Tischtennis im Pühnpark: Lärm! Drogen?

05. August 2021

Tischtennis im Pühnpark: Lärm! Drogen?

„Die Anwohner, rund 700 Personen, beschweren sich massiv über die von den Tischtennisplatten im Pühnpark ausgehende Lärmentwicklung. Bei jedem Kontakt des Balls mit den Platten bzw. den Schlägern ist das >Klack<-Geräusch in den Wohnungen zu hören. Die Platten werden bis in den Winter und spät abends bespielt, so dass das Thema nicht nur in den Sommermonaten relevant ist. Auch treffen sich dort inzwischen fast täglich Jugendgruppen, die bis in die Nacht verweilen, Alkohol / Drogen konsumieren, lautstark feiern und große Mengen Müll hinterlassen.“

Herbe Vorwürfe, ja heikle Anklagen, mit denen sich die Verwaltung zweier Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) an der Denninger Straße 134 / 150 schriftlich an den Bezirksausschuss gewandt hat. Lärm? Nun ja. Alkohol? Drogen? – heftig. Und die Beweise? „Die Polizei war bereits wiederholt gerufen worden und im Einsatz vor Ort“, so steht’s geschrieben. Lokalpolitikerin Karin Vetterle (SPD) hatte bei der Inspektion 22 nachgefragt – Ergebnis: „Es hat bis dato sechs Einsätze gegeben, davon vier wegen Lärmbeschwerden.“

Bäume und dicke Büsche schirmen im Sommer die Wohnbebauung entlang der Denninger Straße von den beiden Tischtennisplatten im Pühnpark ab. Dringen da die >Klack<-Geräusche durch? Foto: hgb

Der Verwalter weiter: „Bereits bei der Planung / Umsetzung hatten Anwohner gegen die beiden Tischtennisplatten interveniert, weshalb deren Standort um 29 Meter versetzt wurde. Leider hat dies nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Wir bitten mit Nachdruck, die neuen Tischtennisplatten in einem anderen der nahe gelegenen Parks aufzustellen, damit es im Pühnpark nicht zu noch größeren Problemen kommt.“

Das hatte man bei einem Ortstermin – ohne die Vertreter des Kommunalparlaments zu unterrichten oder gar einzuladen – „von einer städtischen Vertreterin per Zufall“ (Zitat Anwohner) erfahren. Bezirksausschuss-Chef Florian Ring (CSU) stellte klar, dass er die diesbezüglichen Unterlagen anfordern wird.

Schon seltsam, dass ein Hausverwalter die Funktionen des Bezirksausschusses nicht kennt und / oder das Gremium ignoriert, die gewählten Vertreter Bogenhausens umgeht. Offensichtlich aufgeklärt, wurde dann ein Mitglied des Verwaltungsbeirats als Vertreter in das Untergremium Bildung und Sport schickt, um das Anliegen darzulegen. Und auch für diesen Mann war >Bezirksausschuss< ein Fremdwort …

Zu Alkohol und Drogen: kein einziges Wort dazu seitens des Verwaltungsbeirats, kein einziges Wort dazu seitens eines Mitglieds des Bezirksausschusses! Unverständlich!

Kahle Bäume und dürre Büsche im Frühjahr zwischen den Tischtennisplatten im Pühnpark und den hinter dem kleinen Wall befindlichen Wohnblöcken. Klar: Tischtennis-Ping-Pong dringt durch. Foto: hgb

Der Hintergrund zu den neuen Tischtennisplatten: Am Jahresanfang von einem Bürger (!) beantragt, Mitte Januar von den Lokalpolitikern beraten, gutheißen und bei der Stadt eingereicht, Ende März von der Verwaltung bewilligt – „im Lauf des zweiten Quartals“ wird die Maßnahme umgesetzt. Zwei weitere Tischtennisplatten auf der vorhandenen Fläche in der Grünanlage an der Denninger- / Ecke Weltenburger Straße. Bis dato ist davon aber nichts zu sehen.

„Wir sind nicht gegen Tischtennis. Aber noch zwei Tischtennisplatten, das ist ein bisschen zu viel für den kleinen Park. Alles schön und gut, es hat aber seine Grenzen. Wir hören jedes Plopp-Plopp, hören auf den Balkonen fast jedes Wort von sich unterhaltenden Spaziergängern“, so der Anwohner. Einige Unterausschuss-Mitglieder horchten auf – offensichtlich kein Lärmproblem, wohl eher ein Schallproblem bei den U-förmigen Wohnblöcken, die wie ein Schalltrichter wirken.

Dazu Aussagen wie „Kann mir vorstellen, dass es nervig ist“, so eine Lokalpolitikerin. Eine andere sagte „der Verkehr an der Denninger Straße ist deutlich lauter“. Und der Anwohner: „Das Problem ist aktuell. Elektronische Musik ist bis zwei, drei Uhr nachts zu hören. Es laufen Anzeigen. Verlegen Sie die neuen Platten in den Zamilapark oder in den Denninger Anger.“

Einstimmig beschlossener Lösungsvorschlag, gemeinsam von Ring und seiner Vertreterin Vetterle erarbeitet: „Das Gartenbau-Referat wird gebeten, für die Aufstellung der weiteren zwei Tischtennisplatten eine andere Stelle im Pühnpark alternativ in einem weiteren Bereich im Denninger Anger oder im Zamilapark in Abstimmung mit dem Bezirksausschuss zu suchen. Vorab wird gebeten, eine Stellungnahme zum Ortstermin mit den Bürgern zu übermitteln. Das Thema wird im Ausschuss erneut aufgenommen, wenn die Stellungnahme sowie der Vorschlag für einen anderen Standort vorliegen.“

 

 

Fabian EwaldTischtennis im Pühnpark: Lärm! Drogen?