Salzsenderweg: Plan für ein Viertel Klimapark

28. Januar 2017

„Angepasste Planung der Grünflächen am Salzsenderweg“ – unter diesem Titel beabsichtigte die Abteilung Gartenbau im Baureferat Anfang Februar ein Informationstreffen für die Umgestaltung des Areals abzuhalten. Bei der Tagung des Kommunalparlaments waren die Lokalpolitiker „irritiert, dass der Termin für die Öffentlichkeitsbeteiligung ohne Rücksprache mit dem Bezirksausschuss festgelegt wurde. Man bittet wegen einer Überschneidung um einen neuen Termin in Absprache.“ Angestrebt wird Donnerstag, 23. Februar. Und: Die Stadtteilvertreter werden ihre Stellungnahme dazu nach der Unterrichtung der Bürger abgeben.

Es scheint zu einer Regel zur werden. Denn einmal mehr legte eine städtische Behörde eine Maß­nahme – in diesem Fall eben ein Termin – fest, die mit den Beteiligten nicht abgestimmt war. Das stieß den lokalpolitischen Vertretern aus Bogenhausen sauer auf. Bereits bei der Vorberatung im Untergremium Planung hatte Robert Brannekämper, stellvertretender Vorsitzender des Bezirks­ausschusses und CSU-Landtagsabgeordneter, konstatiert: „Ein Stück Klimapark planen und realisieren – das ist eine Beruhigungsspritze für die Bürger.“

Frank Otto, SPD-Bauexperte, widersprach hundertprozentig konträr: „Es handelt sich doch nur um einen Randbereich. Das zu machen ist durchaus sinnvoll.“

Randbereich? Sinnvoll? Das kann man durchaus auch anders sehen. Denn das als Randbereich bezeichnete Gelände umfasst in etwa ein Viertel des wegen des geplanten Neubaus vom Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium (WHG) auf rund100 000 Quadratmeter >gestutzten< Klimaparks.

Vorschlag der Architekten für den fett rot umrandeten Teilbereich des Klimaparks am Salzsender-weg. Ob die Planung sinnvoll ist erscheint mehr als fraglich, denn die Ausmaße des neuen Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums sind noch nicht bekannt. Lageplan: Baureferat / Landschaftsarchitekten Burkhardt/Englmayer / Bearbeitung: hgb

Vorschlag der Architekten für den fett rot umrandeten Teilbereich des Klimaparks am Salzsender-weg. Ob die Planung sinnvoll ist erscheint mehr als fraglich, denn die Ausmaße des neuen Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums sind noch nicht bekannt.
Lageplan: Baureferat / Landschaftsarchitekten Burkhardt/Englmayer / Bearbeitung: hgb

Verwunderlich: Im Übersichtsplan der Gartenbau-Behörde ist das angedachte Schulgrundstück, etwa 20 000 Quadratmeter groß, gestrichelt als Quadrat unter Einbezug (!) des Areals der Dirt-Bike-Anlage des Vereins Tretlager eingezeichnet. Dabei gibt es noch nicht einmal eine Machbarkeits­studie fürs WHG.

Kein Mensch kann abschätzen, geschweige weiß bis dato, ob das Gymnasium quadratisch, rechteckig, rund oder oval gebaut wird, niemand weiß, wie viel Stockwerke errichtet werden sollen.

Zudem tangiert das >Schulquadrat< auch noch den Rand des zitierten Randbe­reichs.

In der Unterlage zur geplanten Veranstaltung wird vom Referat angeführt:

„Die Grünflächen sollen 2017 aufgewertet und als Klimapark ausgebaut werden. Der Umgriff und somit die Planung des Parks wird sich gegenüber dem im März 2014 öffentlich vorgestellten Vorentwurf verändern, da mit Beschluss des Bildungsausschusses vom 29. Juni 2016 dem WHG-Neubau auf einem Teilbereich der vorgesehenen Fläche zugestimmt wurde.“ Bei einem Treffen mit den Bürgern sollen „ausschließlich die Änderungen für die Parkplanung und die Terminschiene thematisiert werden“.

Die geplanten Maßnahmen der „Aufwertung bei gleichbleibendem Angebot“ der 2014er-Variante bei Entfall eines Teils der großen Wiesenfläche sowie die vom Referat für Bildung und Sport an den Verein Tretlager verpachtete Fläche der Dirt-Bike-Anlage umfassen:

  • Sanierung des Bolz- und des Spielplatzes,
  • Anlage eines Jugendunterstands,
  • Fitnessparcours, Gehölzstreifen als Versuchsfläche für Wärme liebende Pflanzen,
  • Versetzen des Schulwegs, Verkehrssicherung durch Asphaltdecke und Beleuchtung,
  • Auslichten der Biotopentwicklungsfläche,
  • Anlage einer Liegewiese,
  • Abpflanzung auf kleinem Wall an den Fassaden der Wohnhäuser zur Kühlung,
  • Neuansaat der Glatthaferwiesen und
  • Anlage eines Durchgangswegs zur Freischützstraße.

 

Alexander MihatschSalzsenderweg: Plan für ein Viertel Klimapark