Die Stadt wird gebeten, in Kooperation mit dem Freistaat Bayern in der Effnerstraße (Staatsstraße 2088) stadtauswärts auf Höhe der Zufahrt von der Johanneskirchner Straße eine Topo-Box aufzustellen, die sowohl die Effnerstraße als auch die Abfahrt erfasst. Der Abschnitt an der Effnerstraße ist hier aus Lärmschutzgründen auf 60 km/h beschränkt.“ Diesem Antrag stimmten die Stadtteilvertreter unlängst einstimmig zu. Gleichwohl: Initiative abgelehnt, der Baulastträger der Effnerstraße (Staatliches Bauamt Freising, Straßenbau) ist zuständig.

In der Begründung war ausgeführt worden: Die Geschwindigkeitsbegrenzung wird von einer Vielzahl von Pkw- und Motorradfahrern regelmäßig – insbesondere an sonnigen Tagen – ignoriert, so dass die Lärmschutzfunktion keinerlei Wirkung hat, worunter die Anwohner leiden. Aus diesem Grund soll eine Topo-Box installiert werden.

Was ist eine Topo-Box? Mit diesem Messgerät ist es möglich, Verkehrsdaten – Menge, Fahr­zeugart, Lärm, Uhrzeit und auch Geschwindigkeit – zu erfassen, wobei aber nicht „geblitzt“, also kein Bußgeld fällig wird. Das Gerät, ein wenig größer als eine Schuhschachtel, wird am Straßenrand aufgestellt beziehungsweise an einem Schild montiert. Die Daten können über eine Schnittstelle zur Auswertung übertragen werden.

Die Kosten für den Einsatz eines Geräts belaufen sich pro Woche auf rund 600 Euro. Um für beide Fahrtrichtungen verlässliche Daten zu erhalten, werden zwei Boxen benötigt, sodass die Gesamtkosten für einen einwöchigen Zeitraum bei rund 1200 Euro liegen.

Die Antwort des Mobilitätsreferat: „Das Mobilitätsreferat ist nicht für Lärmmessungen und auch nicht für Geschwindigkeitsmessungen durch Topo-Boxen außerhalb von Tempo-30 Zonen zuständig.“ Die eingeholten Stellungnahmen des Referats für Klima und Umwelt (RKU) zum Thema Lärmbelastung und der Polizei zum Thema Geschwindigkeitsmessungen außerhalb von 30er-Zonen:

Von der vielbefahrenen Effnerstraße geht eine hohe Lärmbelastung aus. Die Höhe der Lärmpegel kann der Lärmkarte des Landesamts für Umwelt aus dem Jahr 2022 entnommen werden (https://www.umweltatlas.bayern.de/mapapps/resources/apps/umweltatlas/index.html?lang=de&dn=lfu_domain-laerm)

Im Bereich nördlich der Johanneskirchner Straße stadtauswärts betragen die Lärmpegel an den Wohngebäuden im Fritz-Meyer-Weg bis zu 68,2 dB(A) tagsüber und bis zu 58,7 dB(A) nachts (Fritz-Meyer-Weg 25b). Messungen geben Momentansituationen für einen Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder. Verkehrslärmmessungen führen nicht zu reproduzierbaren und repräsentativen Ergebnissen (Witterungsbedingungen, Verhalten der Autofahrer, Störgeräusche). Deshalb können mit Messergebnissen auch keine nachvollziehbaren Vergleiche erstellt werden. Grundlage für die Berechnungen sind unter anderen die Angaben zu Anzahl, Art und Geschwindigkeit der verkehrenden Fahrzeuge, Oberflächenbeschaffenheit der Fahrbahn, vorhandene Steigungen.

Aus fachlicher Sicht stellt eine Geschwindigkeitsreduzierung von 60 km/h auf 50 km/h auf der Effnerstraße die sinnvollste Maßnahme dar. Diese Option ist schnell umsetzbar, kostengünstig und erreicht zahlreiche Betroffene. Allerdings ist der Effekt auf den Lärmpegel auch bei dieser Maßnahme eher moderat. Rechnerisch ergibt sich bei einer Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 60 auf 50 km / h eine Minderung der Lärmpegelwerte um etwa 1,0 bis 1,5 dB(A).“

Und: Die Effner- nördlich der Johanneskirchner Straße befindet sich nicht in der Baulast der Stadt. Die Finanzierung baulicher Schallschutzmaßnahmen (Schallschutzwand) sowie die Anordnung verkehrsrechtlicher Maßnahmen (Tempo 50) sind daher mit dem Baulastträger der Effnerstraße (Staatliches Bauamt Freising, Straßenbau) zu klären.“

Kein Radar-Blitzer, vielmehr eine Topo-Box zur Messung von Verkehrsdaten in Unna, Nordrhein-Westfalen.   Foto / Freigabe: RUHR24.de