19. Juli 2021

 

Musikschule & Circus Baldoni: Bare Hilfe

Die staatliche Summe von rund 72 000 Euro an Unterstützungen für Vereine und Organisatio­nen gewährten die Mitglieder des Kommunalparlaments bei ihrer jüngsten Tagung. Stand Anfang Juli standen dem Bezirksausschusses Bogenhausen fürs laufende Jahr einschließlich eines „Rest­betrags“ aus dem vergangenen Jahr rund 201 000 Euro zu Verfügung. Dieser Betrag ist folglich aktuell auf 129 000 Euro „geschrumpft“. Die einzelnen Maßnahmen:

  • Der Münchner Kreis für Volksmusik, Lied und Tanz e.V. – Leiter ist seit zwölf Jahren Moritz Demer, aktuell sind 350 Schüler jeden Alters plus viele Erwachsene registriert – hatte bereits Ende vergangenen Jahres für technische Ausrüstung, Veranstaltungen, Ausstellung, Ausbildung und Co­rona bedingtem Online-Unterricht sowie für die 50-Jahr-Feier eine Unterstützung über knapp 50 000 Euro beantragt. In einer neuen Fassung wurden diverse Posten gestrichen, nunmehr 23 500 Euro für die Maßnahme „Münchner Schule für Bairische Musik 2021“ erwünscht.

 

Für die Gewährung dieses Betrags plädierten vehement Robert Brannekämper („der Verein braucht das Geld jetzt, im August geht’s wieder richtig los“) und Peter Reinhardt (beide CSU; „bitte großzü­gig unterstützen, der Verein ist eine Institution im Stadtbezirk“). Gegen die Stimmen der Grünen (mit einer Ausnahme) und des Linken-Vertreters, die einen Teils des Antrags ganz, den anderen ledig­lich zur Hälfte fördern wollten, genehmigte das Kommunalparlament besagte 23 500 Euro.

  • Der Circus Baldoni, der laut Marko Poggenpohl (SPD), Vorsitzender des Untergremiums Kultur, Soziales und Vereine, von der Stadt die Genehmigung hat, bis 30. September auf der Cosimawiese zu verbleiben, beteiligt sich an der Aktion „Sommer in der Stadt“, die bis 26. September läuft. Zir­kus-Chef Anton Kaiser hatte dafür 23 330 Euro als Unterstützung beantragt. „Wir sind dagegen, diesen Zirkus pauschal zu finanzieren“, lederte Grünen-Sprecher Samuel Moser. Poggenpohl vermittelte: Es werden (ohne Betriebskostenzuschuss) 17 700 Euro für den Auf- und Abbau des Zelts gewährt; der Eintritt zu Veranstaltungen im Rahmen der Aktion beträgt fünf Euro pro Person.
Circus-Baldoni-Chef Anton Kaiser und sein Team machen mit bei der Aktion „Sommer in der Stadt“, die bis 26. September läuft. Der Bezirksausschuss unterstützt den Auf- und Abbau des Zelts finanziell. Foto: hgb
  • Der KulturBürgerHaus-(KBH)Trägerverein – dem Vorstand gehören Salim Boutaieb-Grosch, Christine Kalkhof, Vincent Kraupner, Manuela Lehmann und Felizitas Mussenbrock-Strauß an – veranstaltet am Samstag, 18. September, 14 bis 21.30 Uhr, ein Sommerfest im Café GeQo und in den umliegenden Räumlichkeiten. Dafür gewährte der Bezirksausschuss einen Zuschuss von 3500 Euro.

 

  • Für die Instandsetzung des Bodens im Vereinsheim im Bürgerpark Oberföhring erhält die Fa­schingsgesellschaft Feringa Johanneskirchen die beantragte Summe von 10 423 Euro.

 

  • Den Förderverein Friedensengel – 1983 ins Leben gerufen, um Mittel für die Restaurierung zu sammeln – unterstützen die Bogenhauser Lokalpolitiker für den „Sommertraum 2021“ (Straßenfest vom 30. Juli bis 8. August rund um die Prinzregenterrasse) mit 8000 Euro.

 

  • 2500 Euro gewährte das Bogenhauser Kommunalparlament dem Verein Isarlust für die Aktion „Kulturlieferdienst“ (läuft bis 31. Dezember), eine Veranstaltungsreihe zur Rettung der Münchner Kunst- und Kulturszene.

 

  • „verzeichnet“ ist eine Ausstellung der „Neuen Münchner Künstlergenossenschaft“ (NMKG) betitelt, die vom 2. bis 26. September läuft. Die Schau wird mit 4287 Euro unterstützt.

 

  • Der Gehörlosenverband München und Umland (GMU), Sitz an der Lohengrinstraße, erhält für sein Sommerfest am 16. Juli den Betrag von 1182 Euro.

 

  • Die Hildalgo gGmbH veranstaltet am 11. September ein Kunstlied-Festival, Titel „Street Art Song“. Der beantragte Zuschuss über 1000 Euro wurde bewilligt.

 

  • 4227 Euro hatte der Verein Condrobs für eine „pädagogische Freizeitmaßnahme für sieben suchtkranke junge Frauen“ in den Sommerferien beantragt. Die Lokalpolitiker verwehrten die Gewährung einstimmig. Ihrer Ansicht nach fehlt einerseits der Bezug zum Stadtteil, andererseits sei dafür das Sozialreferat der Stadt zuständig. Zudem gab es zahlenmäßige Ungereimtheiten in den Unterlagen