WHG-Sanierung: Wie es weitergehen soll

Seit 2007 soll das marode, knapp 45 Jahre alte Bestandsgebäude des Wilhelm-Hausenstein-Gym­nasiums (WHG) im Arabellapark saniert werden. Planungen und Beschlüsse gab’s zuhauf, gesche­hen ist bis dato aber rein gar nichts. Vor kurzem erörterten Mitglieder des Bezirksausschusses mit Münchens dritter Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) die Sachlage. In einer Sondersitzung des Kommunalparlaments am Mittwoch, 16. März, werden die Ergebnisse präsentiert.

Die gemeinsame Tagung der Untergremien Planung sowie Bildung/Kultur/Sport/Soziales, an der nach Angaben von Angelika Pilz-Strasser (Grüne), Vorsitzende des Bezirksausschusses, „voraus­sichtlich Vertreter des Baureferats und des Referats für Bildung und Sport (RBS) teilnehmen werden“, findet – entgegen anderen genannten Angaben – ab 18 Uhr im Saal des Ökologischen Bildungszentrums (ÖBZ) an der Englschalkinger Straße statt.

Pilz-Strasser zur Sache bei der März-Tagung des Stadtteilgremiums: „Wir wollen endlich Klarheit haben über die unterschiedlichen Planungen. Wir wollen wissen, was hinter den verschiedenen Gerüchten steckt. Laut ihrer Aussage gibt es bei den Planungen drei Varianten.

Fakt ist: Am WHG herrscht seit Jahren Notstand. Das Gymnasium ist für 900 Jugendliche konzi­piert, besucht wird es von rund 1300 Schülern. Um den Unterrichtsbetrieb aufrechterhalten zu kön­nen, wurde auf dem Schulhof ein zweistöckiger grüner Containerblock mit vier Klassenräumen in­stalliert. An der Raumnot änderte sich auch nichts, als Mitte 2013 ein modern gestalteter Erweite­rungsbau mit sieben Klassenzimmern bezogen wurde. Dazu hatte Direktor Wolfgang Hansjakob im Kommunalparlament erklärt: „Bei einer Klassenstärke von 30 kommen dort 210 Schüler unter, wir liegen aber 400 über Soll.“ Deshalb hatte Hansjakob im vergangenen September erstmals 15 Schü­ler abweisen müssen, ansonsten hätte er eine achte Eingangsklasse bilden müssen.

Das fast 45 Jahre alte Bestandsgebäude des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums (WHG) an der Elektrastraße im Arabellapark muss dringend saniert werden. Im Hintergrund der großzügige neue Ergänzungsbau mit sieben Klassenzimmern.

Das fast 45 Jahre alte Bestandsgebäude des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums (WHG) an der Elektrastraße im Arabellapark muss dringend saniert werden. Im Hintergrund der großzügige neue Ergänzungsbau mit sieben Klassenzimmern.

Im September 2013 waren in der Schule übrigens bereits die Umzugskisten gepackt, doch das RBS stoppte seinerzeit die Aktion. Die Behörde wollte zusätzlich zur Raum- eine energetische Sanierung durchführen samt Auslagerung aller Klassen in Pavillons.

Diese geplante umfangreiche Generalsa­nierung wurde 2015 aber überraschend abgespeckt – vier Klassenräume wären weggefallen, übrig geblieben wären 54 Räume. Zu diesem Zeitpunkt wurden aber bereits 55 Unterrichtseinheiten benötigt.

Die Raumnot wäre trotz Kosten in zweistelliger Millionenhöhe also nicht behoben worden.

Das Hickhack um die notwendigen Modernisierungsmaßnahmen des Gymnasiums kann man ge­trost als unendliche Geschichte bezeichnen. Denn noch vor neun Monaten hatte Christina Warta, Pressesprecherin des Referats für Bildung und Sport (RBS), erläutert: „Die Sanierung erfolgt nach Auszug der Schule ab Anfang/Mitte 2018. 2017 sollen die Pavillons auf dem Sportareal aufgestellt werden. Der Abschluss der Sanierung wird für Ende 2020 angestrebt.“

Zu den Überlegungen für einen Neubau hatte Warta gegenüber „Unser Bogenhausen“ klar gestellt: „Die Möglichkeit wurde bei den Untersuchungen ebenfalls in Betracht gezogen. Auf Grund der bau­rechtlichen Gegebenheiten und fehlenden Voraussetzungen im Bebauungsplan wäre diese Varian­te jedoch mit einer erheblichen zeitlichen Verzögerung verbunden.“ Und: „Neben der Generalsanie­rung und Flächenoptimierungen im Bestandsbau soll nach Abschluss der Arbeiten auch eine Um- und Neugestaltung der Außenanlagen erfolgen.“

Man darf gespannt sein, ob der „Planungspfusch“, so zu lesen in einem Aufklärungsantrag der CSU-Fraktion an die Stadt, endlich und endgültig beendet wird.

Alexander MihatschWHG-Sanierung: Wie es weitergehen soll