SBZ-Neubau-Idee: Ein Campus für Kinder

2. April 2018

Wer auch immer die Idee hatte, sie ist plausibel. Vor dem Hintergrund der Kindertagesstätten-Mise­re im Prinz-Eugen-Park (PEP) – wir berichteten – stellten die Fraktionen von CSU und Grünen im Bezirksausschuss einen gemeinsamen Dringlichkeitsantrag unter dem Motto „sinnvolle Flächennutzung“: Neubau für das Spiel- und Begegnungszentrum (SBZ), dem Jugendtreff im Fideliopark, mit Kita, Krippe inklusive Mittagsbetreuung. Also ein Campus für Kinder.

In der von Angelika Pilz-Strasser, Vorsitzende des Kommunalparlaments, Petra Cockrell und CSU-Fraktionssprecher Xaver Finkenzeller gezeichneten, vom Gremium nach Erörterung einstimmig verabschiedeten Initiative heißt es:

„Der Bezirksausschuss fordert das Referat für Bildung und Sport (RBS) federführend auf zu prüfen, in wie weit auf dem aktuellen SBZ-Gelände an der Fideliostraße ein neues Gebäude errichtet wer­den kann, das Kindergarten, Krippe, SBZ und Mittagsbetreuung beherbergt. Das Prüfungsergebnis soll zeitnah dem Bezirksausschuss mitgeteilt werden.“

In der Begründung wird angeführt: „Der aktuelle SBZ-Bau besteht aus einer mehr als 30 Jahre alten Containeranlage, die ursprünglich als Flüchtlingsheim gebaut wurde. Energetisch wie baulich dürfte sich auf Grund des Alters in den kommenden Jahren Handlungsbedarf in Bezug auf den Gebäude­erhalt ergeben. Mit einem zweckoptimierten Neubau könnte das bestehende Grundstück sowie das Gebäude umfassender für die Kinderbetreuung genutzt werden. Auf Grund der umliegenden Bebauung wäre eine Geschosshöhe E + 2 und eine Unterkellerung (abgeböscht für Tageslicht) denkbar und entsprechend zu untersuchen.“

Für das Spiel- und Begegnungszentrum (SBZ) Im Fideliopark soll nach Vorstellung des Bezirksausschusses die Stadt einen Neubau für den Jugendtreff mit Kita, also ein Campus für Kinder, prüfen. Foto: hgb

Eine solche Nutzung würde, so das Lokalpolitiker-Trio, den zusätzlichen Platzbedarf an Kinder­betreuungsplätzen im Prinz-Eugen-Park dauerhaft abdecken und den geplanten Kita-Pavillon an der Jörg-Hube-Straße spätestens im Jahr 2022 überflüssig machen.

Laut Finkenzeller hatte man sich die grundsätzliche Frage gestellt: „Wo könnte man in der Umge­bung des PEP noch Kitas errichten?“ Denn: „Wir alle sind es den Eltern schuldig, darüber nachzu­denken und bei der Stadt nachzubohren.“

Das Argument „Handlungsbedarf in Bezug auf den Gebäudeerhalt“ erschließt sich durch die Ge­schichte des SBZ. 1972 wurde im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts der Fachhochschule München und der Akademie der Bildenden Künste ein Modell für eine Stadtteil bezogene Kinder-, Jugend- und Begegnungseinrichtung entwickelt.

Ein Jahr später gründete sich eine Bürgerinitiative mit dem Ziel, die Idee umzusetzen. Eine als Provisorium gedachte, 180 Quadratmeter große Barac­ke wurde dann in der Grünanlage am Fideliopark errichtet.
Mitte 1974 ging die Einrichtung in die Trägerschaft des Kreisjugendrings über, 1980 wurde ein Anbau errichtet. Der Innenausbau wurde überwiegend von Jugendlichen gemacht, die Nutzfläche wuchs auf 300 Quadratmeter.

1993 wirkt sich der Krieg im ehemaligen Jugoslawien auf die Pläne für einen Festbau aus. Wegen der folgenden Flüchtlingswelle wurde eine Asylbewerberunterkunft eingerichtet, die später, nach Sanierungsarbeiten, vom SBZ weitergenutzt werden konnte, so dass nunmehr 1000 Quadratmeter Fläche im Gebäude und ein Außengelände mit 2000 Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Seit knapp zehn Jahren legt das SBZ einen Schwerpunkt auf Ferienangebote für Kinder und Jugendliche – von Betreuungsangeboten im Haus bis zu mehrwöchigen Ferienaufenthalten im Aus­land. Im SBZ-Komplex bildet die Cafeteria mit Kicker, Billard, Dart, Playstation und Computer das Herzstück. Hier spielt sich vor allem der offene Treff ab, man gelangt in die Disco und den „Tobe­raum“. Diese beiden Eichrichtungen werden auf Anfrage für Feiern überlassen. Und auf dem Außengelände können die Jugendlichen auch Inline skaten, Kettcar fahren oder grillen.

Alexander MihatschSBZ-Neubau-Idee: Ein Campus für Kinder