Raserei in der Englschalkinger Straße“ – so hat ein Anwohner seine Forderung für eine stationäre Geschwindigkeitsmessanlage beidseitig der Englschalkinger Straße im Abschnitt zwischen Wilhelm-Dieß-Weg und Vollmannstraße bei der Bürgerversammlung überschrieben.
Dazu das zuständige Polizeipräsidium München (Auszüge; bearbeitet): Die Englschalkinger Straße ist insbesondere zu Berufsverkehrszeiten stark frequentiert. Zu Geschwindigkeitsüberschreitungen kommt es vor allem zur Nachtzeit – der zweispurige Ausbau und die Straßenführung können Verkehrsteilnehmer durchaus zu schnellem Fahren verleiten. Diesbezügliche Beschwerden erreichen immer wieder die zuständige Polizeiinspektion 22.
In den vergangenen drei Jahren wurden 301 Verkehrsunfälle im Bereich der Englschalkinger Straße polizeilich bekannt, wobei es sich um eine Vielzahl an Kleinunfällen und Verkehrsunfallfluchten handelt. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung stand in keinem der Fälle im Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen. Die Straße befindet sich im Bereich zwischen der Arabella- und der Ostpreußenstraße im Geschwindigkeitsmessprogramm des Polizeipräsidiums München.
Zwischen 1. Januar und 31. Dezember 2025 wurden 28 Geschwindigkeitsmessungen mit Großgeräten durchgeführt. Bei einem Durchlauf von 19 967 Fahrzeugen kam es zu 267 Verstößen im Verwarnungsbereich und zu 95 Verstößen im Anzeigenbereich. Es wurden fünf Fahrverbote generiert. Die Beanstandungsquote lag bei niedrigen 1,81 Prozent.
Die Errichtung und Inbetriebnahme einer stationären Überwachungsanlage (Rotlicht und / oder Geschwindigkeit) ist an sehr enge Bedingungen geknüpft. Durch das Bayerische Innenministerium wurden Kriterien für den Einsatz einer stationären Überwachungsanlage zum Zwecke der
Verkehrssicherheit vorgegeben: Es muss eine Örtlichkeit mit hohem Unfallrisiko und besonders hohem Verkehrsaufkommen gegeben sein, an der eine dauerhafte Überwachung erforderlich
oder eine andere Form von Überwachung aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich oder zumindest erschwert ist. Beim Betreiben von stationären Überwachungsanlagen muss einer Reduzierung von Verkehrsunfällen absolute Priorität eingeräumt werden.
Die Kriterien treffen auf den angefragten Bereich nicht zu, die vorliegende Unfalllage steht nicht im Zusammenhang mit Geschwindigkeitsverstößen.“ Der Forderung kann nicht entsprochen werden.

Im Richard-Strauss-Tunnel gibt‘s mehrere fest installierte Blitzer. Die Anlagen arbeiten mit Infrarot-Technik, es gibt keinen sichtbaren roten Blitz. Eine derartige Anlage forderte ein Bürger in der Englschalkinger Straße zu installieren – die Polizei lehnte das ab. Foto: hgb