Die Cosimawiese, auch Cosimaplatz genannt, laut Bebauungsplan eine Vorbehaltsfläche der Stadtwerke München (SWM) für eine Straßenbahn-Wendeschleife, die, so Andeas Nagel, verstorbenes Mitglied des Bezirksausschusses, anno 2001 „in 100 Jahren nicht kommen wird“, verödet und vergammelt mehr und mehr. Gleichwohl: Am Effnerplatz, knapp zwei Kilometer entfernt, gibt‘s längst eine Tram-Wendeschleife!
Den derzeit – wobei derzeit relativ ist – schlechten Zustand der Grünfläche vor dem Cosimawellenbad monierte unlängst CSU-Lokalpolitikerin Elisabeth Stucky im Kommunalparlament. Sie schlug vor, im Juli einen interfraktionellen Antrag zur Ausbesserung der Rasenfläche zu stellen, was rundum begrüßt wurde.
Check vor Ort: Ein Teil des Areals wurde gemäht, das restliche Grün von der Sonne verbrannt, die Mahd türmt sich einen Meter hoch am Rand. Der Rest ist regelrecht verwildert, Unkraut gedeiht prächtig, dazwischen mannigfaltiger Müll.
Rückblick: In den Achtzigerjahren entstanden auf der Nordseite der Englschalkinger Straße das Krankenhaus Bogenhausen, das Cosimawellenbad, die U-Bahnstation und später die Straßenbahn-und Bushaltestellen. Auf dem Grundstück des einstigen Tram-Wartehäuschens wurde der Jugendtreff Cosi gebaut. Seit den Neunzigerjahren steht die etwa drei Meter hohe bronzene Baumskulptur des Bildhauers Roland Friederichsen auf dem rund 250 mal 50 Meter großen Gelände. Neben dem Cosi findet sich eine mit Gerümpel vollgestopfte, Wellblech-Holz-Hütte – Nutzungszweck unbekannt.
Apropos Nutzungszweck: Die Liste ist ellenlang, von Korbmarkt, Bettfedernreinigung, Weihnachtsmarkt, Christbaumverkauf, Zirkus-und Marionettentheater-Veranstaltungen und mehr bis hin zu diversen Sommerfesten. Jüngste Anfrage in der Stadtteilvertretung: Ein Mitte 2027 geplantes Weinfestival …
Wohl in keinem der anderen 24 Münchner Stadtbezirke dürfte es ein derart zentral gelegenes, erschlossenes Grundstück, ein einzigartiges Filet-Grundstück, geben. Was könnte man aus dem unwirtlichen Gelände alles machen, wenn, ja wenn, die Stadt nicht Milliardenschulden angehäuft hätte. Siehe Unterföhring: Ein Bürgerhaus, besser Mini-Gasteig, mit Sälen, Bücherei nebst anderen Einrichtungen samt Restaurant und Außenbewirtschaftung. Nebenbei: Für einen Christbaumverkauf, bespielsweise, bliebe immer noch Platz.


