Ruth-Drexel-Schule: Zu klein geplant?

23. Februar 2018

Nächste Falscheinschätzung der Stadt im Prinz-Eugen-Park nach Eröffnungstermin und Platzzahl für bzw. in den Kindertagesstätten? Das vermuten zumindest die CSU-Lokalpolitikerinnen Petra Cockrell und Brigitte Stengel. Per einstimmig vom Bezirksausschuss verabschiedetem Antrag for­dert das Duo das Referat für Bildung und Sport (RBS) zu prüfen, ob die „nach dem Lernhauskon­zept gebaute dreizügige Ruth-Drexel-Grundschule bei Bedarf auf vier Züge erweitert werden kann“. Wurde also zu klein geplant und gebaut?

Überdies will das Kommunalparlament wissen, „inwieweit Inklusion im Rahmen von Partnerklassen oder andere innovative Inklusionsmodelle in der Schule realisiert werden können“.

Zur Begründung der ersten Teils der Initiative wird ausgeführt: „Da es sich ja bereits auf breiter Front abzeichnet, dass die Kinder- und damit auch die Schülerzahlen für die neu errichtete Grund­schule seitens der Planung zu gering angesetzt wurden, möchte wir hier Klarheit schaffen. Eine mögliche Sprengelung der Kinder in entferntere Grundschulen auf Grund von Platzmangel gilt es definitiv zu vermeiden.“

Bezüglich Inklusion heißt es: „Auf dem Gelände des Prinz-Eugen-Parks ist eine heilpädagogische Tagesstätte für Klein- und Vorschulkinder geplant. Ein sich anschließendes, wohnortnahes Schul­leben wäre im Sinne einer gelebten Inklusion eine logische Konsequenz für einen modernen und sozialorientierten Stadtteil.“ Ob daraus was wird, ist indes mehr als fraglich.

Zur Sachlage und Situation klärte Beate Höß-Zenker, Geschäftsführerin des Bildungsbereichs bei der Stiftung-Pfennigparade-Tochtergesellschaft „Phönix Schulen & Kitas GmbH“, die Mitglieder des Bezirksausschusses auf:

Die nagelneue Ruth-Drexel-Schule im Prinz-Eugen-Park, in der momentan etwa 150 Kinder aus der zu sanierenden Grundschule an der Knappertsbuschstraße unterrichtet werden. Foto: hgb

„Wir planen, uns am Standort Prinz-Eugen-Park als Träger einer Kindertagesstätte mit inklusivem Konzept zu engagieren, werden uns auf eines der ausgeschrieben Kinderhäuser bewerben.

Wir haben festgestellt, dass die Stadt in diesem Gebiet keine einzige Hortgruppe plant, da sie davon ausgeht, dass alle Kinder in Ganztagesklassen betreut werden. Unsere Erfahrung ist jedoch, dass Eltern auch außerhalb der Schulzeit Betreuung benötigen, wenn sie länger als bis 15.30 Uhr arbei­ten. Dies bietet die Ganztagesklasse nicht.

Deshalb sollten auch Hortgruppen in einer Kita ermög­licht werden. Wenn der Bezirksausschuss das unterstützen würde, könnte man bei der Planung und beim Bau noch Einfluss nehmen.“

Und: „Unser zweites Thema ist die Weiterentwicklung von Inklusionsmodellen an der Grundschule.“ Höß-Zenker sucht also für körperbehinderte Mädchen und Buben in Regelschulen so genannte Partnerklassen. Zwölf Kinder nehmen dabei am normalen Schulunterricht teil, werden nachmittags in einem separaten Raum speziell betreut. Indes sei es extrem schwierig, Partnerklassen zu finden. Ein Glückstreffer für sie und die Kinder war sei es gewesen, dass es vor Jahren mit einer Gruppe an der Phorms-Schule in Altbogenhausen geklappt hatte.

Doch weitere Bemühungen waren erfolglos. So auch an der Ruth-Drexel-Schule. Vergangenes Jahr, Ende Juli, sei dort „wegen Gefährdung durch Bauarbeiten“ eine Partnerklasse von Phönix ab­gelehnt worden. Überdies hieß es, dass 150 Kinder der Knappertsbusch-Schule, die ja saniert wird, in den Neubau ziehen. „Die Ruth-Drexel-Schule steht also halbleer“, so Höß-Zenker.

Die Frau ist total enttäuscht, denn: „Im Januar erhielten wir dann die zweite Absage fürs Schuljahr 2018 / 19 mit der Begründung, dass „die Schule zu klein ist“, dass Platz benötigt werde für die vorübergehende Unterbringung von Kindertagesstätten.

Höß-Zenker gibt aber nicht auf, fand im Stadtteilgremium Verständnis für ihr Anliegen nach zwei Räumen in der neuen Schule. Cockrell kommentierte das Inklusionsverhalten des Referats: „Ein Armutszeugnis für die Stadt.“

Alexander MihatschRuth-Drexel-Schule: Zu klein geplant?