Blumenwiesen statt Grünstreifen: Zu teuer

13. Dezember 2018

Mit zwei Anträgen forderten die Mitglieder des Bezirksausschusses im Sommer von der Stadt mehr Farbe und Sinn ins Grün in Bogenhausen zu bringen. Das Baureferat / Gartenbau lehnte jetzt beide Initiativen ab – „ein Umbau würde einen hohen finanziellen Aufwand bedeuten“. Bei Neubau- und Sanierungsmaßnahmen, „insbesondere auch im Straßenraum“, hingegen würde geprüft, ob „arten­reiche Blumenwiesen angelegt und entwickelt werden können“.

Einmal sollten nach den Vorstellungen der Lokalpolitiker die Grünstreifen in der Richard-Strauß- zwischen Prinzregenten- und Denninger Straße nach dem Vorbild am Pasinger Rathaus mit einer bienenfreundlichen Blumenwiese versehen werden, um dem Bienensterben in München entgegen wirken werden. Zum anderen sollten auf den Bereichen der begrünten Fahrbahnteiler, auf denen Rasen wächst, Wildblumensamen ähnlich wie im Bereich der Trambahntrasse St. Emmeram aus­gebracht und diese Flächen pro Jahr nur noch einmal gemäht werden.

Tenor der Begründungen beider Anträge: Neben der optischen wie ökologischen Aufwertung könnten so Kosten für die Rasenpflege eingespart werden.

Darüber hinaus wollte das Kommunalparlament vom Referat Vorschläge, auf welchen städtischen Flächen in Bogenhausen auch abseits der Straßen derartige Blumensamen ausgebracht werden können, und zwar ohne dabei die Spiel- und Naherholungsqualität zu beeinträchtigen.

Schön, ökologisch sinnvoll und überdies kostengünstiger zu pflegen: Statt immer wieder gemähter Rasen Wildblumen an den Rändern und auf Fahrbahnteilern von Straßen wachsen lassen. Dann sieht’s lieblich aus wie hier auf Höhe des Klinikums Bogenhausen auf der Trasse der Tram St. Emmeram. Aber: Ein gewünschter Umbau bestehender Grünstreifen – beispielsweise in der Richard-Strauss-Straße – ist zu teuer, zu aufwendig und würde Wurzeln der Alleebäume laut Baureferat / Gartenbau schädigen. Foto: hgb

Antwort zu den Wünschen: „Bereits seit langem gilt für das Baureferat / Gartenbau die Zielsetzung, an geeigneten Stellen im Straßenbegleitgrün arten- und blütenreiche Vegetationsbestände aufzu­bauen und zu pflegen. Bei Neu- und Umbaumaßnahmen werden sich ergebene Chancen genutzt, wie Riem, in der Moosacher- und Schleißheimer Straße.“

Aber: „Um auf bestehenden Streifen des Straßenbegleitgrüns – wie in der Effner- und der Engl­schalkinger Straße – artenreiche Wildkräuterwiesen dauerhaft etablieren zu können, würde ein Aus­tausch des vorhandenen nährstoffreichen Oberbodens in den oberen 15 bis 20 Zentimeter gegen nährstoffarmes Substart erfordern.

Der Umbau würde einen hohen finanziellen und organisatori­schen Aufwand sowie der Entsorgung werthaltigen Oberbodens bedeuten. Im Straßenbegleitgrün mit bestehenden Alleebäumen, wie im östlichen Teil der Englschalkinger- und in der Richard-Strauss-Straße, würde ein Bodenaustausch und die Bodenvorbereitung für Ansaaten zu Schädigun­gen der Baumwurzeln führen und kann daher keinesfalls empfohlen werden.“

Und: „Entlang der Fahrbahnen ist grundsätzlich ein Bereich von circa 50 Zentimeter Breite als >Vielschnittrasen< erforderlich, damit nach Starkregen keine umgedrückten Pflanzen auf den Verkehrsflächen liegen. Die Grünstreifen in der Effnerstraße zu Beispiel weisen nicht die erforder­liche Breite auf.“

Positiv: „Um den Anteil an Wildkräutern in bestehenden, geeigneten Wiesenflächen zu erhöhen, werden in einer seit 2017 laufenden Kampagne Langgraswiesen mit Wildblumen und Kräutersaat­gut >geimpft<. Dazu wird die vorhandene Grasnarbe mechanisch aufgerissen und Saat in Streifen, nicht großflächig, eingebracht. Von den >geimpften< Stellen aus können sich die Wiesenblumen und -kräuter natürlich auf die gesamte Fläche ausbreiten. Für 2019 sind Einsaaten in einem Teil der Grünanlage an der Wahnfriedallee und an der Adalbert-Stifter-Straße (An der Brunnbachleite) ge­plant. Darüber hinaus wird die Umwandlung der Rasenflächen in Blumenwiesen über der nördlichen und südlichen Einfahrt des Richard-Strauss-Tunnels sowie in der Herzog-Albrecht-Anlage geprüft.“

Alexander MihatschBlumenwiesen statt Grünstreifen: Zu teuer