SEM: SPD warnt vor „katastrophalen Folgen“

15. Mai 2020

Hey, Oberbürgermeister Dieter Reiter! Aufgemerkt! Die SPD-Ortsvereine Aschheim / Dornach und Unterföhring warnen in einem offenen Brief an die SPD-Stadtratsfraktion zur Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) im Münchner Nordosten, wo entlang der S-Bahnlinie von und zum Flughafen auf mehr als 600 Hektar zwischen Daglfing, Englschalking und Johanneskirchen nach Plänen der Grün-Roten-Rathauskoalition Wohnraum für 30 000 Menschen sowie viele Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, vor „katastrophalen Folgen“.

Gezeichnet ist das Schreiben von den beiden Vorsitzenden Kevin Cobbe und Thomas Weingärtner. Nach Worten zum Wahlerfolg – „die Zusammenarbeit von Grün und Rot ist eine gute Nachricht; insbesondere in Sachen Mobilität und Umweltschutz werdet ihr in Zukunft viel mehr erreichen können als mit dem „Bremsklotz CSU“ – heißt es (Auszüge):

„Sorgen bereitet uns der Münchner Nordosten. Die dort geplante Stadtentwicklungsmaßnahme soll weiter vorangetrieben werden – mit einer Tendenz in Richtung 30 000 Einwohner*innen. Die Intention, Wohnraum in München zu schaffen, können wir nur unterstützen. Gleichwohl sind wir der Meinung, dass bei einer unzureichend geplanten Maßnahme katastrophale Folgen für die Gemeinden Aschheim ‒ hier insbesondere den Ortsteil Dornach, der sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum betroffenen Gebiet befindet ‒ und Unterföhring zu erwarten sind.“

Und weiter: „Diese bereits mitgeteilten Bedenken möchten wir nun noch einmal bekräftigen. Erstens: Die notwendige ÖPNV-Infrastruktur muss geschaffen sein, bevor die ersten Menschen ihre Wohnungen beziehen. Die Verkehrsbelastung ist bei uns in einigen Bereichen längst unerträglich geworden. Ein unzureichendes Nahverkehrskonzept wäre fatal, wenn dadurch der motorisierte Individualverkehr durch Dornach und über die bereits überlastete Kreisstraße M3 bei Unterföhring geleitet würde.“

Der Siegerentwurf für die SEM Nordost des Büros Rheinflügel Severin für die Variante mit 20 000 Bewohnern (entsprechend etwa 7100 Wohnungen). Die Gebäudeklötze um den See – ein neues Perlach. Bei 30 000 Bewohnern wären’s übrigens rund 10 600 Wohnungen. Das Märkische Viertel in Berlin lässt grüßen. Plan: Architekturbüro Rheinflügel Severin

Zweitens: „Ein „grünes Band“ zwischen der Stadt München und Dornach muss bestehen bleiben, denn sowohl der Mensch als auch die Natur müssen weiterhin Platz zum Atmen haben. Nicht nur für uns im Umland ist die Natur entscheidend für die Lebensqualität, sondern auch für die künftigen Bewohner*innen des Münchner Nordostens.“

Drittens: „Wir brauchen neue und bessere Formen der Beteiligung für die direkt angrenzenden Gemeinden Aschheim und Unterföhring. Diese müssen ein echtes Mitspracherecht beinhalten. Darüber hinaus ist es für uns unverzichtbar, dass nicht nur die Münchner*innen, sondern auch die Bürger*innen der angrenzenden Umlandgemeinden stets umfassend informiert werden.“

Fazit: „Bitte habt Verständnis dafür, dass wir die geplante Maßnahme solange kritisch betrachten werden, bis die Umsetzung der genannten drei Kernforderungen gewährleistet ist. Nur so lässt sich eine für alle Seiten zufriedenstellende Umsetzung der städtischen Pläne erreichen. Freundschaft!“

Fabian EwaldSEM: SPD warnt vor „katastrophalen Folgen“