Die Wiedereinführung der Möglichkeit der Bargeldzahlung parallel zur Kartenzahlung in den Zweigstellen der Stadtbibliothek München“ – das forderte Im März die CSU-Fraktion, Initiative Brigitte Stengel, Elisabeth Pangerl und Fraktionssprecher Robert Brannekämper, im Bezirksausschuss. Das Ziel: Mit Blick auf mehr Bürgernähe und verbesserte soziale Teilhabe sollen die Zahlungsmodalitäten in allen Filialen der Stadtbibliothek so gestaltet sein, dass neben der elektronischen Zahlung weiterhin auch Bargeld akzeptiert wird. Das Kommunalparlament votierte einhellig dafür.
Rückblick zur Begründung: „Die Beschwerde eines Bürgers gibt Anlass zu Handlungsbedarf. Sie bezieht sich auf die Tatsache, dass eine Reihe von Filialen der Stadtbibliothek München mittlerweile ausschließlich auf Kartenzahlung umgestellt haben. Dies gilt unter anderem für die Zweigstellen Allach-Untermenzing, Bogenhausen, Hadern, HP8 (Gasteig-Standort), Moosach, Neuperlach, Ramersdorf, Schwabing und Sendling.
Die ausschließliche Akzeptanz von Kartenzahlungen führe zu einer Einschränkung der Nutzbarkeit öffentlicher Dienstleistungen für Bürger, die weiterhin Wert auf Barzahlung legen oder nicht über geeignete Zahlungsmittel (zum Beispiel EC- / Kreditkarte oder Smartphone) verfügen.“
Und weiter: „Insbesondere ältere Menschen, Kinder und Jugendliche ohne eigene Karte sowie Personen, die aus finanziellen, technischen oder datenschutzrechtlichen Gründen keine bargeldlose Zahlung nutzen möchten, werden durch die derzeitige Regelung benachteiligt.
Die parallele Bereitstellung von Bar- und Kartenzahlung entspricht dem Grundgedanken bürgernaher Verwaltung und trägt zur Niedrigschwelligkeit und sozialen Teilhabe bei. Zudem sind spontane Nutzungen wie kurzfristiger Kauf einer Tageskarte oder Begleichung kleiner Gebühren mit Bargeld oft schneller und unkomplizierter möglich.“
Die Antwort des Kulturreferats (Auszüge; bearbeitet): „In den Stadtbibliotheken beobachten wir seit Jahren, dass die Bargeldzahlungen kontinuierlich abnehmen und unsere Nutzer ihre ausstehenden Beträge immer öfter mit Geld- oder Kreditkarte oder gleich online begleichen.
Zugleich sind Bargeld-Geschäfte in öffentlichen Einrichtungen mit einem großen personellen und finanziellen Aufwand verbunden: Die damit betrauten Mitarbeitenden müssen eigens geschult werden und tragen die Verantwortung für die Kasse; mit hohen Kosten verbunden sind die Geldtransporte, die üblicherweise geringere Summen transportieren, als sie von uns für diese Leistung erhalten.
Nach wiederholten Einbrüchen in einigen Bibliotheken – immer auch ein Schock für die dortigen Kolleginnen und Kollegen – haben wir uns entschlossen, die Möglichkeit zur Bargeldzahlung einzuschränken. Völlig abgeschafft haben wir sie nicht: Es gibt weiterhin Standorte, an denen Bargeld angenommen wird.
Mit der Umstellung einiger Bibliotheken auf bargeldlose Bezahlung tragen wir auch zur Konsolidierung des städtischen Haushalts bei; andernfalls würden vermutlich Umfang und Vielfalt des Bestands diese Kürzungen zu spüren bekommen.“

