Schwarzwaldstraße: Ärger seit 15 Jahren

27. Juni 2020

„Das Thema kostet mich noch meinen vorletzten Nerv, es muss endlich eine vernünftige Lösung her“, stöhnte Karin Vetterle, Vize-Vorsitzende des Bezirksausschusses. Der Anlass: Die unhaltba­ren Zustände an den Bushaltestellen Schwarzwaldstraße (Anm. d. Red: an der Eggenfeldener Straße). Erneut forderte jetzt ein Bürger im Kom­munalparlament „Überdachung und Befestigung“ der Busstopps.

Bereits 2005 (!) hatten die Lokalpolitiker eine Verbesserung an diesem Haltepunkt, einen „Wetter­unterstand“ gefordert, was damals von den zuständigen Stadtwerken München (SWM) mit der Begründung abgelehnt worden war, es sei zu wenig Platz vorhanden.

In den Folgejahren erneuerte das Stadtteilgremium mehrfach die Forderung – unter anderem auch mit der Begründung, dass sich die Haltestellen zu nah am Straßenrand befinden und damit Kinder auf dem Schulweg in die Parkstadt gefährdet sind.

„Vor sechs Jahren hat man die Rückseiten der Haltestellen in beiden Richtungen mit mobilen, weiß-roten Bauabsperrungen >gesichert<. Das Ganze soll wohl signalisieren, dass in den kommen­den (20?) Jahren etwas gebaut werden soll. Wir stehen aber noch immer im Regen,“ schimpfte eine Frau bei der Tagung des Kommunalparlaments im Februar und forderte, dass die Münchner Ver­kehrsgesellschaft (MVG) endlich eine ordentliche Haltestelle installiert.

Das ist – siehe die erneute Initiative – bis dato nicht geschehen. Wohl aber wurden Sitzbänke für jeweils fünf Personen in beiden Fahrtrichtungen aufgestellt. Offensichtlich eine „Beruhigungspille“, die bei schlechtem Wetter aber rein gar nichts bringt. Die Anwohnerin: „Das ist kein Ruhmesblatt für die MVG“.

Bushaltestelle Schwarzwald- an der Eggenfeldener Straße stadteinwärts: Unbefestigt, mit Baustellenbarken, die bei Sturm immer wieder umkippen, nach hintern „abgesichert“. Foto: hgb

Den Hintergrund für das Problem erläuterte wiederholt CSU-Lokalpolitiker Peter Rein­hardt: „Die Flächen hinter den Haltestellen gehören nicht der Stadt, sie befinden sich in Privatbesitz. Das haben wir ja bei einem Ortstermin erfahren.“

Wie dem auch sei. Im jüngsten, einstimmig gefassten Beschluss des Bezirksausschusses heißt es: „Die MVG wird aufgefordert, endlich gemeinsam mit dem Grundstückseigentümer – offensichtlich der Freistaat Bayern, der den Streifen zwischen der A94 und der Eggenfeldener Straße besitzt – eine vernünftige und sichere Lösung zu finden.“

Bushaltestelle Schwarzwald- an der Eggenfeldener Straße stadtauswärts: Nah am Fahrbahnrand, die rot-weißen Baustellenbarken rutschen bereits (wieder) ab. Foto: hgb

Fabian EwaldSchwarzwaldstraße: Ärger seit 15 Jahren