Unterflurcontainer: „Kein Einzelkonzept“

01. Dezember 2016

Vier Bescheide in Sachen Müll präsentierten das Baureferat und der Abfallwirtschaftsverband Mün­chen (AWM) dem Bezirksausschuss: An der Ecke Prinzregenten-/Brucknerstraße wird ein Abfall­behälter „probeweise“ aufgestellt, ein Mülleimer an der Pühnstraße wurde abgelehnt, weil sich das Grundstück nicht im städtischen Besitz befindet und im künftigen Wohnquartier Prinz-Eugen-Park an der Cosimastraße werden Unterflurcontainer installiert. Aber: Ein von Robert Brannekäm­per, Vize-Vorsitzender des Kommunalparlaments und CSU-Landtagsabgeordneter, gefordertes Konzept für Boxen im Boden in ganz Bogenhausen kann „nicht erarbeitet werden“.

Erfreut waren die Bogenhauser Lokalpolitiker über die AWM-Zusage, Unterflurbehälter für die Wert­stoffsammlung im gerade entstehenden Wohngebiet Prinz-Eugen-Park an der Cosimastraße einzu­richten. „Es ist derzeit vorgesehen, zwei Wertstoffsammelstellen in das Neubaugebiet einzuplanen“, so die Mitteilung.

Zum Antrag von Brannekämper (CSU), nach einem „Konzept, wie Unterflurcontainer im Stadtbezirk eingeführt werden können“ und dabei für jeden Sammelplatz nachgewiesen werden muss, warum unterirdische Wertstoffinseln „nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand zu realisie­ren sind“, erklärte der AWM:

„Das Kommunalreferat hat den Einbau von Unterflurcontainern durch den AWM im gesamten Stadt­gebiet im Juli 2014 beschlossen und im September 2015 den Beschluss ergänzt. Die rechtlichen und praktischen Kriterien zu diesen Entscheidungen verdeutlichen, dass es weder einen Tausch bereits vorhandener oberirdischer Standorte in Unterflurcontaineranlagen geben wird noch einzelne Stadtbezirke als Pilotprojekte bevorzugt werden. Ein Einzelkonzept für den Einbau von Unterflurcontainern in Bogenhausen kann somit nicht erarbeitet werden.“

Weniger Lärm beim Einwerfen von Glas und ein kaum verschmutztes Umfeld sind die unbestreitba¬ren Vorteile von Unterflurcontaineranlagen, wie in Haar (Foto) oder in Riem. Das vom Bezirksaus¬schuss von der Stadt geforderte Konzept, wie im Boden versenkte Sammelstellen in ganz Bogen¬hausen eingeführt werden können, wurde jetzt aber abgelehnt.    Foto: hgb

Weniger Lärm beim Einwerfen von Glas und ein kaum verschmutztes Umfeld sind die unbestreitba¬ren Vorteile von Unterflurcontaineranlagen, wie in Haar (Foto) oder in Riem. Das vom Bezirksaus¬schuss von der Stadt geforderte Konzept, wie im Boden versenkte Sammelstellen in ganz Bogen¬hausen eingeführt werden können, wurde jetzt aber abgelehnt. Foto: hgb

Mehr als 1000 Wertstoffinseln – die beigefarbenen, meist grau verdreckten Kunststoffboxen für Glas, Metall, Papier und Plastik – gibt es in München. Eine an und für sich sinnvolle Einrichtung, würden sich alle Nutzer an die Einwurfzeiten halten und das Umfeld nicht vermüllen. Aber so gibt es immer wieder Ärger wegen Lärms und wilden Ablagerungen.

In Bogenhausen wollte man dieses permanente Problem anpacken, doch die Stadt hat die Initiative wie zitiert abgeschmettert. An und für sich unverständlich, denn unzählige Bürgerbeschwerden belegen die Notwendigkeit. Letztendlich ist es wohl wider einmal eine Frage der Kosten, denn die Investitionen in versenkte Behälter sind etwa fünf Mal so hoch wie für auf den Boden gestellte Kästen. So bleibt einmal mehr eine verbesserte Lebensqualität in der Millionenmetropole auf der Strecke.

Brannekämper hatte – wie auch Vertreter in anderen Stadtbezirken – argumentiert: „Die aktuelle Wertstoffsammelpraxis in München wird den besonderen Anforderungen an Sauberkeit und Ruhe, auf die man in einer Millionenstadt besonders viel Wert legen muss, nicht gerecht. Deshalb sind neue Wege für die Sammlung von Recyclingwertstoffen gefragt. Die bestehenden öffentlichen, ziemlich einfallslosen und unansehnlichen Sammelstellen sind tagtäglich ein Ärgernis. Vor allem viele unmittelbaren Anwohner fühlen sich massiv gestört. Und auch die Container selbst sind keine große Bereicherung für eine städtebaulich sensible Platzgestaltung.“

Zur Forderung eines Abfallbehälters im nördlichen Abschnitt der Prinzregenstraße erläuterte der Sachbearbeiter Straßenreinigung im Baureferat: „Wir haben die Sauberkeit des Geh- und Radwegs sowie des Grünstreifens und die Abfallbehältersituation im Bereich der Prinzregentenstraße zwischen dem Prinzregentenplatz und der Richard-Strauss-Straße überprüft. Dabei konnte keine besondere Verschmutzung festgestellt werden. Es lagen einige wenige Hundekotbeutel im Grün­streifen, die inzwischen beseitigt wurden.“

Weiter heißt es: „Nachdem sich in der unmittelbaren Umgebung keine Abfallbehälter befinden, werden wir probeweise an der Ecke Prinzregenten-/Brucknerstraße einen Abfallbehälter aufstellen und den Standort verstärkt kontrollieren. Sollte sich die Maßnahme bewähren, bleibt der Behälter dauerhaft bestehen bzw. wird durch zusätzliche Abfallbehälter ergänzt.“

Der Wunsch von Anwohnern nach einem Müllkorb in der Pühnstraße musste abschlägig beschie­den werden, da „das Flurstück nicht Bestandteil unserer Grünanlage ist und auch nicht vom Baureferat unterhalten wird.“ Grundsätzlich wird angemerkt: „Die Fläche östlich der Pühnstraße machen einen sehr sauberen Eindruck, dem Aufstellen von Abfallbehältern kommt keine besondere Dringlichkeit zu.“

Alexander MihatschUnterflurcontainer: „Kein Einzelkonzept“