Neubau des WHG: Die drei Varianten

3. Februar 2018

Mehrfach verschoben – mal Anfang November, dann Februar – ist es am Freitag, 9. März, 18 Uhr, Turnhalle des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums (WHG), Elektrastraße im Arabellapark – endlich soweit: die Bürgerbeteiligung / der Workshop zu den Planungen zum vom Stadtrat im Sommer 2016 beschlossenen Neubau des sechszügigen WHG im Klimapark am Salzsenderweg findet statt.

Die vom Baureferat bislang nicht präsentierte so genannte Machbarkeitsstudie zum WHG-Neubau liegt und stellt unser-bogenhausen.de vor. Es gibt drei Varianten, wobei der Verein Tretlager mit seiner ab 2012 Stück um Stück errichteten Dirtbike-Anlage offensichtlich zum Spielball der städtischen Referate wird.

Rückblick. Wegen der Terminverzögerungen hatte die CSU-Fraktion im Bezirksausschuss bei der Tagung im Oktober 2017 reagiert und „eine umfassende Bürger- und Vereinsbeteiligung jetzt!“ gefordert. Die Stadt wurde aufgefordert, innerhalb der nächsten vier Wochen den vereinbarten Workshop zu den WHG-Planungen durchzuführen.“

Und: Der Dirtbike-Verein Tretlager soll „unverzüglich offiziell über das Bebauungsvorhaben unterrichtet werden, die Stadt soll einen bevollmächtigten Ansprechpartner in der Verwaltung zur Klärung des Umgangs mit dem bestehenden Pachtvertrag des Vereins benennen.“

Nummer I der drei Varianten für den Neubau des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums am Salzsenderweg im Bereich des Klimaparks. Entwürfe: Baureferat / Fotos: Privat

Zu der Initiative vom Oktober hatte Bezirksausschuss-Vorsitzende Angelika Pilz-Strasser erklärt:

„Bis Ende des Jahres gibt es eine Beteiligung der Bürger, wohlgemerkt keine Informationsrunde der Stadt, mit Varianten zum Bau und Verkehrslösungsmöglichkeiten.“

Also die vom Planungsreferat zugesagte Machbarkeitsstudie.

Reaktion. Schreiben des Baureferats, Abteilung Schulbauten, an das Kommunalparlament, datiert vom 16. November 2017:

„Zum Thema Tretlager e.V. teilte uns das Referat für Bildung und Sport (RBS) folgendes mit:

>Die durchgeführte Machbarkeitsstudie kam zu dem Ergebnis, dass die zur Verfügung stehenden Flächen am Salzsenderweg entsprechend belegt werden können (Anm. d. R.: rund 20 000 Qua­dratmeter für den Schulbau, 100 000 Quadratmeter für den Klimapark). Aus diesem Grund müssen für die Dirtbike-Anlage (rund 5600 Quadratmeter) auf diesem Gelände entsprechende Alternativen gesucht werden. Da der Verein voraussichtlich spätestens Ende 2019 das Gelände auf Grund der beginnenden Bauarbeiten räumen muss, ist zeitnah gemeinsam mit den beteiligten Referaten das weitere Vorgehen zu besprechen.<

Nummer II der drei Varianten für den Neubau des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums am Salzsenderweg im Bereich des Klimaparks. Entwürfe: Baureferat / Fotos: Privat

Und weiter: >Hierzu kam von Tretlager die Forderung nach einem Runden Tisch mit allen Beteilig­ten.

Es sollen Fragen der Zeitschiene, die Vertragssituation, die gewünschten und machbaren Tret­lager-Anforderungen an Ausgleiche und mögliche Vorschläge für ein Ausweichgelände besprochen werden. Beteiligte sollen Vertreter von Tretlager, vom Kommunal-, Planungs-, Bau- und Bildungs-/Sportreferat sein.<

Runder Tisch am 26. Januar. Dazu die Stellungnahme von Tretlager: „Ein Baubeginn ist nicht vor Mitte 2019 realistisch, heißt wir können das Gelände in jetziger Form auf jeden Fall dieses Jahr und ziemlich wahrscheinlich noch einen Teil des nächsten Jahres nutzen.

Wir freuen uns also auf eine gute Saison 2018! Wahrscheinlich ist unser Gelände circa bis zur Baumgrenze betroffen. Der genaue Verlauf einer möglichen >neuen< Geländegrenze muss erst vermessen werden. Basierend auf dieser Geländegrenze muss entschieden werden, ob der restliche Platz für ein Fortbestehen des Vereinsgeländes ausreicht.“

Ein Teilbereich des künftigen Klimaparks am Salzsenderweg soll vor dem Bau des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums (WHG) realisiert werden, obwohl die Ausmaße der Schule noch nicht fixiert sind. Muss die Dirtbike-Anlage des Vereins Tretlager weichen oder wird nur ein Stück des Sportgrundstücks gekappt und verlegt?
Lageplan: Baureferat / Landschaftsarchitekten Burkhardt/Englmayer / Bearbeitung: hgb

Und weiter: „Uns wurden Flächenalternativen vorgeschlagen, jedoch konnte keine nachhaltige Nutzungsdauer garantiert werden.

Für den Fall der Fälle sind wir weiterhin auf der Suche nach einem dauerhaften Ersatzgelände. Falls wir das Gelände abgeben müssen übernimmt die Stadt den Rückbau.“

„Ich geh’ davon aus, dass wir weg müssen“, so Tretlager-Vorsitzender Andreas Kräftner auf unsere Anfrage. Indes, eine Kündigung liegt nicht vor. „Diesbezüglich hat noch niemand mit uns gespro­chen,“ so Kräftner.

Hoffnungsschimmer. Möglichkeit für den Verbleib von Tretlager am Standort gemäß Gedanken in der Runde:

Einen Geländeabschnitt entlang des bestehenden Feldwegs kappen und die Dirtbike-Anlage auf der gegenüberliegenden Seiten erweitern.

Warum eigentlich nicht?

Alexander MihatschNeubau des WHG: Die drei Varianten