Cosimastr. / Johanneskirchner Str.: Neubebauung des Grundstücks mit einem Wohn- und Geschäftshaus und Lebensmittelhandel – seit mehr als acht Jahren gibt es diverse, verworfene Pläne zur Nutzung dieser Brache.
Der letzte Anlauf hatte im April 2025 die Mitglieder des Bezirksausschusses so richtig aus der Fassung gebracht. Robert Brannekämper, CSU-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Untergremiums Planung, hatte seinerzeit kommentiert: „Das erinnert an DDR-Architektur, vorne steht ein DDR-Klotz, es besteht Baurecht für sieben Geschosse.“
Mit seiner Meinung war Brannekämper nicht allein. Architekt Gerrit Dittrich (SPD) hatte trocken kommentiert: „Sieht aus wie der Turm von Babylon.“ Und Architekt Martins Düchs (ÖPD) fast milde: „Zu massiv. Das muss filigraner werden. Das müssen wir in dieser Form ablehnen.“ Und, so der Beschluss: „Die Wandhöhen mit 22,80 Meter zur Nachbarbebauung sollten, wie im Bebauungsplan vorgesehen, nicht überschritten werden.“
Mit einer in Details veränderten Vorlage – ganz oben ein „überlappendes“ Dach – beschäftigte sich unlängst die Stadtgestaltungskommission. Architekt Hannes Rössler präsentierte in diesem Gremium die Pläne; Bauherrin ist die Tasyapi GmbH: An der Arealecke sehen die Planungen einen „Hochpunkt“ vor – sechskantig, ein hexagonaler Turm, je Seite vier Fenster, klobiger Körper, 14 Geschosse, 44 Meter hoch. Vorgesehen sind 200 Wohneinheiten. Ob’s bei den vormals genannten knapp 200 Tiefgaragenplätze bleibt? Keine Aussage dazu.
Laut Planungsreferat ist mit besagten 44 Metern Höhe die „visuelle Verträglichkeit“ gegeben. Eine Architektin der Kommission wünschte sich indes eine zeitgemäße und frische Architektur, eine andere Fachfrau monierte die ungewöhnliche Form. Ob alles wie projektiert umgesetzt wird? Einmal mehr heißt es abwarten!
Die Vorgeschichte: Anfang 2018 war ein Wumms-Projekt vorgesehen. Im Spätsommer 2020 war dann das Grundstück eingezäunt, auf Bauzaunmatten wurde eine Visualisierung gezeigt, für ein „Hilton Garden Inn“ geworben. Mit Bescheid der Lokalbaukommission (LBK) vom März 2020 war „der Neubau eines Wohn- und Geschäftsgebäudes (großflächiger Einzelhandel, Hotel mit 200 Zimmern sowie 18 Wohnungen für Zwecke der Altenpflege) mit Tiefgarage genehmigt“, so seinerzeit Thorsten Vogel, Pressesprecher im Planungsreferat.