Montgelas- / Möhlstraße: Roter Radweg

19. August 2021

Ob für Radfahrer oder vor allem Fußgänger – der Kreuzungsbereich Montgelas- / Möhlstraße und in Verlängerung der Treppenabgang Kufsteiner Straße ist eine der gefährlichsten Stellen in Bogenhausen. Immer wieder, ja regelmäßig, kommt es zu brenzligen Situationen. Seit Jahren wird über Verbesserungen und Umgestaltungen diskutiert. Jetzt werden erste Maßnahmen umge­setzt; die Situation soll bis Jahresende „beobachtet und gegebenenfalls nachgesteuert werden“.

Blickwinkel I

Blickwinkel I: Der Autoverkehr (li. im Bild bergabwärts auf der Montgelasstraße) hält bei Rotlicht der Ampel, Radfahrer hingegen brausen durch bei gleichzeitigem Grün für Fußgänger von und zur Möhlstraße. Warum eigentlich kein Rotlicht für Radler? Foto: hgb

Bei einem Ortstermin mit Mitgliedern des Bezirksausschusses, Vertretern des Mobilitätsreferats und der Polizeiinspektion 22 wurden Möglichkeiten für mehr Sicherheit erörtert und abgestimmt:

Der Radweg über die Montgelasstraße, kommend von der Möhlstraße, wird rot eingefärbt; an der Montgelasstraße eine Haltelinie am Radweg angebracht. Am westseitigen Ampelmast an der Möhlstraße wird ein Warnschild „Vorsicht Fahrradfahrer“ mit dem Zusatzschild „Radverkehr kreuzt“ montiert.

Auslöser der allermeisten gefährlichen Verkehrssituationen sind Radfahrer, die vom Herkomer­platz bergabwärts fahren, ohne jegliche Rücksicht auf andere im Kreuzungsbereich ihr Vorfahrts­recht durchsetzen. Wobei fahren die falsche Formulierung ist – zutreffender ist rasen. Vielfach sind die besagten Radler nämlich – ob mit oder ohne E-Antrieb – schneller unterwegs als parallel fahren­de Autos. Also mit Geschwindigkeiten zwischen 45 und 60 km/h.

Blickwinkel II

Blickwinkel II: Der Weg über die Montgelas- von der Möhlstraße wird rot eingefärbt. Ob’s was bringt? Wenn die querenden Radfahrer (und natürlich auch Fußgänger) die bergab fahrenden Radler, oft von parkenden Autos verdeckt, nicht „erfassen“ – dann wird’s gefährlich. Foto: hgb

So kommt es im sehr engen Bereich des Rad- und Fußwegs auf Höhe der Übergangsampel Möhl­staße in der Montgelasstraße zwangsläufig immer wieder zu Konflikten. Fußgänger springen zur Seite oder nach hinten, ja müssen irgendwie ausweichen, um nicht gerammt zu werden, Mütter rei­ßen oft ruckartig den Kinderwagen zurück, um nicht an- oder gar umgefahren zu werden. Beim Fo­totermin vor Ort wurde eine junge Frau (auf Grün für Fußgänger wartend) von einem Radl-Rambo leicht gestreift, ein Rentner machte erschrocken abrupt mehrere Schritte rückwärts Richtung Treppenabgang zur Kufsteiner Straße.

Um das alles in den Griff zu bekommen, wird in der Montgelasstraße abwärts unmittelbar vor der Kreuzung eine Bodenmarkierung mit der Aufschrift „Vorsicht Fußgänger“ sowie ein Warnschild „Vorsicht Fußgänger“ mit einer Zusatztafel „Langsam fahren“ angebracht. Und, so steht’s im Pro­tokoll: „Oberhalb des Warnschilds wird eine orange Warnleuchte installiert. Sie soll an die Ampel­funktion angebunden werden und bei >Rot< für den motorisierten Verkehr blinken.“

Rot gefärbter Radwegübergang, Schilder, Tafeln, Blinklicht – ob das alles zu mehr Sicherheit führt? Wohl mehr als fraglich. Statt Blink- oder Warnlicht – wenn schon Geld investiert wird – wie wär’s denn mit einer Ampel für die Fahrradfahrer, gleichgeschaltet mit den Autoverkehr? Würde sich von der Polizei leicht überwachen lassen, würde sich bei Verstößen mit verbundenen Bußgeld >herumsprechen<, würde Wirkung im Geldbeutel und beim Verhalten zeitigen.

Fabian EwaldMontgelas- / Möhlstraße: Roter Radweg