Am Salvatorplatz: Denkmal für die Manns

4. Mai 2019

Bestätigung für den vor kurzem aus dem Bezirksausschuss ausgeschiedenen Grünen-Lokalpolitiker Holger Machatschek: Die Familie Mann erhält nach einem Beschluss des Stadtrats – endlich – ein Denkmal. Zwar nicht in Bogenhausen, wie einst im Kommunalparlament vorgeschlagen, dafür am Salvatorplatz – Titel: „Straßen Namen Leuchten“ – nach einem Entwurf von Albert Coers.

Machatschek hatte ein Ehrenmal für den Schriftsteller Thomas Mann, der fast 20 Jahre im Herzog­park gelebt hat, vor vier Jahren anlässlich des seinerzeit bevorstehenden 60. Todestags des Litera­tur-Nobelpreisträgers (12. August) gefordert. Das Kommunalparlament hatte die Initiative damals einstimmig befürwortet.

Stadtrat Marian Offman, der bei der Tagung des Gremiums anwesend war, hatte sich über den Vor­stoß gefreut, denn die CSU-Fraktion im Rathaus hatte ein gleichlautende Anfrage vorgebracht, die vom Kulturreferat zunächst aber abschlägig beschieden worden war. „Wir müssen weiter dran bleiben. Es muss ein Denkmal für Mann geben“, hatte Offman den lokalen Beschluss kommentiert.

In seiner Antragsbegründung hatte Machatschek erläutert: „Der Münchner Bürger und bedeutende Autor Thomas Mann verdient einen sichtbaren Ehrenplatz in der Stadt, die er zu seinem Lebensmit­telpunkt gemacht hat. Hier hat er lange gelebt, geheiratet, ein Haus gebaut. Hier wollte er bleiben. Seine Vita und seine Meriten sind allgemein bekannt. Auf ein Denkmal wartet man bis heute.“

DerEntwurf für das Denkaml der Familie Mann am Salvatorplatz. 2021 soll das Kunstwerk ferig sein. Grafik: Albert Coers / Präsentation: Stadt München

Zur Form meinte der Initiator: „Es muss keine Statue, keine Büste, kein Kopf sein. Ich kann mir durchaus eine moderne Denkmalform vorstellen, beispielsweise aus Karbon wie bei der Mae West. Die Lokation sollte eine prominente Stelle sein, wo viele Leute vorbeigehen.

Das Denkmal muss gesehen werden. Zum Beispiel auf dem Vorplatz am Hauptbahnhof, wenn er umgebaut ist. Das wäre ein nobles Stadtentree. Oder beim Literaturhaus in der City. Auch vor der Thomas-Mann-Villa an der Poschinger Straße 1 würde es passen. Platz wäre ja da.“

Nach einem Auftrag aus dem Rathaus hatte das Kommunalreferat dann einen Wettbewerb aus­geschrieben, den nun Coers gewonnen hat. Das von ihm entworfene Denkmal besteht laut Stadt­angaben aus einem Arrangement aus 15 Straßenleuchten und daran befestigten Schildern. Die Leuchten stammen aus Orten, die von der Exilgeschichte der Familie zeugen. Die Straßenschilder verweisen auf Straßen und Plätze, die nach Mitgliedern der Familie Mann benannt sind.

Die Wirkungsstätten und Stationen von Thomas Mann, seiner Frau Katia und ihren gemeinsamen Kindern Klaus, Erika, Golo, Elisabeth, Michael und Monika Mann finden hier also zusammen. Leuchten aus Los Angeles, Nida, Sao Paulo oder Rom werden mit jeweils einem Straßenschild künstlerisch auf dem in der Ausschreibung vorgegebenen sieben mal drei Meter großer Korridor auf dem Salvatorplatz arrangiert. Der Entwurf thematisiert Lebens- und Wirkungsorte in Europa, den USA und Südamerika und gleichzeitig die weltweite literarische Bedeutung.

Der Salvatorplatz mit dem Literaturhaus erhält neben der Arbeit „Oskar-Maria“ von Jenny Holzer, die 1997 eröffnet wurde, eine zweite künstlerische Auseinandersetzung mit dem literarischen Erbe Münchens. Mit der Fertigstellung des Denkmals für die Familien Mann ist 2021 zu rechnen.

Alexander MihatschAm Salvatorplatz: Denkmal für die Manns