Es hatte sich abgezeichnet, war im Grunde genommen ein Unterfangen: Ein vertagter Antrag von Peggy Schön, CSU-Lokalpolitikerin im Bezirksausschuss, „Rosenkavalierplatz braucht Bäume – fünf gefällt, keiner ersetzt!“ (Anm. d. Red.: es waren sieben Bäume) wurde abgelehnt. Nach Einreichung einer Skizze mit Standortvorschlägen verwarfen die Mitglieder des Kommunalparlaments die Initiative mit 13 (Grüne sieben, SPD fünf und ÖDP eine) gegen zwölf Stimmen – elf von der CSU und eine ÖDP.

Vorweg: Es war ein noch nie gesehenes Bild im Tagungssaal, die anwesenden Stadtteilvertreter waren klar „erfassbar“ – lediglich 25 von 35 Gewählten waren nämlich bei der Sitzung anwesend. Weiteres Novum: drei Splittergruppen – zwei FDPler, ein Freie-Wähler-Vertreter und der Linke-Mann – waren abwesend. Nun denn!

Antrag: „Der Rosenkavalierplatz soll nachträglich in die städtische Baumpflanzliste aufgenommen werden; es sollen mindestens zwei bis drei Bäume gepflanzt werden, um die Defizite durch Fällungen auszugleichen und den Hitzeschutz für die Bevölkerung zu verbessern.“

Begründung: „Die Stadt plant, 3500 zusätzliche Bäume auf öffentlichen Flächen zu pflanzen. Ergänzend zu den Standortvorschlägen des Bezirksausschusses wird angeregt, auch den Rosenkavalierplatz als Standort einzuplanen.“ Denn: „Am Rosenkavalierplatz wurden 2022 fünf Bäume gefällt und bislang nicht durch Ersatzpflanzungen ersetzt. Gerade dieser zentrale Platz ist bei stärkerem Publikumsverkehr und sommerlichem Wetter von Hitzebelastung betroffen; zusätzliche Baumpflanzungen würden den dringend erforderlichen Hitzeschutz durch Verschattung erhöhen.“

Rückblick: Seit Oktober 2015 ist der Rosenkavalierplatz eine Einbahnstraße. Zuvor hatte jahrelang Verkehrschaos geherrscht. Gleichwohl sind immer noch Geisterfahrer auf dem knapp 500 Meter langen Abschnitt zwischen Elektra- und Arabellastraße unterwegs.

Verkehrssicherheit: Zur Verbesserung wurden zwei „dünne“ Bäume auf der Mittelinsel sowie fünf weitere, untermassige Bäume (Stammumfang auf einem Meter Höhe unter 80 Zentimeter), die direkt am Straßenrand auf der Seite des Supermarkts standen und die sich stark zur Fahrbahn geneigt haben, im Frühjahr 2022 gefällt. Diese „kleinen“ Bäume waren laut Experten im Wachstum „erheblich eingeschränkt“ durch die großen Bäume entlang des Gehwegs.“ Im Zuge des Umbaus wurde die Bordsteinführung so angepasst, dass zusätzlich 18 Parkplätze entstanden.

Protokollauszug: Im Untergremium Umwelt „wird darüber diskutiert, ob Neupflanzungen sinnvoll sind, da die Standortbedingungen unverändert schlecht sind. Baumpflanzungen auf dem schmalen Mittelteiler der Elektrastraße werden wegen der Sichteinschränkung kritisch gesehen. Für den baumlosen Platz dagegen wären Bäume wünschenswert. Es wird der Antragstellerin deshalb vorgeschlagen, die Wanderbaumallee in Absprache mit dem Eigentümer für einige Wochen am Rosenkavalierplatz aufzustellen.“

Wanderbaumallee: Kein weiteres Wort dazu im Kommunalparlament.

Skizze: „An den vorgeschlagenen Stellen standen früher keine Bäume,“ so die Antragstellerin.

Rosenkavalierplatz und Mittelteiler an der Ecke Elektra- / Englschalkinger Straße (blaue Dreiecke): Hier sollten laut CSU-Lokalpolitikerin Schön Bäume gepflanzt werden. Der Antrag wurde abgelehnt.   Karte: Geo Portal München / Vorlage BA-Antrag