Siemens-Komplex: BVK hat Areal gekauft

26. Februar 2018

Was wird aus dem leerstehenden Siemens-Komplex an der Richard-Strauss-Straße 76? Das fragen sich seit langem viele Bogenhauser. Nun ist klar: Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) hat für ihr Versorgungswerk via einer Objektgesellschaft, an der alle zwölf rechtlich selbstständigen Alters­versorgungseinrichtungen beteiligt sind, das Grundstück gekauft. Laut Pressesprecherin Maike Kolbeck wird der in die Jahre gekommene Trakt nicht erhalten, er wird abgerissen, das rund zwei Hektar große Gelände neu bebaut. Und zwar „vorrangig mit Büroflächen, ausschließlich zum Mie­ten.“ Ein Zeitplan wird laut Kolbeck „gerade erarbeitet“.

Der Verkauf des rund zwei Hektar großen Grundstücks mit den sechs Bürogebäuden aus den Sechziger Jahren – Siemens hat bereits 2014 die Vertriebsabteilung nach Perlach verlagert, zwi­schenzeitlich wurde ein Teil der vier bis sechs Etagen hohen, miteinander verbundenen Blöcke als Unterkunft für Flüchtlinge und bis Frühjahr vergangenen Jahres für die Vorstellung der Städtebau­lichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) im Nordosten genutzt – ist bereits im April 2016 abgewickelt worden. Zum Kaufpreis wollte Kolbeck keine Angaben machen: „Dazu veröffentlichen wir generell nichts“.

„Den Coup“, so ein Lokalpolitiker, kommentierte André Heimrich, Vorstand Kapitalanlagen bei der BVK: „Grundstücke in dieser Größe und Lage sind in München äußerst rar gesät, dementsprechend sind wir sehr froh darüber, dass wir uns dieses Premiumgrundstück in dem hart umkämpften Wettbewerb sichern konnten“.

Der leerstehender Siemens-Komplex an der Richard-Strauss-Straße wurde an die Bayerische Versorgungskammer (BVK) verkauft, wird abgerissen und neu bebaut. Foto: hgb

Laut Kolbeck laufen für „die künftige Bebauung und den Nutzungsmix derzeit Gespräche mit der Stadt“, aber für detaillierte Angaben sei es noch zu früh. Visualisierungen für das Projekt gebe es noch nicht.

„In ein paar Monaten sind wir aber sicher weiter. Wenn es konkreter wird mit den Abbau- und Bautätigkeiten, richten wir einen Newsletter und eine Website ein mit aktuellen Infor­mationen.“  Zur Projektentwicklung hat die BVK Ende September mit der Strabag Real Estate GmbH (SRE) einen Vertrag angeschlossen.

Die BVK, Sitz an der Denninger Straße 37, ist im 13. Stadtbezirk seit langem fest verankert. Vor drei Jahren wurde neben der Zentrale im Arabellapark der geschwungene Bürokomplex Arabeska samt einem Wohngebäude mit Kinderkrippe für die zum Konzern gehörende Bayerische Ärzteversorgung fertig gestellt.

Das Unternehmen, die größte öffentlich-rechtliche Versorgungsgruppe in Deutschland, investiert in Immobilien ausschließlich zum Vermieten, da nach eigenen Angaben „diese Anlageklasse ein wich­tiger Baustein in der gesamten Kapitalanlage ist“. Die BVK zählt mehr als 2,2 Millionen Versicherte und Versorgungsempfänger, nimmt etwa 4,4 Milliarden Euro aus Beiträgen und Umlagen ein, zahlt jährlich circa 3,2 Milliarden Euro Rente aus, beschäftigt 1240 Mitarbeiter. Alle Einrichtungen mana­gen ein Kapitalvolumen von derzeit 69 Milliarden Euro.

Alexander MihatschSiemens-Komplex: BVK hat Areal gekauft