Insektenhotels: Stadt prüft acht Standorte

17. Juni 2019

„Der Bezirksausschuss fordert die Stadt auf, in der Nähe aller städtischen Blumen- und Kräuter­wiesen Insektenhotels anzubringen, um den Fortbestand der Insekten zu sichern.“ Diese Initiative hatten die Mitglieder des Kommunalparlaments Mitte März einstimmig befürwortet. Jetzt reagierte das Baureferat, Anteilung Gartenbau.

Rückblick: In der Begründung hatten die Stadtteilvertreter sich auf die bereits in der Vergangenheit verabschiedeten Anträge „Bienenwiese in der Richard-Strauss-Straße „ und „Lebensräume für Singvögel und Bienen in Bogenhausen verbessern“ bezogen. Beide Maßnahmen sollen mit der Errichtung von Insektenhotels verbunden werden, um eine bessere Wirkung für Flora und Fauna zu entfalten. Erläuternd heißt es: „Ein Insektenhotel ist eine künstlich geschaffene Nist- und Überwinte­rungshilfe für Insekten.“

Die Antwort der Fachleute: „München nimmt seit Juli 2018 an dem Projekt „Wildbienen – hoch bedroht und unverzichtbar“ der „Deutschen Wildtier Stiftung“ teil, das durch den Bayerischen Natur­schutzfond gefördert wird. Einige Insektenhotels konnten so bereits aufgestellt werden. In Zusam­menarbeit mit Vertretern der Stiftung werden im Sommer Langgraswiesen in Bogenhausen geprüft, in denen fachlich das Aufstellen von künstlichen Nist- und Überwinterungshilfen für Insek­ten sinnvoll erscheint.“

Die Aufstellung derartiger Insektenhotels an acht Grünanlage in Bogenhausen prüft das Baureferat / Gartenbau auf Wunsch des Bezirksausschusses in diesem Sommer. Foto: ikb

Die Suche konzentriert sich auf folgende acht Standorte: Denninger Anger Ost, Denninger Anger West, Grünanlage zwischen Englschalkinger – und Denninger Straße einschließlich Ökologisches Bildungszentrum (ÖBZ), Grünanlage an der Wahnfriedallee, Grünanlage Salzsenderweg und Ring­ofenweg, Grünanlage Zur Deutschen Einheit, Grünanlage an der Adalbert-Stifter-Straße (Brunn­bachleite) und naturschutzrechtliche Ausgleichsflächen im Gewerbegebiet Hüllgraben (Grasbrunner Straße).

In dem Antwortschreiben heißt es ergänzend: „Wie sich in der Praxis gezeigt hat, sind viele der käuflich zu erwerbenden Produkte von unzureichender Qualität und werden von den Insekten nur schlecht oder nur kurzzeitig angenommen. Daher müssen wir die Nisthilfen von Schreinereien nach definierten naturschutzfachlichen Vorgaben anfertigen lassen.

Nach dem Aufstellen ist eine regel­mäßige Betreuung der Insektenhotels notwendig, vergleichbar mit der Kontrolle von künstlichen Fledermauskästen. Deshalb führt das Referat derzeit Gespräche mit den Naturschutzverbänden über die Möglichkeiten von Pflegeverträgen oder Patenschaften. Wir bitten deshalb um Verständnis, dass die Nisthilfen nicht sofort aufgestellt werden können.“

Alexander MihatschInsektenhotels: Stadt prüft acht Standorte