Neue Theaterfabrik: Wie geht’s nun weiter?

11. November 2018

Die Frage bewegt Anwohner und Lokalpolitiker: Wie geht’s weiter mit der Neuen Theaterfabrik von Münchens heimlichen Partykönig Wolfgang Nöth an der Musenbergstraße 40 in Johanneskirchen, wann herrscht endlich Klarheit? Fakt ist: Am Dienstag, 23. Oktober, fand das bislang letzte Konzert statt. Weitere angekündigte Veranstaltungen wurden an andere Orte verlegt. Denn eine Baugeneh­migung für die Musikhalle mit maximal 1400 Besuchern vom Planungsreferat / Lokalbaukommission (LBK) liegt bis dato nicht vor!

Zum Nöth-Antrag – ausgelegt auf zehn Jahre – erklärte Thorsten Vogel, Pressesprecher des Planungsreferats, jetzt auf Anfrage von unser-bogenhausen.de: „Zum Vorhaben liegt bislang noch keine Genehmigung vor. Der betreffende Antrag ist noch bei der Lokalbaukommission (LBK) in Prü­fung; ein Zeitpunkt für eine abschließende Entscheidung kann derzeit noch nicht genannt werden.“

Das ist interessant vor dem Hintergrund der Aussagen von Thomas Rehn, Leitender Baudirektor in der LBK, bei der Tagung des Planungsgremiums vom Bezirksausschuss am Donnerstag, 6. Sep­tember:

„Wir sind bereit noch eine Einzelveranstaltung zuzulassen, das ist sinnvoll, um den Lärmpegel – der zulässige wird ja durch die S-Bahn überschritten – vor allem in der Umgebung der Wohngebäude in dem Gewerbegebiet vor und nach dem Konzert genau zu messen, den Grundpegel festzustellen und zu erfassen, wie nach den ersten Erfahrungen nun eine solche Veranstaltung auch hinsichtlich des Verkehrs abläuft.“

Der Eingangsbereich zur großen, baurechtlich noch nicht genehmigten, 1400 Personen fassende Halle für die „Neue Theaterfabrik“ und den genehmigten „Spiegelsalon“ (650 Personen) am Ende der Musenbergstraße in Johanneskirchen. Foto: hgb

Rehn räumte ein, dass das Thema „kritisch ist“, dass es mit „Ausnahmegenehmigungen auf Dauer nicht geht“. Dazu muss man wissen: Der an die Halle angrenzende Spiegelsalon, maximal 650 Plätze, ist seit 26. August 2017 baurechtlich genehmigt. Den Fakt Gewerbe- mit angrenzendem Wohngebiet erachtet der Baudirektor „als problematisch“.

Und: „Die laufende Bewerbung weiterer Konzerte passen nicht mit dem Thema Baugenehmigung zusammen.“

Besagte „eine Einzelveranstaltung“ – die siebte mit einer Ausnahmegenehmigungen, ein Konzert von Leon Bridges – hat, wie angeführt,  am Dienstag, 23. Oktober, stattgefunden. Dazu Johannes Mayer, Pressesprecher im Kreisverwaltungsreferat (KVR):

„ Im Benehmen mit der LBK und weite­ren Sicherheitsbehörden konnte seitens des Veranstaltungsbüros im KVR eine Veranstaltungs­erlaubnis für diesen Termin ausgereicht werden.“

Und: „Der Veranstalter beziehungsweise der Betreiber nahmen Abstand von dem Vorhaben, weitere Konzerte im Oktober in der Musenbergstraße durchzuführen und bemühten sich um Alternativörtlichkeiten. 
Konzerte im November 2018 und in der Folgezeit sind bei uns im Veranstaltungsbüro nicht bekannt. Entsprechende Veranstaltungsanzeigen liegen nicht vor.“

Gleichwohl werden unter anderem auf der Internet-Seite muenchenticket.de Eintrittskarten für diverse Auftritte bis Anfang April 2019 angeboten. Googelt man „Neue Theaterfabrik“ finden sich neuerdings unter „Kommende Veranstaltungen“ bis Jahresende ein Dutzend Flohmarkt-Termine in dem benachbarten Schuppen von Hallenmogul Nöth.

Alexander MihatschNeue Theaterfabrik: Wie geht’s nun weiter?