Einstimmig im September vom Bezirksausschuss verabschiedeter Antrag: Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) soll für 2026 und auch für die Folgejahre neben dem Prinz-Eugen-Park weitere Wohngebiete in Bogenhausen für die „Nachbarschaftstage mit einem besonderen Service“ berücksichtigen. Nämlich die Parkstadt Bogenhausen, der Zamilapark, der Arabellapark und das Wohngebiet Regina-Ullmann-Straße / Fritz-Meyer-Weg. Was steckt hinter dem „besonderen Service“?

Das Kommunalreferat in seiner Antwort (Auszüge; bearbeitet): „Die Nachbarschaftstage sind ein seit 2023 laufender Pilotversuch des AWM, bei dem in wechselnden Vierteln den Bewohnern ein temporäres und fußläufiges Angebot zur Sperrmüllentsorgung zur Verfügung gestellt wird. Bislang konnten die Nachbarschaftstage in sechs Quartieren der Stadt durchgeführt werden, insbesondere in Quartieren, die keinen Wertstoffhof in direkter Nähe haben.“

Hintergrund: Klassischer Sperrmüll wie Möbel, Teppiche, Matratzen, Schrott, Hölzer aus dem Wohninnenbereich sowie Elektrogeräte und Alttextilien (pro Person maximal zwei Säcke à 60 Liter) kann kostenfrei abgegeben werden. Nicht abgegeben werdenkönnen Bauabfälle, Elektrogroßgeräte wie Kühlschränke und Waschmaschinen, Batterien sowie schadstoffhaltige Materialien wie Öle, Lacke und Farben. Diese müssen in den Wertstoffhof an der Savitsstraße gebracht werden.

Das Referat erläutert: „In München liegen – anders als beispielweise in Berlin – die Standplatzsuche, die Übernahme der Kosten für die Antragstellung und Beschilderung, die Bewerbung der Veranstaltung sowie die Bereitstellung des Personals an den Samstagen in der Zuständigkeit des AWM. Dies war in den vergangenen Jahren nur möglich, da die Zero-Waste-Fachstelle die Sach- und Personalkosten übernommen hat. Seit 2025 trägt der AWM die Kosten vollständig.

Die Erfahrungen aus den ersten beiden Jahren haben gezeigt, dass das Serviceangebot bei der Bevölkerung zwar gut ankam, die vom AWM bereitgestellten Kapazitäten jedoch nicht völlig ausgeschöpft wurden. Daher ist es essenziell, die Effizienz vor Ort zu maximieren und bei der Platzwahl noch stärker auf >Erfolgskriterien“<zu achten. Daneben sind zwingend einzuhaltende Kriterien an einen Standplatz zu berücksichtigen, wie beispielsweise die maximal zulässige Bodenbelastung sowie die Gewährleistung einer Absperrung am Veranstaltungsort.

Deswegen wird der AWM ab 2026 nur noch an besonders gut frequentierten Standplätzen wie beispielsweise im Prinz-Eugen-Park (in Kooperation mit dem Nachbarschaftstreff GeQo eG) Nachbarschaftstage durchzuführen und ab 2027 das Modell in Kooperation mit der interessierten Wohnungswirtschaft und den Bezirksausschüssen an neuen Standplätzen entsprechend eines Kriterienkatalogs für die Standplatzauswahl erproben.

Im dritten Quartal 2026 soll der Austausch mit den Bezirksausschüssen aufgenommen werden, um die Auswahl der Standplätze sowie die erforderlichen Kriterien abzugleichen, bevor neue Standplätze in den Quartieren angeboten werden können. Im Zuge dieses Austauschs können auch die Parkstadt Bogenhausen, der Zamilapark, der Arabellapark und das Wohngebiet Regina-Ullmann-Straße / Fritz-Meyer-Weg vorgeschlagen und geprüft werden.

So nicht! Ein Bürostuhl wurde einfach an der Wertstoffinsel in der Elektrastraße deponiert. Dieser Sperrmüll muss in den Wertstoffhof an der Savitsstraße gebracht werden.    Foto: hgb