BeerenCafé-Erhalt: „Lösung ist in Sicht!“

16. September 2019

Silbrig glänzende Wolkenkratzer, Neubauten an allen Ecken und Enden, verstopfte Straßen, herr­schaftliche Villen, Dispute um den Tunnel für die S4 und die Städtebauliche Entwicklungsmaßnah­me (SEM) – all das und vieles mehr prägen Bogenhausen. Zum „Mehr“ gehören auch einige wenige Idyllen. Eine davon liegt am nordöstlichen Rand des Stadtbezirks – das BeerenCafé, eine liebens­werte Einrichtung an der Savitsstraße in Johanneskirchen, deren Bestehen ab nächstem Jahr durch Auflagen (Verkleinerung und somit weniger Sitz- und Parkplätze) durch die Lokalbaukommission (LBK) im Planungsreferat gefährdet ist. Aber:

Bürgermeister Manuel Pretzl (li.) und Landtagsabgeordneter Robert Brannekämper (re.) kämpfen zusammen mit der Betreiberfamilie Hofreiter um den Erhalt des Johanneskirchner BeerenCafés. Foto: Thomas Höhler

„Eine Lösung ist in Sicht“, so Robert Brannekämper, Vize-Vorsitzender des Bezirksausschusses und CSU-Landtagsabgeordneter, bei einer Informationsveranstaltung im Café, zu der neben fast 300 Besuchern auch Manuel Pretzl, Bürgermeister und CSU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, sowie viele örtliche Mandatsträger gekommen waren.

„Was macht die Stadt aus?“ fragte Branne­kämper und lieferte dazu im selbem Satz die Antwort: „Einerseits die Architektur, aber auch das Lebensgefühl, die Qualität einer Millionenmetropole. Dazu gehört das BeerenCafé. Hier können Kinder selbst Beeren pflücken und Kartoffeln ernten, sehen, was man sonst nur im Supermarkt kaufen kann. Und das, den wunderbaren Platz für Familien abseits des Verkehrs, will die LBK klein machen.“

Das Treffen bezeichnete der Bogenhauser Vertreter im Maximilianeum als eine „Solidaraitätskund­gebung“, die beweist, dass „hier und in der Stadt Bewegung zum Erhalt des BeerenCafés gekom­men ist. „Der Bürger hat das Sagen, der Erhalt ist also ein Auftrag an die Stadt. Wir brauchen jetzt die Unterstützung im Rathaus“. Das einzig probate Mittel für die Lösung ist laut Brannekämper „die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens“. Mit einer Postkarten-Aktion „Rettet das BeerenCafé“ – rund 20 000 Stück sind im Umlauf – adressiert an Brannekämper zur Weitergabe an den Oberbürger­meister soll entsprechend Druck gemacht werden.

Betreiber Josef Hofreiter im Gespräch mit den Vertretern aus Stadtrat und Landtag bei einem Rundgang durch das BeerenCafé. Foto: Thomas Höhler

Pretzl, selbst Vater zweier kleiner Kinder, erklärte: „Ich bin beeindruckt von dem, was ich hier gese­hen habe. Hier kann man Stadt nah Natur erleben, einfach eine Idylle. Ich werde mich persönlich mit meiner Fraktion für die weitere Nutzung einsetzen. Ein Bauleitplanverfahren, das hätte auch dem Planungsreferat einfallen können. Wir müssen das im Rathaus durchsetzen.“

Maria und Josef Hofreiter mit Sohn Thomas und Schwiegertochter Karin, die weitere BeerenCafés in Lochhausen und Feldmoching betreiben, waren ob dieser Worte sichtlich erfreut und natürlich auch erleichtert.

Unter den Gästen unter anderen gesichtet: Brigitte Stengel (CSU-Ortsvorsitzende), Xaver Finkenzeller (CSU-Fraktionssprecher im Bezirksausschuss Bogenhausen), Fabian Ewald (CSU-Fraktionssprecher im Bezirksausschuss Berg am Laim und Stadtratskandidat), Daniela Vogt (Daglfing, Stadtratskandidatin), Jens Luther (Oberföhring, Stadtratskandidat), Cornelia Hödl (Kreisvorsitzende der Frauen Union), Florian Ring (Mitglied im Bezirksausschuss Bogenhausen).

Großer Einsatz der CSU Lokalpolitiker für das BeerenCafé durch die verschiedenen Ebenen: Neben Bürgermeister Pretzl und dem Abgeordneten Brannekämper waren auch die Stadtratskandidaten aus dem Münchner Nord-Osten und Vertreter aus dem Bezirksausschuss Bogenhausen vor Ort. Foto: Thomas Höhler

 

Alexander MihatschBeerenCafé-Erhalt: „Lösung ist in Sicht!“