Bezirksausschuss: Machatschek hört auf

17. Dezember 2018

Personal- und Funktionswechsel innerhalb der Reihen der Grünen-Fraktion im Bezirksausschuss:  Holger Machatschek (79), Elder Statesman und „Treiber“ der Partei in Bogenhausen, legt sein Amt zum Jahresende nieder. Und Paula Sippl ist – an Stelle von Andreas Baier – neue Fraktionsspre­cherin der Grünen. Nachfolgerin von Machatschek im Kommunalparlament wird Patricia Castano.

Machatschek gehört der Partei seit 1983 an, zusammen mit Sippl hat er einst den Grünen-Ortsver­band Bogenhausen gegründet, fungierte als Vertreter im Bezirksausschuss seit fast 27 Jahren, wur­de im Februar mit der Medaille „München leuchtet“ in Silber ausgezeichnet. 1993 war er stellvertre­tender Vorsitzender des Bezirksausschuss-Vorstands, leitete das Untergremium Verkehr (von 1996 bis 2002) sowie den seinerzeit neu aufgestellten Unterausschuss Stadtentwicklung, Öffentlicher Raum, Ökologie (von 2008 bis 2014).

Er war vor zehn Jahren „Schmied“ bei der Besetzung um den Vorsitz im Bezirksausschuss durch Angelika Pilz-Strasser – damals die einzige grüne Chefin eines Münchner Stadtteilparlaments, wirk­te in der folgenden Amtsperiode ab 2014 maßgeblich an der Fortsetzung des Vorsitzes durch Pilz-Strasser mit. Sie dankte ihrem Parteikollegen für „die intensive, kritische quer denkende Zusam­menarbeit“ und meinte: „Wir haben oft gut gestritten“.

CSU-Fraktionssprecher Xaver Finkenzeller, einstmals Praktikant bei Machatschek, hob hervor, „dass die Kooperationen 2008 und 2014 ohne dein Zutun nicht möglich gewesen wären“ und erklärte: „Du bist stets im >Komödienstadl< hier willkommen.“

Nach knapp 27 Jahren ist Schluss im Bezirksausschuss Bogenhausen für Holger Machatschek. Zusammen mit der jetzgen Faktionsvorsitzenden Paula Sippl (li.) hatte er den Grünen-Ortsverband Bogenhausen gegründet, der amtierenden Bezirksausschuss-Vorsitzenden Angelika Pilz-Strasser (re.) den Weg ins Amt geebnet. Foto: hgb

Der 79-Jährige hinterlässt Spuren in Bogenhausen: Angefangen von einem Bezirksausschuss-Flyer, einer Beachflag für das Kommunalparlament – beides bis dahin einzigartig – bis hin zur Idee samt Entwicklung und Umsetzung des Kulturfaltplans.

Die Details im 13. Stadtbezirk waren stets sein Metier – wie beispielsweise die Korrektur eines Planungsfehlers in der Stuntzstraße vor dem Ärztehaus, wo es durch sein Engagement Kurzparkplätze für Arzt- und Apothekenbesucher eingerichtet wurden.

Insidern ist Machatschek auch als Autor bekannt – er verfasste und übersetzte aus dem Englischen mehrere Werke über sein Hobby. Sein bekanntestes Buch ist „Richtig Wildwasserfahren“ – die „hohe Schule des Kanusports“.

Nach dem Verkauf seiner Druckerei gab er sich – Auszug aus dem >Spiegel< – „fünf Jahre lang als Frührentner dem angenehmen Leben hin, er radelte durch die Stadt, besuchte Freizeitmessen und schaute sich regelmäßig in Sportfachgeschäften um“. Dort fand er auch die Anregung, den Fahrradspezialladen ProRad zu eröffnen – er handelte vor allem mit einem bulligen Fahrradtyp, dem damals neuartigen Mountain Bike. Machatschek war auch einer der ersten Drachenflieger im Freistaat.

Neue Fraktionssprecherin ist Paula Sippl, die seit 18 Jahren dem Bezirksausschuss angehört: Sie ist gelernte Gymnasiallehrerin, hat einen erwachsenen Sohn. Als überzeugte Vegetarierin setzt sie sich für Ökologie und Tierschutz ein. Im Gremium vertritt die „Querdenkerin“ die Grünen in den Unterausschüssen Planung sowie im GRemium Bildung, Sport, Kultur und Soziales, das sie 16 Jahre lang geleitet hat. Außerdem ist sie Migrationsbeauftragte und stellvertretende Kinderbeauf­tragte. Auch das künftige KulturBürgerHaus (KBH) im Prinz-Eugen-Park war und ist für sie eine Herzensangelegenheit.

Alexander MihatschBezirksausschuss: Machatschek hört auf