Zwei Bürgeranträge zum vor Kurzem installierten, ampelgesteuerten Fußgängerübergang (Bedarfsampel) über die Ismaninger Straße auf Höhe der Holbeinstraße lagen jetzt den Mitgliedern des Bezirksausschusses auf dem Tisch. Beide Initiativen beklagen zu lange Grün-Wartezeiten, angeführt wurde in einem Fall „bis zu zwei Minuten“. So sei der Zweck für mehr Sicherheit ins Gegenteil verkehrt worden.

Der Beschluss der Lokalpolitiker: „Zustimmung mit dem Zusatz, dass kurz vor Ankunft der Tram die Fußgängerampel auf Grün schalten sollte, damit die Personen, die zur Tram wollen, vorher queren können. Da die Tramstationen jeweils vor der Ampel situiert sind, sollte diese dadurch nicht verlangsamt werden.“

Im Antrag (Auszüge; bearbeitet) heißt es: „Die Fußgängerampel schaltet bei Betätigung erst nach sehr langer Wartezeit auf Grün und ist somit keinesfalls fußgängerfreundlich. Wenige Personen sind bereit, so lange zum Überqueren der Straße zu warten. Die Ampel schaltet bei Ankunft einer der beiden Trambahnen in Richtung Stadtzentrum bzw. in Richtung Effnerplatz für den Straßenverkehr nicht automatisch auf Rot bzw. für Fußgänger auf Grün. Dadurch entstehen weitere gefährliche Situationen für Fußgänger und Autofahrer, wenn Fahrgäste zum Erreichen der Straßenbahn noch rasch die Straße überqueren.

In der jetzigen Ausprägung ist die Fußgängerampel nahezu nutzlos – im Gegenteil: sie vergrößert vielmehr die Gefährdung für Verkehrsteilnehmer an den Tram-Haltestellen Holbeinstraße, da die Autofahrer bei grünem Licht auf ihr >Fahrtrecht< vertrauen und die Straße querende Fußgänger leicht übersehen. Und Fußgänger, darunter auch viele Kinder, überqueren regelmäßig bei roter Ampel oder neben der Ampelanlage die Fahrbahn.

Ein Lösungsvorschlag: Die Wartezeit für Fußgänger sollte bei Betätigung der Ampeltasten wesentlich reduziert werden. Bereits kurz nach Betätigung der Taste sollten Fußgänger ein grünes Lichtzeichen erhalten. Vor dem Eintreffen der Trambahnen an den Haltestellen sollte die Ampelanlage für Fußgänger automatisch auf Grün springen und anschließend noch kurz auf Grün zum Überqueren der Straße verharren, um den Fußgängern ein Überqueren der Straße zu ermöglichen. Der Verkehr muss bei Eintreffen der Tram zunächst ohnehin hinter den Bahnen an den Haltestellen warten.“

Abschlusssatz in einem der Anträge: „Vielen Dank für Ihr Engagement für die Sicherheit in unserem Stadtbezirk.“ Super!

Ismaninger- auf Höhe Holbeinstraße: Bürger beklagen zu lange Wartezeiten am neuen, ampelgesteuerten Übergang für Fußgänger. Beim Fotografieren war die Lichtzeichenanlage noch nicht in Betrieb. Archivfoto: hgb