Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) wird gebeten, dem Bezirksausschuss „zeitnah einen verbindlichen Termin für die Einführung der Gelben Tonne im Stadtbezirk mitzuteilen“. Darüber hinaus wollen die Lokalpolitiker „eine klare Aussage, wann die veralteten Glascontainer durch barrierefreie Modelle ersetzt werden.“
Die Begründung: Beschwerden der Bürger über verschmutzte, überfüllte und nicht zur Zufriedenheit gereinigte Wertstoffcontainer sind inzwischen ein Dauerbrenner im Bezirksausschuss. Mit der Einführung der Gelben Tonne wird die Verantwortung auf die Haushalte übertragen, wodurch das Problem an der Wurzel gepackt werden kann. Das würde nicht nur das AWM entlasten, sondern ebenso die beauftragten Dienstleister Remondis und Wittmann sowie das Kommunalparlament, da sich dann endlich wieder dringend(er)en Aufgaben widmen könnten.
Auch der baldige Austausch der alten Glascontainer gegen barrierefreie Varianten würde einen spürbaren Beitrag leisten. Nur so ist gewährleistet, dass auch mobilitätseingeschränkte Personen und Kinder Wertstoffe selbstständig und ordnungsgemäß entsorgen können – ohne akrobatische Einlagen oder Improvisationstalent.
Hintergrund: Der Stadtrat hat im Dezember 2022 die Durchführung eines Pilotversuchs mit verschiedenen Holsystemen für Verpackungen (Konservendosen, Kunststoffverpackungen, TetraPaks) beschlossen, um zu beurteilen, welches das beste System für München ist. Ab Januar 2024 wurden in Solln, Schwanthalerhöhe, Allach, Schwabing-Mitte und im Lehel zusammen mit den dualen Systemen unterschiedliche Holsysteme (Wertstofftonne, Gelbe Tonne, Gelber Sack) getestet. Im Sommer 2025 hatten die Rathaus-Politiker der Einführung der Gelben Tonne zugestimmt.
Edwin Grodeke, Leiter des Kommunalreferats, zur Anfrage: „Derzeit sind die Verhandlungen zwischen dem AWM und dem Verhandlungsführer Duales System Deutschland (Anm. d. Red.: DSD; bekannt durch den >Grünen Punkt<) noch nicht vollständig abgeschlossen. Der Verhandlungsführer der DSD hat die Vorgabe einer konkreten Reihenfolge von Stadtgebieten, in denen die Gelben Tonnen aufgestellt werden sollen, abgelehnt. Demnach muss das Ergebnis der Ausschreibung durch die DSD mit der Feststellung des / der Entsorger(s) ab 2027 abgewartet werden. Mit dem / den zuständigen Entsorger(n) wird der AWM die konkrete Reihenfolge der aufzustellenden Gelben Tonnen abklären. Daher kann zu diesem Punkt noch keine konkrete Aussage getätigt werden. Der AWM konnte lediglich vorgeben, dass die Gelben Tonnen zuerst in den Gebieten mit weniger Platzproblemen aufgestellt werden, bevor die Gebiete mit Platzproblemen (Innenstadt) Gelbe Tonnen bekommen. Diese sollen ab dem 1. Januar 2027 geleert werden.“
Zum Austausch von Glascontainern in barrierefreie Modelle: „In der Abstimmung des AWM mit den DSD zur Glaserfassung für den Zeitraum bis Ende 2028 konnte die flächendeckende Aufstellung von barrierefreien Depotcontainern nicht verpflichtend vereinbart werden. Es wurde jedoch die Formulierung aufgenommen, dass die Stadt es begrüßt, würden >im Fall eines Austauschs von Containern bzw. der Neueinrichtung von Standplätzen … barrierefreie Container … aufgestellt<. Die DSD können mangels rechtlicher Handhabe nicht dazu verpflichtet werden, von der bundesweiten Norm abweichende und dadurch kostenintensivere Depotcontainer aufzustellen. Daher kann der AWM keine kurzfristige, flächendeckende Ausstattung aller Wertstoffinseln mit barrierefreien Depotcontainern einfordern.“

