Odinpark: Eine Bank – kein Wartehäuschen

16. Juli 2016

Es ist unglaublich, wie die Stadtwerke München (SWM) / Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) immer wieder berechtigte Anliegen von Bürgern behandelt. So werden seit langem vom Bezirks­ausschuss an den Bushaltestellen Odinpark an der Effnerstraße Wartehäuschen mit Sitzgelegen­heiten gefordert. Jetzt soll auf der Grünfläche stadtauswärts, unweit des MünchenStift-Wohnhau­ses, eine Bank(!) – die wohl kostengünstigste Maßnahme – installiert werden.

Für ein Wartehäuschen auf der Wiese wäre ausreichend Platz vorhanden. Doch zu dieser Einsicht kamen die Verantwortlichen offensichtlich nicht. So sind viele Senioren und auch andere Fahrgäste beim Warten auf den 187er weiterhin Sonne, Wind, Regen und Schneefall ausgesetzt.

Mit einem Brief reagierten die SWM jetzt auf einen Vorstoß der Bewohnervertretung des München­Stift-Hauses, die Anfang Mai das Kommunalparlament „um tatkräftige Unterstützung“ bei einer Bitte an die MVG gebeten hatte: An beiden Bushaltestellen sollen Sitzbänke eingerichtet werden. Die Lokalpolitiker hatten die Initiative einhellig unterstützt.

In ihrem Schreiben an die MVG hatten Siegfried Irrl, Vorsitzender der Bewohnervertretung, und seine Stellvertreterin Petra Seidel, geschrieben: „Die Bewohner nehmen das tolle Busangebot sehr gern wahr, wenn vielleicht auch nicht so oft, wie von Ihnen erhofft. Es ist eine große Erleichterung und eine Verbesserung unserer Anbindung an das öffentliche Leben. Denn vielen Bewohnern ist der Weg zur Tram oder zur U-Bahn doch viel zu lang und zu beschwerlich. Das Warten auf den Bus im Stehen ist aber für die meisten Senioren naturgemäß äußerst anstrengend. Die meist älteren Herrschaften würden sich über eine Sitzgelegenheit freuen.“

Die Haltestelle Odinpark stadteinwärts im Winter: Fahrgäste müssen im Matsch auf den Bus warten, werden oft von vorbeifahrenden Autos mit schmutzigem Wasser bespritzt.   Foto: hgb

Die Haltestelle Odinpark stadteinwärts im Winter: Fahrgäste müssen im Matsch auf den Bus warten, werden oft von vorbeifahrenden Autos mit schmutzigem Wasser bespritzt. Foto: hgb

Dazu muss man wissen: Die Taktung der Busverbindung beträgt 20 Minuten. Vor allem im Herbst und im Winter bei Regen und Schneefall besteht rundum keine Möglichkeit, sich unterzustellen.

Am Stopp stadteinwärts wurden und werden Fahrgäste immer wieder „geduscht“ – Wasser in den Fahrbahnrinnen wird durch vorbeifahrende Autos hoch gespritzt.

Unlängst hatte sich ein Mann beschwert, dass zwei Damen und er „von einem Schwall voll erwischt worden sind und sie durchnässt bis auf die Schultern dastanden.“

Zum Antrag des Stadtteilgremiums vom Dezember 2014, beide Haltestellen mit Wartehäuschen samt Sitzgelegenheiten nachzurüsten, steht immer noch eine Entscheidung aus. Eine solche wäre ab Mitte Dezember 2015 – nach Ablauf der zweijährigen Probephase zur 187-Routenführung – möglich gewesen. Also seit mehr als sieben Monaten. Der jetzige Hinweis der SWM dazu an die Lokalpolitiker: „Wir haben noch keine Information, ob und wann die Haltestelle vom Baureferat barrierefrei ausgebaut wird.“

Aktuell heißt es im ersten Absatz der Antwort der SWM auf die Initiative vom Mai an Bezirksaus­schuss-Vorsitzende Angelika Pilz-Strasser: „Unsere nochmalige Prüfung hat ergeben, dass es an der Haltestelle Richtung Arabellapark keinerlei Möglichkeiten zum Aufstellen einer Sitzgelegenheit gibt, da weder am Gehweg noch im weiteren Haltestellenbereich der notwendige Platz vorhanden ist.“ In der Tat ist es an dieser Stelle zwischen Geh- und Radweg sowie dem Grünstreifen gefährlich eng.

Im zweiten Teil wird von den SWM ausgeführt: „In der Gegenrichtung besteht die Möglichkeit im Bereich der dort vorhandenen Grünfläche eine Sitzbank aufzustellen. Somit ist in unmittelbarer Nähe der beiden Haltestellen zumindest eine Sitzgelegenheit vorhanden. Die Planung hierfür haben wir bereits veranlasst. Wir werden darauf achten, dass nach Abschluss der Planungen die Sitzbank baldmöglichst aufgestellt wird.“

Der bessere Platz für die 187er-Bushaltestelle Odinpark stadteinwärts nach der Einmündung der Odin- in die Effnerstraße? Einige Stellplätze würden entfallen, ein Wartehäuschen könnte einge-richtet werden.   Foto: hgb

Der bessere Platz für die 187er-Bushaltestelle Odinpark stadteinwärts nach der Einmündung der Odin- in die Effnerstraße? Einige Stellplätze würden entfallen, ein Wartehäuschen könnte einge-richtet werden. Foto: hgb

Doch es gibt eine Lösung für den Engpass stadteinwärts, die ein Anlieger im vergangenen Sommer im Bezirksausschuss angeregt hatte: Die Verlegung der Haltestelle um knapp 100 Meter. Das seinerzeitige Statement des Stadtteilgremiums:

Da der Probebetrieb der Buslinie noch läuft, „kann derzeit keine Verlegung erfolgen.“ Sollte die Linie ab 2016 weiter bestehen, „wird der Antrag erneut behandelt.“ Dieser Vorgang steht bis dato noch aus.

„Entgegen des sonst üblichen Standorts von Bushaltestellen ist der Stopp vor der Ampel an der Kreuzung Effner-/Odinstraße eingerichtet und nicht nach der Ampel“, hatte der Anwohner erläutert.

So komme es beim Anhalten der Busse bei Grün zeigender Ampel immer wieder zu gefährlichen Situationen, da nachfolgende Autos die Spur zum Überholen wechseln – trotz der durchgezogenen weißen Linie auf der Fahrbahn.

Der Mann hatte vorgeschlagen: „Man könnte die Haltestelle ohne Weiteres nach der Ampel an der Einmündung der Odinstraße einrichten, da an dieser Stelle ein breiter Grünstreifen ist, so dass genügend Platz ist, auch ein Wartehäuschen aufzustellen.“ Und: „Würde man einen Teil des Grün­streifens bzw. einige Meter vom Parkstreifen entfernen, könnte sogar eine Haltebucht eingerichtet werden, so dass die Autos zweispurig an dem haltenden Bus vorbeifahren könnten.“ Allein: Haltebuchten werden von der Stadt seit Jahren wegen der schwierigen Ein- und Ausfahrten der Busse nicht mehr gebaut.

– Titelbild: hgb –

Alexander MihatschOdinpark: Eine Bank – kein Wartehäuschen