Per Antrag im Rathaus wollen die CSU-Stadträte Fabian Ewald, Jens Luther und Rudolf Schabl den Krähen an den Kragen. Endlich, endlich mag sich so mancher Bürger denken, denn Krähen haben sich im Nord- und Südosten Münchens im Lauf der Jahre zu einer Plage entwickelt. Schon mehrfach haben im Raum Bogenhausen Dutzende der schwarzen Vögel Gärten regelrecht besetzt und vieles beschädigt. Und der Denninger Anger zwischen den Sportanlagen der TS Jahn und der Richard-Strauss-Straße wird von vielen meist kurz und prägnant >Krähenwiese< benannt. Ein Hauch Hitchcock aus dem Horrorfilm „Die Vögel“.
In der Initiative von Ewald heißt es: „Die Stadt wird aufgefordert, ein Konzept für ein Krähenmanagement im Münchner Osten zu erarbeiten und umzusetzen. Das Vorgehen ist dabei interkommunal mit den Gemeinden Haar, Aschheim und Unterföhring sowie Unterhaching und Neubiberg abzustimmen. Auf Grundlage bestehender Pilotprojekte in Bayern sind konkrete Maßnahmen vorzubereiten. Insbesondere die Entnahme von Nestern (unter Beachtung artenschutzrechtlicher Vorgaben), der Einsatz von Greifvögeln durch bestellte Falkner, und perspektivisch auch nachhaltige Vergrämungsmaßnahmen nach Abschluss und Auswertung laufender Modellversuche. Dem Stadtrat ist regelmäßig über die Entwicklung der Populationen und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu berichten.
In der Begründung des Antrags heißt es (Auszüge bearbeitet): „Die Population der Saatkrähen hat in Bayern in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen. 2025 lag der Bestand laut dem Bayerischen Landesamt für Umwelt bei etwa 21 400 Brutpaaren, der mittlere jährliche Zuwachs liegt seit 2008 bei 8,8 Prozent. Parallel dazu hat sich das Verhalten der Tiere verändert: Saatkrähen siedeln zunehmend in urbanen Räumen und bilden dort große Kolonien, häufig in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten.
Dies führt im Nord- und im Südosten zu erheblichen Belastungen, wie einer massiven Lärmbelästigung, der massiven Verkotung von Balkonen und Gebäuden, Fahrzeugen und öffentlichen Flächen, der Beeinträchtigung der Aufenthaltsqualität in Grünanlagen und zu zunehmenden Konflikten zwischen Artenschutz und berechtigten Interessen der Bevölkerung. Zudem greifen Krähen andere, teilweise auch geschützte Tierarten an. Erfahrungen aus Bayern zeigen, dass isolierte, örtlich begrenzte Maßnahmen wenig wirksam sind, da sich Kolonien bei Vergrämung verlagern (>Splitterkolonien<) oder in benachbarte Gemeinden ausweichen.
Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, ein strukturiertes Krähenmanagement für den Münchner Osten vorzubereiten, um die Situation für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger spürbar und nachhaltig im kommenden Jahr zu verbessern.“
