Bienenschutz: Erst im Herbst mähen

9. Mai 2018

Um die Lebensräume und die Nahrungsgrundlage für Singvögel, Bienen und Insekten zu verbes­sern, sollen im Rahmen eines Münchner Pilotprojekts auf etwa 20 Grünflächen in Bogenhausen Teilbereiche vom Baureferat / Gartenbau erst im Herbst gemäht werden. Das haben jetzt die Mit­glieder des Bezirksausschusses auf Initiative der CSU-Fraktion beschlossen. Auch bodenbrütende Vögel sollen so ein größeres Angebot an Nistplätzen erhalten.

„Die Problematik des starken Rückgangs an Singvögeln, Bienen und Insekten ist seit längerem be­kannt. Als konkreter Maßnahme soll der Antrag eine Stabilisierung und Verbesserung der Situation bewirken“, heißt es in der Begründung des Vorstoßes.

Konkret wurden mehr als ein Dutzend Standorte öffentlicher Grünflächen benannt: Zamilapark, Denninger Anger (ÖBZ), Rienzipark, Burgauer Straße (als Hundewiese bekannt), Wahnfriedallee, Pachmayrplatz, Salzsenderweg, Gartenstadt Johanneskirchen, Gewerbegebiet Hüllgraben, Effner­platz, Zur Deutschen Einheut, Maria-Theresia-Straße in Richtung Europaplatz und der Grünbereich an der Hultschiner Straße.

Vorbildliche Naturschutz-Maßnahme in der Kleingartenanlage Schlösselgarten an der Cosimastraße. Foto: ikb

Ob von der Entscheidung des Kommunalparlaments inspiriert oder ein Zufall – Bayerns ÖPD will ein Volksbegehren gegen das Bienensterben starten, will das Artensterben unter dem Motto „Rettet die Bienen!“ stoppen.

Denn von den rund 500 heimischen Bienenarten gelten etwa 54 Prozent als gefährdet oder ausgestorben. Befürworter können sich seit Anfang Mai in die Listen für das Begeh­ren eintragen, wozu mindestens 25 000 Unterschriften notwendig sind.

Und: Nach mehrmonatigen Diskussionen und intensivem Feinschliff hat das Stadtteilgremium einen Maßnahmenkatalog – die Federführung dazu hatte Nicola Holtmann (ÖDP) inne – verabschiedet, um die Populationen der in Bogenhausen nachgewiesenen Vogelarten zu erhalten:

  • Der Bezirksausschuss veranstaltet in 2018 eine Zusammenkunft mit Fachleuten und relevanten Akteuren, um wirksame Maßnahmen zum Schutz des örtlichen Vogelbestandes zu erarbeiten.
  • Um dem fortschreitenden Verlust der Vogel-Lebensräume entgegenzuwirken, bittet der Bezirksausschuss das Baureferat der Stadt, eine Liste öffentlicher Flächen in Bogenhausen, die entsiegelt und mit zusätzlichen Bäumen und Sträuchern bepflanzt werden sollen, zu erarbeiten und mit dem Bezirksausschuss zu erörtern.
  • Der Bezirksausschuss bittet das zuständige Referat um Auflistung aller Schutzgebiete und Ausgleichsflächen im Stadtbezirk sowie um Auskunft, ob es in Bogenhausen spezielle Schutzgebiete für gibt.
  • Der Bezirksausschuss bittet die städtischen Wohnungsbaugesellschaften und das Konsortium um Auskunft, in welchem Umfang bei Bauten im Prinz-Eugen-Park Niststeine für Gebäudebrüter geplant sind und ob weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Vögeln vorgesehen sind.
  • Der Bezirksausschuss bittet das Baureferat, um Auskunft, ob die im Mai 2015 eingereichten Vorschläge, welche Grünflächen bzw. Straßenbegleitgrünstreifen extensiver gemäht werden könnten, umgesetzt wurden.
  • Der Bezirksausschuss bittet das Baureferat / Gartenbau, um Auskunft zum Bearbeitungsstand eines Antrags von Mai / Juli 2015, in dem gebeten wurde, im Südwesten der Wiese an der Burgauer Straße eine Streuobstwiese mit für Vögel und Insekten besonders wertvollen Baum- und Sträucherarten zu pflanzen.

Um die Lebensräume für Bienen und Singvögel zu verbessern, sollen bei einem Pilotprojekt auf etwa 20 Grünflächen in Bogenhausen Teilbereiche vom Baureferat / Gartenbau erst im Herbst gemäht werden. Foto: ÖDP

Alexander MihatschBienenschutz: Erst im Herbst mähen