Die kritische Sicherheits- und Verkehrssituation in der Freischütz- und Preziosastraße“ monierte unlängst ein Anwohner im Bezirksausschuss und erklärte dazu: „Die aktuellen Gegebenheiten bereiten erhebliche Schwierigkeiten und stellen Gefahren für Fußgänger und Kraftfahrer dar.“ Angaben und Vorschläge leiteten die Lokalpolitiker an das Mobilitätsreferat (MOR) weiter mit der Bitte um Stellungnahme. Diese liegt nun vor (Auszüge). Die Hauptprobleme laut dem Anlieger:
► Fehlende Fußgängerüberwege / Zebrastreifen: Trotz der (theoretischen) Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km / h und einem teils begrenzten Verkehrsaufkommen, birgt dies ein hohes Risiko für Anwohner, insbesondere für Kinder beim Überqueren der Fahrbahn
► Die Kreuzung zwischen der Silvana- und der Freischützstraße weist keine ausreichenden horizontalen / vertikalen Markierungen / Schilder auf. Dies führt häufig zu Verwirrung bei Autofahrern bezüglich der Rechts-vor-Links-Regel, die oft ignoriert wird.
► Es kommt oft zu „wildem Parken“ entlang von Kurven, vor Feuerwehranfahrten und in Abschnitten, in denen ein Halteverbot besteht. Dies beeinträchtigt die Sicht und behindert den Verkehrsfluss
► Die Einmündung / Kreuzung zwischen der Freischütz- und der Johanneskirchner Straße stellt einen kritischen und sehr gefährlichen Punkt für alle Verkehrsteilnehmer dar.
Kreuzungsbereich Freischütz- / Johanneskirchner Straße (folgend MOR-Antworten):
► Der Kreuzungsbereich ist bekannt und wurde zusätzlich aktuell vor Ort überprüft. Die Ansicht, es handele sich hier um einen >Schwerpunkt erhöhter Gefahr< bzw. um einen >kritischen< oder >gefährlichen< Bereich kann nicht geteilt werden. Diese Kreuzung mit der abbiegenden Vorfahrtstraße ist keine Besonderheit, sondern ist eine immer wieder stadtweit anzutreffende Verkehrsführung, die durch die Verkehrsströme, also die Hauptverkehrsachsen, bestimmt wird. Zusätzlich sorgt der ÖPNV-Verkehr (Buslinien) für diese Art der Vorfahrtregelung, da dem Bus in der Regel Vorfahrt gewährt werden soll, um den Nahverkehr ÖPNV- Pünktlichkeit zu fördern.
► Für die Johanneskirchner Straße gilt durchgängig Tempo 30. Für die Freischützstraße südlich der Kreuzung ist Tempo 30 gültig an Werktagen Montag bis Freitag je von 7 bis 18 Uhr und damit zu den Hauptverkehrszeiten. Sowohl der Bichlhofweg als auch die Freischützstraße nördlich der Kreuzung sind Teile einer Tempo 30-Zone.
Die Sicht für Geradeaus-Fahrende (nach rechts zum vorfahrtberechtigten Fahrverkehr der Johanneskirchner Straße) ist als ausreichend gut zu bezeichnen. Aufgrund des geltenden Tempo 30 ist die erforderliche Sichtweite von 30 Meter zwischen Geradeaus-Fahrenden und Von-Rechts-Kommenden gewahrt, sofern in dem ersten Parkplatz in der Johanneskirchner Straße (Südseite, in Fahrtrichtung Ost) ein Pkw korrekt und bündig parkt. Dies ist in der Regel der Fall.
Mit der gebotenen und von allen zu erwartenden Aufmerksamkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme ist das Geradeausfahren ohne eine besonders erhöhte Gefährdung möglich. Dass vereinzelt der abbiegende Fahrverkehr auf der Johanneskirchner – oder Freischützstraße wegen einer Wartesituation durch den bevorrechtigten Überweg Freischützstraße aufgehalten wird, ist unschädlich. Die Sichtverhältnisse auf diesen Bereich sind gut.
► Die Polizei bestätigte auf Nachfrage, dass es sich um eine Kreuzung ohne besonders auffällige Unfall- oder Beschwerdelage handelt. Eine Unfallhäufung konnte nicht festgestellt werden. Im geprüften Zeitraum vom 1. Januar 2025 bis 31. Juli 2026 wurden der Polizei zwei Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit der Vorfahrtsregelung bekannt. Alle anderen Unfälle standen in einem anderen Kontext. Die Einschätzung >unauffällig< ändert sich dadurch nicht.
► Auch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) äußerte sich bisher nicht negativ über die Busstrecke, obwohl regelmäßig Checks gemeinsam mit der Polizei und dem MOR stattfinden. Es handelt sich hier um einen baulichen Altbestand, der eng ausgeführt ist, so dass Großfahrzeuge beim Abbiegen (entlang der Vorfahrtstraße in Richtung Osten) in die Gegenspur ausholen müssen. Dies wird seit Jahren so praktiziert und gab bislang keinen Anlass zu Beschwerden. Unsere in den Prüfungsprozess eingebundene Verkehrsplanung sieht hier derzeit ebenfalls keinen Handlungsbedarf.
► Der vorgeschlagene Umbau des Knotenpunkts zu einem Kreisverkehr muss abgelehnt werden. Am Knoten treffen Straßen mit unterschiedlichen Verkehrsfunktionen und -aufkommen aufeinander. Ein Kreisverkehr würde daher keine erkennbaren verkehrlichen Vorteile bieten. Darüber hinaus wäre seine Realisierung aufgrund des erforderlichen Flächenbedarfs mit erheblichen baulichen Eingriffen verbunden und an dieser Stelle nicht realisierbar.
► Hinsichtlich der Querungssituation für Fußgänger ist zu beachten, dass der Fußgängerüberweg an der Nordseite (über die Freischützstraße am Beginn der Tempo-30-Zone) zu Zwecken der Schulwegsicherheit (in Laufrichtung der Schulkinder) eingerichtet wurde. Weitere Querungshilfen sind im direkten Kreuzungsbereich nicht vorgesehen und auch nicht erforderlich.
Preziosa- und nördliche Freischützstraße:
Allgemein lässt sich für diese Tempo-30-Zonen sagen, dass die Parkordnung hier vorgegeben und gut erkennbar ist, denn es darf fast ausschließlich nur in den Parkbuchten geparkt werden. Kritische Bereiche wurden bereits zusätzlich mit Haltverboten beschildert. Die Überwachung des ruhenden Verkehrs (geparkte Kfz) liegt in der Zuständigkeit der Polizei. Die Unfallsituation stellt sich für die Bereiche Silvana- / Freischütz- / Preziosastraße völlig unauffällig dar. Wie in Tempo-30-Zonen üblich und gesetzlich vorgesehen, gilt auch für diese drei Straßen bzw. Abschnitte die gesetzliche allgemeine Vorfahrtreglung „Rechts-vor-Links“.
► Eine Einbahnregelung in der Preziosastraße ist derzeit nicht empfehlenswert. Zwar kann eine Einbahnstraße den Begegnungsverkehr reduzieren, gleichzeitig führt sie jedoch häufig zu höheren Fahrgeschwindigkeiten, da der Begegnungsverkehr als geschwindigkeitsdämpfendes Element entfällt. Zudem entstehen für Anwohner sowie den Liefer- und Entsorgungsverkehr Umwege.

