BVK-Baupläne: Brannekämper schreibt an den OB

23. Juli 2018

Mit einem Offenen Brief zu den Planungen der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) auf dem mehr als 20 000 Quadratmeter großen ehemaligen Siemens-Gelände an der Richard-Strauss-Stra­ße 76 und der Nachnutzung der bisherigen Flächen des Konzerns am Arabellapark hat sich jetzt Robert Brannekämper, Vize-Vorsitzender des Bezirksausschusses und CSU-Landtagsabgeord­neter, an Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter gewandt. Die Kernpassagen des Schreibens:

„Die Planungen werden in ihrer aktuellen Form nicht nur vom Bezirksausschuss Bogenhausen ein­stimmig abgelehnt, sondern sind auch angesichts der angespannten Situation auf dem Münchner Wohnungsmarkt absolut unverständlich. Die BVK plant an diesem Standort die Errichtung dreier Hochhäuser, 40, 60 und 115 Meter hoch, was die aktuelle Nutzfläche mehr als verdoppeln würde.“

„Nicht berücksichtigt ist derzeit jedoch die vom Vorstandsvorsitzenden ursprünglich mir gegenüber zugesagte Umwandlung der alten Bürostandorte in Wohnraum, die angesichts der um 500 Stellen anwachsenden Belegschaft dringend notwendig und unabdingbar ist. Hier gibt es bislang nur eine vage Absichtserklärung der Versorgungskammer, aber keine konkreten Zusagen hinsichtlich der Umwandlung dieser Flächen in eine Wohnnutzung.“

Der leerstehende Siemens-Komplex auf einem 20 000 Quadratmeter großen Grundstück an der Richard-Strauss-Straße 76 in Nachbarschaft zum Forum Bogehausen und dem Hypo-Tower wird abgerissen. Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) plant dort den Bau ihrer neuen Zentrale mit drei Hochhäusern.. Foto: hgb

„Es ist unverständlich, warum andere, noch begrünte Freiflächen im Nordosten versiegelt und mit einer schuhschachtelähnlichen Architektursprache verunstaltet werden sollen – hier aber die Chance vertan wird, bereits vorhandene und nicht mehr benötigte Büroflächen mit U-Bahn-An­schluss in der Nähe der Innenstadt mit Wohnungen zu überplanen.“

„Oder will man täglich noch mehr Pendler von außerhalb in überfüllte S-Bahnen und auf verstopfte Straßen zwingen – bei ständiger Gefahr des totalen Verkehrsinfarktes im Fall einer Störung? Die Verkehrsinfrastruktursysteme haben ihre Belastungsgrenze erreicht! Mehr geht nicht.“

„Nur wenn Wohnungen Teil des Konzepts der BVK für ihre gut erschlossenen bisherigen Flächen werden, kann auch die Planung für ihre neue Konzernzentrale weiter diskutiert werden.“

„Ich fordere Sie daher dazu auf, unverzüglich alle Ihre Möglichkeiten als Oberbürgermeister zu nutzen, damit auf mindestens 50 Prozent der bisherigen Büroflächen Wohnraum und die hierfür erforderliche Infrastruktur entsteht.“

„Zwar habe ich auch als Mitglied der Versorgungskammer großes Verständnis für das Ziel der BVK, ihre Flächen wirtschaftlich gewinnbringend zu verwerten. Dennoch müssen in diesem Fall die kommerziellen Interessen hinter diese höherrangigen Ziele für die Bevölkerung zurücktreten.“

„Bitte nutzen Sie ihre Möglichkeiten, auf die Stadtbaurätin einzuwirken, damit diese die auch vom Bezirksausschuss favorisierte Lösung mit einer Wohnnutzung auf den Weg bringt.“

Alexander MihatschBVK-Baupläne: Brannekämper schreibt an den OB