Pühnpark: Betroffene Besitzer beteiligen!

8. Januar 2018

Der Plan besteht schon lange, die Ankündigung des Baureferats, im kommenden Jahr mit den Arbeiten für den so genannten Pühnpark zu beginnen, kam aus heiterem Himmel: Die 24 Hektar große, kreuzförmige Fläche – knapp acht Hektar des Areals befinden sich in städtischem Besitz – zwischen Denninger -, Eggenfeldener -, Weltenburger – und Friedrich-Eckart-Straße im Rahmen des „Grünen Band Ost“ zu einer Grünanlage zu gestalten. Mehrere Grundstücksbesitzer waren überrascht. Deshalb fordert die CSU-Fraktion im Bezirksausschuss, „die Eigentümer schnellst-möglich zu informieren und umfassend mit einzubeziehen.“

In einem vom Kommunalparlament einstimmig gebilligten Antrag heißt es: „Die Stadt wird aufgefor-dert, umgehend mit den Eigentümern der Grundstücke Kontakt aufzunehmen, die von der Umwand¬lung der ehemaligen Vorbehaltsflächen der Tangente 5 Ost sowie angrenzender Grundstücke in eine Grün- und Erholungsfläche betroffen sind.“ Die Eigentümer sollen „umfassend über die Planun¬gen“ informiert werden.

In der Begründung der Initiative wird ausgeführt: Das medial wirksam verkündete Vorgehen, den Pühnpark neu zu schaffen und für die Menschen in Bogenhausen erlebbar und zugänglich zu machen, ist grundsätzlich zu begrüßen. Indes: „Der von den Referaten eingeschlagene Weg zu diesem Ziel erhöht nicht die Mitwirkungsbereitschaft der Grundstückseigentümer, die von dieser Absicht zuerst aus den Zeitungen erfuhren.“ Die CSU fordert eine „zeitnahe Unterrichtung und Diskussion der geplanten Umwandlung“.

Jetzt noch Wiesen und Äcker, künftig eine öffentliche Grünanlage: Vom 24 Hektar großen, kreuzförmigen Pühnpark befinden sich acht Hektar in städtischem Besitz, etwa zwei Drittel sind in Privatbesitz. Karte: Google Maps/CSU-Antrag/Bearbeitung: hgb

„Die Idee ist gut, von der Stadt wurde aber wieder einmal der dritte vor dem ersten Schritt gemacht. Man muss doch vorher mit den Betroffenen reden, denen mehr als 60 Prozent der Flächen gehö-ren“, schimpfte Robert Brannekämper, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksausschusses und CSU-Landtagsabgeordneter, bei der Erörterung.

Und: „Am Schluss des Tages ist so etwas ein Dolchstoß für die Kommunalpolitik. Man darf so etwas erst ankündigen, wenn es in trockenen Tüchern ist.

Zur Sache erläuterte Andreas Baier von den Grünen, Vorsitzender des Untergremiums Stadtgestal-tung, Öffentlicher Raum und Ökologie, seine vom Baureferat/Gartenbau eingeholten Informationen:“

• Es werden keine Kosten für den Erstausbau der öffentlichen Grünfläche auf Anrainer umgelegt.
• Der Name Pühnpark ist ein Arbeitstitel für den Zeitraum der Planung. Die letztendliche Benennung orientiere sich an den angrenzenden Straßennamen.
• Für ein Gesamtkonzept und im Hinblick auf eine in weiter Zukunft liegende Umsetzung des Flä-chennutzungsplans werden auch Flächen in die Konzeption mit eingebunden, die heute in Privatbe-sitz sind. Dies ziehe jedoch keinerlei >Enteignungstatbestände< oder ähnliches nach sich. Es sei eine reine Absichtserklärung, damit die Stadt mit den Eigentümern künftig in Kontakt treten kann.

Auf den besagten acht Hektar Stadtgrund – ein länglicher Abschnitt zwischen der Weltenburger- und der Pühnstraße – soll bis spätestens Dezember 2018 der erste Abschnitt der neuen öffentlichen Grünzone entstehen. In diesem Bereich, gegenüber dem Gelände der Turnerschaft Jahn, befindet sich eine so genannte Vorbehaltsfläche für eine Sportanlage. Solange diese Möglichkeit nicht realisiert wird, kann das Gelände weiter landwirtschaftlich genutzt werden.

Alexander MihatschPühnpark: Betroffene Besitzer beteiligen!