Oberföhringer Str.: Bauprojekt abgelehnt

16. Juli 2021

Oberföhringer Str.: Bauprojekt abgelehnt

Bogenhausen boomt, in Bogenhausen wird (soll) gebaut (werden), was die Flächen hergeben. Aber: Einstimmig abgelehnt haben aber die Mitglieder des Bezirksausschusses das „Bauprojekt Oberföhringer Straße 21“ mit der Begründung „keine weitere Versiegelung im Landschafts­schutzgebiet (LSG)“.

Denn: Das Vorhaben mit zwei Häusern auf dem 2200-Quadratmeter-Grundstück reicht im rück­wärtigen Bereich „ein Stück weit“, so die Aussage bei der Präsentation, ins angrenzende LSG im Grüntal. Daher die Forderung der Lokalpolitiker: Die bestehende „Nebenanlage Schwimmbad“ auf dem Areal soll bei einem Neubau entfernt und die Fläche wieder dem LSG zugeführt werden.

Xaver Finkenzeller, CSU-Fraktionssprecher und Vorsitzender des Unterausschusses Planung, hat­te bei der Vorstellung im Untergremium verständnislos Peter Klappan –  laut Schaubildern „Inhaber der Klappan Gruppe, Projektentwickler und Bauträger in Bamberg und München“ • „Wir haben in Bogenhausen schon mehrere Projekte revitalisiert“ • „Alles ist in einem ruhigen klassischen Stil ge­plant“ • „Die wertvolle Rotbuche auf dem Grundstück wird erhalten“ • „Zwei Rosskastanien sind krank, die beiden Bäume sind nicht erhaltenswert“ – angeschaut. Jurist Finkenzeller: „Das Gebäude wäre das erste Objekt auf langer Strecke, das das LSG tangiert. Solche Eingriffe tolerieren wir nicht.“

Lageplan und Modell des geplanten Wohnprojekts an der Oberföhringer Straße 21, das der Bezirksausschuss abgelehnt hat. Plan / Modell: Büro Landau & Kindelbacher / Fotos: hgb

Bei der Präsentation im Kommunalparlament erklärte dann der Architekt: „Der Pool wird rück­gebaut. Das LSG lappt in die Baugrenze rein, wir sind in enger Abstimmung mit der Unteren Natur­schutzbehörde. Wir wollen die Tiefe des Grundstücks nutzen, schmale Gebäude bauen. Wir werden es nicht verhindern können, ins LSG einzugreifen.“ Und: „Im weiteren Verlauf gibt es zwei Bauwer­ke, die mit dem LSG überlappen.“ Nun denn.

Robert Brannekämper, CSU-Landtagsabgeordneter, klipp und klar: „Mit einer Genehmigung wür­den wir einen Dominoeffekt auslösen, nächste Woche würde dann der nächste Bauwillige kom­men.“ Angelika Pilz-Strasser: „Von uns Grünen gibt es massiven Widerstand.“

Was hat der „Projektentwickler“ vor? Es sollen zwei Häuser, jeweils Erdgeschoss und ein Stock­werk plus Penthouse, mit insgesamt rund 1900 Quadratmeter Gesamtwohnfläche entstehen – „für elf bis zwölf Wohneinheiten“, also pro Wohnung jeweils mehr als 150 Quadratmeter Fläche. Da­zu ein großzügiger Kinderspielplatz und eine Tiefgarage mit 20 Stellplätzen.

Zu den Beteiligten: Das Projekt firmiert unter „Muc OF21 Wohnbau GmbH“ mit Sitz in Grünwald. Dort ist, das ist den Angaben zu entnehmen, auch ein Büro von Andreas Igenbergs  – „geschäfts­führender Gesellschafter der Projektgesellschaft, er begleitet als >kreativer Geist< und >Koordinator vor Ort< die Umsetzung. Mit der Planung beauftragt wurde das („renommierte“) Münchner Architek­turbüro Landau & Kindelbacher.

Erstaunlich das Urteil von Architekt Lutz Heese (CSU): „Mit dem Vorhaben wird der Gebietscha­rakter Bogenhausen erhalten. Ich habe in diesem Fall keine Bedenken.“

Gleichwohl: Bei der Ab­stimmung votierte auch er gegen den Bauantrag. Ob das Planungsreferat / die Lokalbaukommis­sion (LBK) Bedenken hat – das wird sich zeigen.

 

Fabian EwaldOberföhringer Str.: Bauprojekt abgelehnt