Maria-Nindl-Platz: Die Wünsche der Anwohner

30. November 2018

Rund 3900 Quadratmeter groß ist der L-förmig um das künftige KulturBürgerHaus (KBH) zu bauen­de Maria-Nindl-Platz im Prinz-Eugen-Park an der Cosimastraße. Würden alle bei einer vom Baure­ferat bestens organisierten Bürgerbeteiligung – weit mehr als 100 Anwohner und Nachbarn waren gekommen – geäußerten, größtenteils kreativen Wünsche und Vorschläge realisiert, müsste der Platz mindestens drei Mal so groß sein. Und letztlich ist alles natürlich eine Frage der Kosten.

Die Ideen, das versicherte Heinz Grünberger, im Referat verantwortlich für die „Gestaltung Öffentlicher Raum“, werden so weit wie möglich in die Planungen einfließen. Die Entwürfe für das Areal – etwa so groß wie der Wiener Platz in Haidhausen – werden dem Bezirksausschuss und den Bürgern zur Begutachtung, „zur Optimierung“, präsentiert, ehe „Anfang 2019 der Stadtrat entschei­det“. Einen positiven Beschluss vorausgesetzt folgen die Ausschreibungen der Arbeiten, im Früh­jahr 2020 soll der Baustart erfolgen, im Sommer 2022 soll alles fertig sein und ein Eröffnungsfest stattfinden.

„Das alles ist ein kreativer Prozess für das Herz des Quartiers, wir müssen alles abwägen, einen Konsens finden“, so Grünberger an die Besucher und Lokalpolitiker. Er riet von „festen Einrichtun­gen“ wie beispielsweise einer vorgeschlagenen Bühne ab, plädierte diesbezüglich für eine „mobile Bühne, um flexibel sein zu können“. Grundsätzlich gelte es, „schnell mit den Quartiersinitiativen in Austausch zu kommen, um Doppelfunktionen wie beispielsweise (Nachbarschafts)-Cafés vorzu­beugen.“

Den mehrfach genannten Wunsch nach einem Wochenmarkt bremste Grünberger ab: „Wir haben das bereits geprüft. Die zuständigen Markthallen München sehen keinen Bedarf an diesem Stand­ort, verweisen auf den immer donnerstags am Rosenkavalierplatz stattfindenden Markt. Außerdem müsste es eine mindestens 800 Quadratmeter freie Fläche, also ohne Bäume, geben.“ Gleichwohl ist es – so eine Anregung – auf Privatinitiative möglich, zum Beispiel zwei, drei Stände wie Bio-Händler nach einem Antrag beim Kreisverwaltungsreferat (KVR) zu engagieren. Vorsorglich ange­regte Wasser- und Stromanschlüsse sollen berücksichtigt werden.

Der Bebauungsplan mit Grünordnung für das 30 Hektar große, 2005 von der Stadt gekaufte Areal des Prinz-Eugen-Parks mit dem Maria-Nindl-Platz mit dem KulturBürgerHaus (KBH; rotes Oval). Karte: Planungs-/Baureferat; Foto: hgb

Ein wichtiger Punkt bildete das Stichwort Grün. Grundsätzlich wollen alle viele Bäume und damit künftige Schattenplätze bei den Sitzgelegenheiten („nicht so wie beim kahlen Bürgerhaus in Unter­föhring, das schreckt ab“).

Auf Sicht verdeckende Büsche soll verzichtet werden, besser wären Tröge mit (bunt) blühenden Pflanzen, „aber keine giftigen wegen der Kinder“. Vorgeschlagen wurde ein Gerüst für Kletterpflanzen, also einen berankten Laubengang, Fassadenbegrünungen „mit farbigen Blüten zur Auflockerung des Platzes an den gegenüberliegenden Gebäuden, vor allem aber am KulturBürgerHaus. Der Einfall >Urban Gardening< wie in London, wo’s Tomaten für alle gibt, wurde einfach mal angehört.

Ideen zu Brunnen und Wasser gab’s zuhauf. Begeh- und für Kinder bespielbar „wie in Unterföh­ring“ sollte es sein. Wasserspiele, eine „Wasserkugel“ und / oder Fontänen wären schön; eine „begehbare Dusche wie in den Pasing Arcaden“ wurde genamnt – allerdings liegen dort meist Glas­scherben im Wasser, viele Kinder haben sich schon verletzt, außerdem wäre die Pflege einer solchen Anlage intensiv und teuer. Begeistert waren alle von einem Brunnen mit Wasserverlauf wie am Rosenkavalierplatz hinter dem Burda-Trakt und der Idee, dass der „Brunnengestalter auch die Sitzgelegenheiten entwirft, damit alles zusammenpasst.“

Apropos Sitzen: Präferiert werden (runde oder ovale) Sitzgruppen wie am Wiener Platz, „die Möbel sollten vor allem aus lange haltbarem Holz sein“; einige hätten gern nicht fest verankerte und somit verschiebbare (Metall-)Stühle, andere nannten die Sitz- und Liegemöglichkeiten wie am Willy-Brandt-Platz in Riem als Muster. Vor Möbel aus Metall oder Kunststoff wurde abgeraten – „die werden in der Sonne heiß, sind bei Feuchtigkeit rutschig, sind also nicht alltagstauglich“. Und auch Treppenstufen zum Sitzen wurden genannt.

Der Maria-Nindl-Platz mit dem KulturBürgerHaus (KBH; rotes Oval) bildet das „Herzstück“ für die etwa 4000 Bewohner im Prinz-Eugen-Park. Karte: Planungs-/Baureferat; Foto: hgb

Zum Thema Beleuchtung: „Lampen mit warmen Licht sollten nach unten abstrahlen“ und „hängen­de Lampen“ wurden angeregt, aber „keine Laternenmasten, an denen Fahrräder angekettet werden“.

Zu Bodenbelägen: „Bitte kein Beton und kein Asphalt“ war der einhellige Tenor. „Die Oberfläche mit Platten attraktiv machen, variieren, nicht uniform anlegen“, eventuell „farblich abwechselnd“, wenn möglich „auch mal Schachbrettmuster, damit Kinder von Platte zu Platte hüpfen können“.

Weitere Vorschläge: Viele Radlparkplätze beziehungsweise -ständer am Platz- und Straßenrändern sowie bei den Geschäften, Haltezonen im Bereich der Ruth-Drexel-Grundschule, Behinderten­parkplätze, bei Abendveranstaltungen ausschließlich Parken in der Tiefgarage, temporäre Kunst­ausstellungen beispoielsweise mit Skulpturen, Podest als Bühne für Open-Air-Veranstaltungen, Verankerungen für Ton und Licht bei Open-Air-Filmvorführungen und Open-Air-konzerten, Halterung für einen Christbaum, Einfassung für einen kleinen Maibaum und die Möglichkeit, einen Christ­kindl- oder einen saisonalen Markt durchzuführen zu können. Ob’s ein gewünschtes (kommerzielles) Café geben wird – das muss sich erst noch zeigen.

Alexander MihatschMaria-Nindl-Platz: Die Wünsche der Anwohner