S-8-Tunnelbau: „Mit Fonds finanzieren“

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Spektakulärer und vom Corona-Sondergremium des Bezirksausschusses einstimmig verabschiedeter Vorschlag der CSU-Lokalpolitiker Sabine Geißler und Xaver Finkenzeller im Kommunalparlament:

Für den geplanten, knapp drei Kilometer langen Tunnel und den viergleisigen Ausbau der S8 zwischen Daglfing, Englschalking und Johanneskirchen soll die Stadt zur Finanzierung die Ausgabe von Bürgerfonds prüfen, um das Projekt teilweise oder ganz zu finanzieren.“

Gemäß Antrag sollen die Bürgerfonds mit einer relativ langen Laufzeit von mindestens 30 Jahren und einem niedrigen Zinssatz von deutlich unter einem Prozent ausgestattet werden. Die Bonds sollten zuerst betroffenen Anliegern und Anwohnern in den angrenzenden Stadtteilen angeboten werden. Und: „Wird so die angestrebte Finanzierungssumme nicht erreicht, kann die Berechtigung für den Erwerb generell geöffnet werden“.

In der Begründung der Initiative heißt es:

„Die Untertunnelung ist ohne Zweifel die wünschenswerte Lösung. Die Realisierung droht im Moment an der Finanzierung zu scheitern, trotz der früheren Zusage des damaligen Oberbürgermeisters Ude. Die Ausgabe von Bonds könnte das Finanzierungsproblem lösen. 

Fürwahr: Angesichts der städtischen Haushaltslage – in diesem Jahr müssen weit mehr als 500 Millionen Euro eingeplante Ausgaben gestrichen werden – eine großartige Idee.

Zum Hintergrund: Die Deutsche Bahn (DB) will an der Oberfläche bauen, weil das günstiger und schneller geht – kalkuliert dafür rund 890 Millionen Euro Kosten und etwa sechs Jahre Bauzeit. Der von der Stadt, dem Bezirksausschuss und vielen Bürger geforderte Tunnel würde rund 2,4 Milliarden Euro verschlingen und der Bau geplante zwölf Jahre dauern. Besagte knapp 900 Millionen Euro müsste die DB wohl auch für den Tunnel aufbringen, den „Rest“, rund 1,5 Milliarden Euro, müsste die Stadt und teils der Freistaat aufbringen.

So könnte der S-Bahnhof Englschalking bei Ausbau der S-8-Strecke in einem Tunnel aussehen.      Visualisierung: 2020 vectorvision / DB Netz AG

Die drei Ausbauvarianten ebenerdig, Trog und Tunnel hat die DB in einer Grobuntersuchung geprüft. Sie kommt gegenüber dem Bundesverkehrsministerium als Auftraggeber zu dem Ergebnis, dass nur die ebenerdige Variante weiterverfolgt werden soll. Deshalb hat der Stadtrat beschlossen, sechs Millionen Euro Kosten für die Feinplanung einer Tunnellösung zu übernehmen, die parallel zur oberirdischen Variante vom Bahnkonzern erarbeitet werden soll.

Fabian EwaldS-8-Tunnelbau: „Mit Fonds finanzieren“