MVG Rad: Start ohne Bogenhausen

Im November vergangenen Jahres wurde es beschlossen, am 17. Juli sollte es los gehen, nach technischen Problemen ist es am Freitag, 9. Oktober – wenn nichts mehr dazwischenkommt – endlich so weit: Das Fahrradmietsystem MVG Rad startet. Von den 125 geplanten MVG Rad-Stationen mit 1200 Rädern sind bis dato mehr als zwei Dutzend einsatzbereit. Doch darunter ist keine einzige Ausleihstelle in Bogenhausen, wo acht Standorte vorgesehen sind.

Die Initiative, mehr Münchnerinnen und Münchner zum Umstieg vom Auto aufs Fahrrad und an­schließend eventuell auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen, ging im Februar 2014 von einer Initiative der CSU-Fraktion im Rathaus unter Führung von Vize-Bürgermeister Josef Schmid aus.

Nach dem Umsetzungsbeschluss im Stadtrat wurde ein Netz an Verleihstationen konzipiert. Der angepeilte Starttermin im Sommer indes verzögerte sich, weil es im Rahmen des Testbetriebs Probleme mit dem Bordcomputer der Räder gegeben hatte. „Nun endlich läuft der Countdown“, freut sich erleichtert MVG-Planungschef Gunnar Heipp. Im Herbst und sukzessive im kommenden Jahr sollen dann alle Stationen fertig sein.

Am Böhmerwaldplatz, beim U-Bahn-Zugang an der Ecke Richard-Strauss-/Mühlbaurstraße, wird eine der acht Bogenhauser MVG Rad-Stationen eingerichtet.

Am Böhmerwaldplatz, beim U-Bahn-Zugang an der Ecke Richard-Strauss-/Mühlbaurstraße, wird eine der acht Bogenhauser MVG Rad-Stationen eingerichtet.

Im 13. Stadtbezirk werden folgende acht Ausleihstationen realisiert:

  • Arabellapark (an der Stirnseite des Busbahnhofs parallel zur Elektrastraße),
  • Böhmerwaldplatz (am U-Bahn-Zugang an der Ecke Richard-Strauss-/Mühlbaurstraße),
  • Daglfing (Areal bei den Fahrradständern am S-Bahnhof),
  • Herkomerplatz (vorgesehen am Parkplatzrand des Gründreiecks),
  • Johanneskirchen (vor den bestehenden, überdachten Radl-Ständern),
  • Prinzregentenplatz (am Anfang der Mühlbaurstraße),
  • St. Emmeram (geplant im hinteren Bereich hin zur Oberföhringer Straße) und
  • Prinz-Eugen-Park (nach Bau des Wohnquartiers).

Wer eines der Acht-Gang-Räder mit leicht verstellbarem Sattel mieten will, benötigt die kostenlose App „MVG more“ auf seinem Smartphone. Nach der (einmaligen) Registrierung bekommt man via GPS alle verfügbaren MVG-Räder in der Nähe angezeigt. Per Klick auf den „Miet-Button“ in der App beginnt die Miete und man erhält einen PIN-Code zugestellt, mit dem man das Schloss des Rads öffnen kann. Die Rückgabe ist laut Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft „an jeder MVG-Radstation möglich sowie im Rückgabegebiet an frei zugänglichen Orten.“

Die Nutzung eines MVG-Rads kostet rund acht Cent pro Minute, Besitzer eines IsarCardAbos sowie Studenten teilnehmender Hochschulen zahlen fünf Cent pro Minute. Man kann sich auch eine Jahreskarte kaufen: Für 48 Euro im Jahr erhält man 30 Freiminuten pro Tag.

Die Investitionen für das auf zehn Jahre angesetzte Vorhaben, in erster Linie für den Kauf der Räder, die Einrichtung der Leihstationen und das notwendige Computersystem, betragen rund 6,7 Millionen Euro. Hinzu kommen die jährlichen Betriebskosten. Kalkuliert sind sie mit einer hohen sechsstelligen Summe.

Alexander MihatschMVG Rad: Start ohne Bogenhausen