Performance: Bitte nicht am Friedensengel

20. August 2017

Es ist – je nach Betrachtungsweise – manchmal schon witzig, verrückt oder gar absurd, mit welchen Vorgängen sich die Mitglieder des Bezirksausschusses befassen müssen. Unter dem Betreff „Temporäre Kunst im öffentlichen Raum – Aktion >Die Schaufel meines Vaters<“ unterrichtete das Baureferat (!) das Kommunalparlament von einer Performance am Friedensengel unterhalb der Luitpoldterrasse von Dienstag, 17. bis Samstag, 21. Oktober. Das geschlossene Statement der Lokalpolitiker: Bitte nicht an so einem prominenten Platz, bitte nicht am Friedensengel – „dem schönsten Platz in Bogenhausen“, wie Peter Reinhardt (CSU) anmerkte.

Bereits im Mai vergangenen Jahres war die selbe, von der Stadt genehmigte Aktion durchgeführt worden. Nun will sie der Bildhauer Eckehard Siebert-Daégki aus Haidhausen wiederholen. Dazu erläutert der Künstler, gelernter Maurer und Ex-Hauptschullehrer:

„Auf einer zwei mal zehn Meter großen Bodenabdeckung wird ein halber Kubikmeter Splitt von links nach rechts und dann von rechts nach links in der Zeit von 8 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr geschau­felt. Eine CD, geringe Lautstärke, mit dem Lied >Der Schipper< von Dos Hermanos begleitet in Endlosschleife die Aktion.“ Und weiter:  „Zur vollen Stunde“ spielt der Mann als Cover-Version >Mercedes-Benz< von Janis Joplin, begleitet von einer Ziehharmonika. Die Aktion wird laut Unter­lagen per Livestream von 8 bis 17 Uhr ins Netz gestellt.

Die Lokalpolitiker konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, ihre Stellungnahme geht an die Behörde. Gleichwohl dürfte diese verpuffen, war die Aktion „dem Bezirksausschuss zur Kenntnis gegeben“ worden.

– Titelbild: wikipedia –

Alexander MihatschPerformance: Bitte nicht am Friedensengel