Lohengrinstraße: Nein zu Parkverbotantrag

07. Oktober 2016

Den Antrag des Gehörlosenverbands München und Umland (GMU) mit Sitz in der Lohengrinstraße 11 ab diesem Gebäude bis zur Ecke Oberföhringer Straße ein Parkverbot zu erlassen, haben die Mitglieder des Bezirksausschusses auf Grundlage der Empfehlung der Polizeiinspektion (PI) 22 Bo­genhausen jetzt einstimmig abgelehnt. Gleichwohl gibt es triftige Gründe für die GMU-Initiative.

Laut Protokoll des Untergremiums Verkehr handelt es sich gemäß den Fachleuten der PI 22 „hier nur mehr um wenige Parkplätze, die aber nicht aufgehoben werden sollten, damit die Fahrzeuge auch weiterhin langsam durchfahren. Probleme gab/gibt es nur dann, wenn anderswo in der Umgebung Baumaßnahmen stattfinden, die umfahren werden. Unfälle sind nicht bekannt. Aus polizeilicher Sicht besteht kein Handlungsbedarf, ein durchgehendes Halteverbot einzuführen und damit die Situation zu verändern.“

GMU-Geschäftsführerin Cornelia von Pappenheim bat in dem Vorstoß „um schnellstmögliche Lösung durch Errichtung eines Parkverbots“, belegte den Antrag nicht nur mit einer Karte und beeindruckenden Verkehrsfotos. Sie führte an: Die Situation in der Lohengrinstraße hat sich „seit einem Jahr erheblich verschärft.“ Der Verband ist die Interessenvertretung der Gehörlosen und -vereine in München und dem Umland, betreut im Stadtbereich rund 1600 und im Umland etwa 500 Personen, die hier „unsere Dienstleistungsangebote in Anspruch nehmen.“

Die Lohengrinstraße in Richtung Oberföhringer Straße: Wegen rechts parkender Fahrzeuge müssen Autofahrer bei der Durchfahrt warten, ab und an auch rangieren.    Foto: hgb

Die Lohengrinstraße in Richtung Oberföhringer Straße: Wegen rechts parkender Fahrzeuge müssen Autofahrer bei der Durchfahrt warten, ab und an auch rangieren. Foto: hgb

Und erstens: In der Nähe, Ecke Lohengrin-/Oberföhringer Straße 150, ist die Phoenix GmbH, Kon­duktives Förder-/Rehabilitationszentrum der Pfennigparade.

Und zweitens: Gegenüber, Hausnummern 16 bis 20, wurde ein großes Anwesen gebaut. „Dadurch war der Parkplatz knapp geworden, obwohl die Lohengrinstraße auf der Seite mit den geraden Hausnummern mit Parkplatzbuchten erneuert wurde“, schreibt von Pappenheim.

„Vor kurzem wurde das Parkverbot auf der Seite mit den ungeraden Hausnummern aufgehoben, so dass Autos nun auch auf dieser Straßenseite parken. Es kommt regelmäßig zu einem Verkehrskollaps.“

Die Gründe laut der GMU-Geschäftsführerin für die Verkehrskollapse:

  • In der Effnerstaße darf stadteinwärts nicht nach links abgebogen werden, was dazu führt, dass viele Autos in die Lohengrinstraße rechts abbiegen und dann bei Einfahrten wenden, um von der Lohengrin- über die Effnerstraße fahren zu können.
  • Bei der Lohengrinstraße 20a ist ein Kindergarten, so dass regelmäßig zu Stoßzeiten viele Autos auf der Straße parken.
  • Die Lohengrinstraße ist seit kurzem auch für die Buslinie 187 freigegeben worden.
  • Durch die Großbaustelle Isarring/Ifflandstraße wird die Effnerstraße zusätzlich belastet.

Kurzum, so von Pappenheim: „Die Straße ist für Autos nicht gleichzeitig in beiden Richtungen pas­sierbar, wenn Autos auf der Straße parken.“ Der Verkehr kann ihren Darstellungen nach wegen der Ampelschaltungen nicht abfließen, parkende Fahrzeuge sind eine „erhebliche Sichtbehinderung“ beim Ausfahren aus Ausfahrten, Autofahrer hupen, Autofahrer drängeln sich vor.“ Dazu kommen noch Gäste des italienischen Restaurants in der Lohengrinstraße 11.

„Wir sehen hier eine sehr hohe Gefährdung“ für Gehörlose, Behinderte, Kinder, Schüler und An­wohner/Senioren. „Rettungswege, vor allem während des Berufsverkehrs, werden erheblich blockiert“, Ausweichen zur Bildung von Rettungsgassen „ist in der Regel nicht möglich“, so die GMU-Chefin abschließend.

Wer das Verkehrsgeschehen vor Ort ein paar Mal beobachtet hat, der kann das Argument der Polizei „auch weiterhin langsam durchfahren“ kaum verstehen, vielmehr aber die Ausführungen von Cornelia von Pappenheim.

– Titelbild: hgb –

Alexander MihatschLohengrinstraße: Nein zu Parkverbotantrag