Pfennigparade: 5500 Euro für Kugelstoßanlage

23. Januar 2020

Angesichts zur Verfügung stehender Mittel aus dem Vorjahr und für 2020 von zusammen mehr als 500 000 Euro kann es sich der Bezirksausschuss leisten, bei der Unterstützung von Vereinen und Organisationen großzügig zu verfahren. Gleichwohl achten die Mitglieder des Kommunalparlaments penibel darauf, dass ein Stadtteilbezug und ein ehrenamtliches Engagement bestehen sowie ein Eigenanteil gewährleistet ist. Einmal mehr wurde dies bei der jüngsten Beratung des Untergremi­ums Budget, Vereine, Satzung deutlich.

Einstimmig gewährten die Lokalpolitiker der Freiwilligen Feuerwehr Oberföhring die beantragten 11670,79 Euro zur Anschaffung von Unterstützungsmaterial und Geräten. Ob der Summe regte Tassilo Strobl (CSU) an, einen „Langfristplan“ von der Organisation anzufordern, damit für den laufenden Etat eine Kalkulationsgrundlage vorliegt.

Die Pfennigparade Phönix Schulen und Kitas GmbH hatte einen Antrag über 7507,26 Euro für den Bau einer barrierefreien Kugelstoßanlage für die „Inklusive Natur-, Sport- und Erlebnisland­schaft“ auf dem Areal am Eck zwischen der Isar und dem Oberföhringer Wehr eingereicht.

Vor knapp fünf Jahren hatte der Stromanbieter E.on das etwa 8000 Quadratmeter große Grund­stück – kurz „Insel“ bezeichnet – per Schenkung an die Pfennigparade übertragen. Mit einem Auf­wand von rund 1,5 Millionen Euro wird die Nutzung des Freizeitgeländes erweitert und barrierefrei gemacht. Neben dem bestehenden Sportareal mit einem Fußballplatz, dem Vereinshaus und einer kleinen Werkstätte entstehen Felder für Basket- und Volleyball, ein Hartplatz sowie besagte Kugel­stoßanlage für Rollstuhlfahrer und Behinderte. Laufen die Maßnahmen wie geplant, dürfte etwa im August das runderneuerte Projekt fertig sein.

Da aus den Antragsunterlagen „kein ausreichender Eigenanteil“ erkennbar war und die GmbH im vergangenen Geschäftsjahr ein dickes Plus erzielt hatte, wurde die Summe in einem einstimmig verabschiedeten Beschluss um 2000 auf 5500 Euro reduziert.

Die „Inklusive Natur-, Sport- und Erlebnislandschaft“, kurz „Insel“, der Stiftung Pfennigparade zwischen Isar und Oberföhringer Wehr: Für den Bau einer barrierefreien Kugelstoßanlage gewährt den Bezirksausschuss 5500 Euro Unterstützung. Foto: hgb

Mit neun gegen drei Stimmen hatte das Untergremium die gewünschte Unterstützung über 1480 Euro der Initiative „Seele einer Stadt“ abgelehnt, was vom Kommunalparlament bestätigt wurde. CSU-Fraktionssprecher Xaver Finkenzeller hatte den fehlenden Stadtteilbezug moniert. Allgemeiner Tenor: es reicht nicht aus, dass die Antragsstellerin in Bogenhausen wohnt und eine Geschäftsfrau aus dem 13. Stadtbezirk das Projekt  – „ein Kunstwerk, das München dienen soll, das versucht, die Seele der Stadt zu erfassen“ – unterstützt. Zumal beim Kulturreferat ein bis dato noch nicht gewähr­ter Antrag über 25 000 Euro eingereicht ist und dieser in der Kostenkalkulation (64 500 Euro, davon mehr als 37 000 Euro für Honorare) bereits eingepreist ist.

Fabian EwaldPfennigparade: 5500 Euro für Kugelstoßanlage