Wer hätte das gedacht: Eine Schnecke, genauer die „Bayerischen Zwergdeckelschnecke“, sorgt in Bogenhausen für Furore, ja für Streit. Zu finden – wohl nur mit einer supergroßen Lupe er-kennbar – ist das etwa zwei bis vier Millimeter große, grün schimmernde, mit Algen überzo-gene Tierchen in der Naturidylle Grüntal, am Brunnbach, in einem kleinen Bereich an der Brunnbachleite, dem Weg entlang des Bachufers.

Entdeckt wurde die später von einem als „bezeichnete Robert Brannekämper, Landtagsabgeordneter und CSU-

Fraktionssprecher im Kommunalparlament, überzeugt auf Grundlage einer bereits 2023 veröffentlichten Studie in Brannekämper eingeschaltet,

Gleichwohl „warnt“ das Umweltreferat im Internet: „

Aufgeploppt ist die Thematik vor Kurzem im Untergremium Umwelt des Bezirksausschusses.

„Na-turschutzfachliches Schutz- und Informationskonzept Brunnbach – Vorstellung durch das Referat für Klima- und Umweltschutz

(RKU)“ hieß es da.

Das RKU-Fazit vorweg: Zum Schutz des Weichtiers müsse man eine kleine Holzbrücke sperren sowie zwei Bänke abbauen, den Bachlauf verlegen und das umliegende Gelände vor einer Park-bank einzäunen, was teils zwischenzeitlich gemacht worden ist.

Wohlgemerkt: Alles kein Scherz! Vielmehr ein ausgearbeiteter Plan der Behörde. Als ob’s in Mün-chen – nicht zuletzt wegen leerer Kassen – keine anderen Probleme gibt. Wahnsinn: Als ob’s je-mals ein Mensch vom Weg abgewichen und an besagter Stelle ans Bachufer gegangen ist!

Auszüge (bearbeitet) aus dem Protokoll der Tagung des Unterausschusses: „Laut Stellvertre-terinnen des Referats gibt es im Bereich des Brunnbachs vier seltene Indikatorarten, die nur an kal-ten, nährstoffarmen Bachläufen vorkommen. Durch die bisher recht intensive Nutzung der Flächen werden diese Arten durch die verschlechterte Wasserqualität beeinträchtigt, die Zahl nimmt ab. Die Schutzzonen müssen deshalb ausgewiesen sein, eigentlich nicht betreten werden und Hunde ange-leint sein. Es sollen sechs Schilder an den Rändern der Fläche aufgestellt werden, die auch die Re-geln benennen. Zudem sollen dort auch Informationen zu drei Themen im Wechsel aufgeführt sein: Historie, Arten und zum Brunnbach selbst. Es gibt zwei Varianten für das Schutzkonzept.

  • Die Brücke südlich der beiden Holzbrücken wird für den öffentlichen Verkehr gesperrt, die Brücke zum Grüntal bleibt offen. Es ist eine Schutzzäunung aus Holz für die beiden Quellbereiche vorge-sehen. Zudem soll ein Bankstandort entfernt werden, um den Aufenthalt direkt im Quellbereich zu vermeiden. Dieser könnte verlegt werden. Die Langgraswiese sollte erweitert werden, um die Quel-le westlich besser zu schützen. Zudem sind drei Hundestationen vorgesehen, mindestens eine wä-re dringend erforderlich.
  • Sperren des Wegs am Westufer, um den Zugang zu verhindern. Der Hauptweg weiter westlich müsste im Gegenzug ausgebaut werden.

Es gibt hier aber größere Hindernisse

(Entwidmung, Gewässerunterhalt braucht den Weg, finanzielle Belastung). Laut Aussage des Referats wird diese Variante nicht bevorzugt.

Es gibt kontroverse Diskussionen über die Zugangsbeschränkungen und den möglichen Entfall von Bänken. Es wird vorgeschlagen, den einen Bankstandort gegenüber des Quellbereichs zu er-halten und weiter nördlich zu versetzen. Auf den Schildern ist auch vorgesehen, Hinweise zum Thema Baden für Hunde (außerhalb des Gebiets) zu geben. Es wird zudem vorgeschlagen, eine temporäre Vorabbeschilderung anzubringen, um die geplanten Maßnahmen anzukündigen. Es ist auch ein Bürgerspaziergang vorgesehen, dieser sollte vor der Umsetzung stattfinden. Es wird eine Beschlussvorlage ausgearbeitet, die dem Bezirksausschuss zur offiziellen Anhörung vorgelegt wird.

Diese lauschige Stelle am Brunnbach im Grüntal hat das Zwergdeckelschnecke
Brückerl am Brunnbach: Soll gesperrt oder abgebaut werden wegen der Zwergdeckelschnecke – irre Idee und kostspieliger Maßnahme des Klimareferats. Fotos: hgb
„Für eine Abkühlung im Wasser nutzen Sie bitte den Bereich bachabwärts an der zweiten Brücke“ heißt es auf diesem Schild. Als ob jemals jemand dort gebadet hat oder im Wasser war.