Busstopp Schwarzwaldstraße: Gefährlich!

26. Juni 2017

Seit Jahren ist die Bushaltestelle Schwarzwaldstraße und das dortige Umfeld nicht nur heruntergekommen. Die Situation vor Ort ist für die Schüler auf dem Weg zur Mittelschule an der Stuntzstaße in der Parkstadt wie auch für andere Fahrgäste zudem äußerst gefährlich. Und sie wird täglich bedingt durch immer mehr Lastwagenverkehr noch gefährlicher. Das soll nach Auffassung des Bezirksausschusses geändert werden. Die Lokalpolitiker verabschiedeten einstimmig eine drei Punkte umfassende Forderung der SPD-Fraktion.

„Die Stadt wird dringend aufgefordert, einen Gehweg an der Südseite entlang der Eggenfeldener Straße mindestens zur Bushaltestelle Schwarzwaldstraße zu errichten. An der Haltestelle muss der Gehweg bzw. der Wartebereich die erforderliche Tiefe für die notwendige Installation eines Warte­häuschens erhalten“, heißt es in der Initiative. Und weiter: „Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wird gebeten, beide Haltestellen mit Wartehäuschen auszustatten.“

Rückblick I: Wartehäuschen – da war doch mal was? Tagung des Kommunalparlaments im April 2013: „Lassen Sie die Fahrgäste nicht im Regen stehen“ – das schrieb die Siedler- und Eigen­heimer-Vereinigung Steinhausen, beantragte eine „Überdachung der Bushaltestelle Schwarzwald­straße sowohl stadtein- wie stadtauswärts“. Der Bezirksausschuss stimmte zu, leitete das Anliegen an die MVG weiter. Geschehen ist bis dato – nichts!

Die mit Barken zum Hang hin notdürftig und schlampig abgesicherte Bushaltestelle Schwarzwald-straße Richtung Zamilapark: Der Weg dorthin führt auf einem schmalen, abfallenden Teerstreifen direkt an der Fahrbahn entlang. Vor allem für Schulkinder ein gefährlicher Abschnittt. Die Kommunalpolitiker fordern einen Gehweg und ein Wartehäus¬chen.  Foto: hgb

Die mit Barken zum Hang hin notdürftig und schlampig abgesicherte Bushaltestelle Schwarzwald-straße Richtung Zamilapark: Der Weg dorthin führt auf einem schmalen, abfallenden Teerstreifen direkt an der Fahrbahn entlang. Vor allem für Schulkinder ein gefährlicher Abschnittt. Die Kommunalpolitiker fordern einen Gehweg und ein Wartehäus¬chen. Foto: hgb

Zurück in die Gegenwart: Im dritten Punkt wird von der Stadt verlangt, „die bestehende Lichtsignal­anlage an der Kreuzung Eggenfeldener-/Weltenburger Straße an der westlichen Querung mit einer Fußgängerampel zu ergänzen.

In den Begründungen wird angeführt: „Beide Bushaltestellen präsentieren sich in einem jämmer­lichen und sehr unsichern Zustand. Sie sind mit Barken notdürftig begrenzt. Der Wartebereich ist unmittelbar neben der Fahrbahn, erheblich zu nah an der Fahrbahn, so dass hier eine zu vermei­dende Gefahrenquelle besteht.“

Zur Gefährdung der Mittelschüler heißt es: „Nach Schulschluss kommen sie auf der südlichen Seite der Eggenfeldener Straße nur auf einem ungesicherten Weg zur Bushaltestelle Richtung Zamila­park. Aus diesem Grund ist eine Sicherung des Schulwegs dringend erforderlich.“

Und an der Kreuzung Eggenfeldener -/Weltenburger Straße ist „lediglich an zwei Querungsmöglich­keiten eine Fußgängerampel installiert. Wer den Busstopp in Richtung Zamilapark erreichen will, muss ohne Ampelregelung die stark befahrene Straße überqueren.“

Wenn schon, denn schon: Sollten diese sinnvolle Forderungen erfüllt werden, sollte, ja müsste der direkt hinter der Haltestelle in Richtung Innenstadt liegende Kinderspielplatz zum Schutz der Mäd­chen und Buben eingezäunt werden. Ein altes Gesuch.

Rückblick II: Einzäunung des Kinderspielplatzes – da war doch mal was? Tagung des Kommunal­parlaments im Juli 2010: Antrag des Kindergarten-Elternbeirats auf einen Zaun. Die Erzieherinnen würden, so wurde damals angeführt, „die sehr schön gestaltete Anlage gern mit den Kleinen nutzen, doch die Gefahr, dass ein Kind auf die Fahrbahn läuft, ist zu hoch, weil der Spielplatz direkt an die Eggenfeldener Straße grenzt“.

Die Bushaltestelle Schwarzwaldstraße Richtung Innenstadt: Der Hang hin zum angrenzenden Kin¬derspielplatz ist ein paar Meter weit mit rot-weißen Barken abgegrenzt. Auch für diese Haltestelle wird von den Mitgliedern des Bezirksausschusses ein Wartehäuschen gefordert. Sinnvoll wäre statt Barken auch eine Einzäunung des Spielplatzes.    Foto: hgb

Die Bushaltestelle Schwarzwaldstraße Richtung Innenstadt: Der Hang hin zum angrenzenden Kin¬derspielplatz ist ein paar Meter weit mit rot-weißen Barken abgegrenzt. Auch für diese Haltestelle wird von den Mitgliedern des Bezirksausschusses ein Wartehäuschen gefordert. Sinnvoll wäre statt Barken auch eine Einzäunung des Spielplatzes. Foto: hgb

Doch das Baureferat/Gartenbau hatte nach einer Ortsbesichtigung abgelehnt: „Eine Einzäunung zur Straße hin sei nicht notwendig, eine solche Maßnahme erfolge nur da, wo Kinder im Eifer des Spiels versehentlich auf die Straße geraten könnten.

Dies sei auf diesem Spielplatz nicht der Fall, da eine Böschung, ein Fuß- und ein Radweg zur Eggenfeldener Straße hin vorhanden sind“. Ganz im Ansinnen der Eltern ließen seinerzeit die Kommunalpolitiker aber nicht locker: Da die Kinder beim Versteckspielen dennoch auf die Fahrbahn gelangen könnten, forderten sie, die Sträucher zur Straße hin zu verdichten.

Dazu die Referatsantwort im September 2010: Keine Verdichtung der Bepflanzung wegen „vorhandenem dichten Wurzelgeflecht. Beim Spielplatz können die Kinder unserer Ansicht nach nicht unbeabsichtigt auf die Eggenfeldener Straße gelangen.“

Was aber, so wurde seinerzeit von einem Vater argumentiert, wenn Kinder absichtlich, aus Neugier, den Begleitpersonen mal entwischen und durch die nicht einsehbare Böschung Richtung Gehweg und Fahrbahn laufen?

Man darf gespannt sein, wie die Stadtverwaltung und die MVG die aktuellen Forderungen beant­worten. Und ob die Verantwortlichen an die Spielplatz/Zaun denken.

Alexander MihatschBusstopp Schwarzwaldstraße: Gefährlich!