rümelinstraße nicht locker.

Alexander MihatschRümelinstraße: Kampf um Wartehäuschen