Herkomerplatz: Neues Gesicht mit mehr Grün?

11. Mai 2019

Grau, viel Grau und ein wenig Grün – so präsentiert sich der Herkomerplatz. Autos, Busse, Tram, Taxistellplätze und Glascontainer dominieren den Knotenpunkt – anno 1927 so benannt nach Sir Hubert Ritter von Herkomer, ein in Bayern geborener deutsch-britischer Maler und Bildhauer, einer der Wegbereiter des Automobilsports in Deutschland.

Der Herkomerplatz ist wahrlich keine Visitenkarte für Bogenhausen. Im Februar 2018 hatte die CSU-Fraktion im Kommunalparlament daher in einem vom Gremium einstimmig gefassten Be­schluss von der Stadt gefordert, eine Neugestaltung zu prüfen. Nun zeichnet sich eine Lösung ab. Einen ersten Ansatz des Baureferats hatten die Stadtwerke München (SWM) wegen Verlegungen von Bushaltestellen als nicht praktikabel erachtet.

Immer wieder hatten in der Vergangenheit Bürger und Lokalpolitiker den Zustand des einstigen Gebeleplatzes moniert. In der Forderung des Bezirksausschusses war moniert worden: „Der Herko­merplatz macht einen sehr ungeordneten Eindruck. Eine Umgestaltung zu einem einladenden, offe­nen Platz mit Aufenthaltsqualität wäre wünschenswert. Hierzu ist zu prüfen, inwieweit die Grünanla­ge neu gestaltet werden kann unter Berücksichtigung der Marktstände und der Fahrradständer.“

Und weiter steht im Antrag: „Die örtlichen Geschäftsinhaber und der Bezirksausschuss sind bei der Erarbeitung des Konzepts mit einzubeziehen.“ Zu den Wertstoffcontainern war angemerkt worden: „Es ist zu prüfen, ob diese als Unterflurcontainer ausgeführt werden könnten.

Weniger ein Platz als vielmehr eine Wendemöglichkeit mit viel Verkehr – so bewertete der Bezirksausschuss bereits vor Jahren den Herkomerplatz. Zur Neugestaltung präsentierte das Baureferat jetzt einen Vorschlag. Foto: hgb

Nun gibt’s einen Lösungsvorschlag des Baureferats: „Die Denninger Straße zwischen Bülow- und Scheinerstraße könnte für den motorisierten Individualverkehr (MIV) gesperrt werden. Dieser Ab­schnitt könnte einer möglichen Platzfläche zugeschlagen werden. Die Bushaltestelle bleibt beste­hen und ein 3,50 Meter breiter Streifen wird als befahrbare Fläche für Busse, Lieferverkehr und Radfahrer berücksichtigt. Bei der Sperrung des Abschnitts der Denninger Straße würden circa 13 Parkplätze entfallen.“

Weiter wird ausgeführt: „Auf der Ostseite des Herkomerplatzes muss eine Möglichkeit für den MIV vorhanden sein, um zur Scheiner- und Denninger Straße fahren zu können. Dies könnte an der Stelle der heutigen Taxi-Standplätze geschehen. Neben der Fahrbahn Richtung Süden könnte weiterhin eine Taxi-Standplatz-Spur berücksichtigt werden.

Bei künftigen Planungen würde hierzu die genaue Anzahl abgestimmt werden. Eventuell ist es auch möglich, den Fußgängerbereich auf der Ostseite des Platzes, unabhängig von der neu entstehenden Platzfläche, zu erweitern.“ Und: „Die Bäume auf der Platzfläche sind in einem vitalen Zustand. Eingriffe im Bereich von Bestands­baumkronen sind schwierig, ohne eine Beschädigung der Bäume zu riskieren.“

All das soll „eine Basis für weitere Überlegungen“ darstellen. „Das ist eigentlich weniger ein Platz als vielmehr eine Wendemöglichkeit mit viel Verkehr“ – so hatte schon vor Jahren Angelika Pilz-Strasser, Vorsitzende des Stadtteilgremiums, wenig schmeichelhaft geurteilt. Nun sind die Lokal­politiker am Zug. Wird der Entfall besagter 13 Parkplätze akzeptiert?

Alexander MihatschHerkomerplatz: Neues Gesicht mit mehr Grün?