München Weltstadt mit Herz“? oder (seit 2005) „München mag Dich?“ – von wegen! Exemplarisch dafür und dass vieles in der Stadt nicht (mehr) funktioniert ein Antrag bei der Bürgerversammlung. Eine Frau erklärte im Namen der betroffenen Elternschaft des Hauses für Kinder in der Oberföhringer Straße 224a:

„Unsere Einrichtung wurde vor mehr als einem Jahr mit großer Freude bezogen. Doch seit dem ersten Tag blicken unsere Kinder tagtäglich durch einen Bauzaun auf ein fertiges, einladendes Spieleparadies mit einer Rutsche, einem großen Sandkasten und einem Wasserspielplatz. Ein Paradies, das ihnen jedoch seit mehr als zwölf Monaten verwehrt bleibt.“

Der (erste einstimmig verabschiedete) Antrag: Die Stadt (Baureferat sowie Referat für Bildung und Sport) soll endlich vollständige Transparenz schaffen, die Restarbeiten forcieren und – sollte es dennoch länger dauern – zumindest sichere Teilbereiche innerhalb der nächsten drei Monate freigeben. Drei Maßnahmen sollen „unverzüglich umgesetzt“ werden:

► Die vollständige Offenlegung aller baulichen Mängel und abnahmerechtlichen Gründe, die einer Freigabe aktuell noch entgegenstehen.

► Die priorisierte und forcierte Durchführung aller notwendigen Nachbesserungen am gesamten Spielbereich, um eine baldige Gesamtabnahme zu erwirken.

► Die Umsetzung einer schrittweisen Öffnung sicherer Teilbereiche innerhalb von maximal drei Monaten – sollten die Mängel an einzelnen Geräten bis dahin nicht vollständig behoben sein.

Das Haus für Kinder ist eine (gruppenübergreifende) Kindertageseinrichtung für Mädchen und Buben im Alter von 0 Jahren bis 11 Jahren. Zum Stichwort Außenanlagen heißt es unter anderem auf der Internet-Seite: „Zur Einrichtung gehört ein eigener großer Garten mit wunderbaren Spielmöglichkeiten. Hier können unsere Kinder klettern, rutschen, balancieren, im Sand spielen. Fahrzeuge und Spielsachen stehen zur Verfügung.“ Theoretisch. Die Fakten sehen anders aus.

Die Frau in ihrem Vortrag (Auszüge; bearbeitet): „Sie können sich kaum vorstellen, was das für die Kinder emotional bedeutet. Sie haben ihr Glück jeden Tag direkt vor der Nase, dürfen es aber nicht anfassen. Das führt im Kita-Alltag zu Trauer und Frustration. Kleine Krippenkinder versuchen bereits verzweifelt, mit ihren Händen durch die engen Lücken der Absperrung wenigstens ein paar Körner Sand zu erhaschen. Die etwas größeren Kinder versuchen sogar manchmal, die schweren Absperrgitter Zentimeter für Zentimeter zu verschieben.

Als liebevoller, aber völlig unzureichender Ersatz dient derzeit im Garten eine etwa 60 Zentimeter kleine Feuerschale, in die Sand geschüttet wurde. Dass sich darum jeden Tag Dutzende Krippen- und Kindergartenkinder drängen müssen, führt im pädagogischen Alltag natürlich zu massiven Konflikten. Vor allem die Kleinsten haben dadurch aktuell überhaupt keine adäquate Möglichkeit, sich altersgerecht im Freien zu bewegen. Es ist für uns Familien nicht mehr nachvollziehbar, warum Nachbesserungen bei einer Spielplatzabnahme weit über ein Jahr andauern können, ohne dass ein Ende absehbar ist.“

Haus für Kinder an der Oberföhringer Straße 224a: Vor rund einem Jahr bezogen, doch seitdem ist das (fertige) Spieleparadies mit Rutsche, Sandkasten und Wasserspielplatz durch einen Bauzaun abgesperrt – sehr zum Ärger der Eltern.    Foto: hgb