Burgauerstraße: Raser nerven Anlieger

23. Juni 2016

Ein gemeinsamer Ortstermin mit Anliegern, Vertretern der Polizei, des Kreisverwaltungsreferats (KVR) und des Bezirksausschusses soll zumindest den Ansatz für eine Lösung bringen: Das haben die Mitglieder des Kommunalparlaments beschlossen bezüglich eines Antrags von Anwohnern der Burgauerstraße. Demzufolge seien in der Tempo-30-Zone die Autofahrer einerseits zu schnell und andererseits seien immer mehr Auswärtige in der Anliegerstraße unterwegs, vor allem bei Staus auf der Passauer Autobahn.

Martin Tscheu (SPD), Vorsitzender des Unterausschusses Verkehr, erläuterte im Stadtteilgremium die Situation. Laut Angaben der Polizeiinspektion (PI) 22 Bogenhausen werden regelmäßige Über­wachungen durchgeführt, Beschwerden liegen nicht vor, Unfälle wurden nicht gemeldet. Die letzte Geschwindigkeitskontrolle war am 30. Mai zwischen 11 und 13 Uhr durchgeführt worden. „Die bau­liche Gestaltung und die Beparkung verleiten nicht zum schnellen Fahren, die Tempoüberwachung von 30er-Zonen obliegt der Stadt, dem KVR, nicht der Polizei“, ist im Protokoll des Untergremiums fixiert.

Wie kann man die Autofahrer disziplinieren? In einem von fast 100 Personen gezeichneten Brief an den Bezirksausschuss und die Polizei wird explizit konstatiert: Die Burgauerstraße ist eine Anlieger­straße, eine Tempo-30-Zone, sie ist im südlichen Teil unbefestigt, es gilt die Rechts-vor-Links-Re­gel. In der Umgebung wohnen größtenteils junge Familien mit Kindern, die draußen spielen. Zudem befindet sich dort, am Schimmelweg, ein Kindergarten.

„Seit geraumer Zeit ist die Burgauer- zu einer Durchfahrtsstraße geworden, weil sich offensichtlich herumgesprochen hat, dass im Gegensatz zu den umliegenden Straßen – Daglfinger-, Rennbahn- und Brodersenstraße – so gut wie keine Geschwindigkeitskontrollen stattfinden. Mindestens 70 Prozent der Benutzer unserer Straße dürften hier eigentlich nicht fahren“, heißt es eingangs in dem Schreiben.

Zwecks Einhaltung von Tempo 30 in der Burgauerstraße steht beim Kindergarten eine von Mäd-chen und Buben gebastelte große Tafel mit der Bitte um Rücksichtnahme „wegen uns“. Foto: hgb

Und weiter: „Es hält sich kaum jemand an die Tempobegrenzung, geschweige denn an die Vor­fahrtsregelung. Man könnte praktisch jeden Tag mehrfach Unfälle provozieren, würde man auf seiner Vorfahrt bestehen. Abgesehen davon werden Leute, die das Tempolimit einhalten, teilweise beschimpft, beleidigt und mit Hupen bedrängt.

Auf unseren Wunsch sind zweimal Geschwindig­keitskontrollen durchgeführt worden – dies jedoch leider während der Osterferien und zu Zeiten, an denen nichts los ist. So etwas ist also nicht Ziel führend. Die Polizei mit Laser-Messgerät war be­reits von weitem zu sehen.“ Die Anwohner befürchten, „dass erst ein Unfall passieren muss, bevor etwas unternommen wird.“

Die Daglfinger unterbreiteten den Lokalpolitikern „Lösungsansätze“: Spielstraße (zumindest zwischen Schimmelweg und Oberschlesische Straße), elektronische Geschwindigkeitsanzeigen, Rechts-vor-Links-Beschilderungen, auf die Fahrbahn geschraubte Hindernisse, die ein Rasen nicht zulassen, und Ausweisung als Einbahnstraße. „Gerade die Lösung Spielstraße dürfte auch noch kostengünstig sein. Es war ja auch möglich die Oberschlesische Straße zu einer >Radfahrstraße< zu machen“, heißt es abschließend.

Die Vorschläge sind aber, so Bezirksausschuss-Vorsitzende Angelika Pilz-Strasser (Grüne), kaum umsetzbar. So stelle die Stadt grundsätzlich keine elektronischen Geschwindigkeitsanzeigen auf, installiere auch keine Bremsschwellen. Und die Voraussetzungen, um als Spielstraße ausgewiesen zu werden, erfülle die Burgauerstraße nicht.

Wie’s vor Ort ausschaut, erläuterte ein Bürger bei der Tagung des Kommunalparlaments: „Geparkte Autos und Lastwagen versperren die Sicht. Die Burgauer ist keine Straße, sie ist ein Feldweg, auf dem überwiegend Autos mit Eberberger und Erdinger Kennzeichen unterwegs sind. Man muss die Straße ausbauen, einen Radweg anlegen!“ Auf diese Forderung reagierte aber keiner der mehr als 20 bei der Sitzung anwesenden Anlieger. Man darf gespannt sein, ob eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden kann.

 

– Titelbild: hgb –

Alexander MihatschBurgauerstraße: Raser nerven Anlieger