Oberföhringer Straße 35, Neubau eines Mehrfamilienhauses (20 Wohneinheiten) mit Tiefgarage“ – dieses Projekt, stellvertretend für viele, ja fast unzählige Bauvorhaben in Bogenhausen in letzter Zeit, hatten die Mitglieder des Kommunalparlaments im Oktober und November vertagt mit der Bitte um Vorstellung des Vorhabens. Im Dezember dann einstimmige Ablehnung: „Keine Vorstellung durch die Antragsteller; der Bezirksausschuss ist irritiert über die fehlende Beteiligung im Planungsverfahren. Außerdem lehnt er die Baumfällungen im Landschaftsschutzgebiet ab.“ Gleichwohl wird der Neubau inzwischen am Zaun entlang des Grundstücks beworben:

Parc II, exklusive Wohnungen mit erstklassiger Ausstattung, Zwei- bis Sechs-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen von circa 90 bis 350 Quadratmeter, Baubeginn Frühjahr 2024, ist da zu lesen. Robert Brannekämper, CSU-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Untergremiums Stadtplanung und Bauordnung, hatte bei der jüngsten Beratung bemängelt, dass die Pläne fehlen, dass die Baumfällungen ein Problem darstellen, dass die Zufahrt zur Tiefgarage anders angesetzt werden müsse.

Da fragt man sich doch unwillkürlich, warum die lokalen, gewählten Vertreter des Stadtbezirks sich mit den Plänen auseinandersetzen und die Umsetzung abwägen, wenn nach außen hin, also mit Werbeplanen, Fakten dargestellt werden.

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Bauen in Bogenhausen ist ein „dickes Buch“ für sich. Was an Projekten in den vergangenen Jahren angedacht, beantragt, von den Lokalpolitikern beraten und von den Bauherren verschoben, auf Eis gelegt oder gar „gecancelt“ wurde – dazu reichen die Finger von zwei Händen nicht aus. Es geht um konservativ geschätzt mehr als 500 Wohnungen.

Wie steht’s um den „grünen“ Tower auf dem Telekom-Grundstück an der Arabellastraße? Oder dem „schlanken“ Hochhaus an der Denninger Straße beim Eingang zum Anger, wo die einstigen Parkplätze abgesperrt sind? Oder dem Freischützgarten, neuer Projektname >An den Winterlinden<? Oder dem Block an der Johanneskirchner / Ecke Freischützstraße, wo inzwischen die Werbeplanen entfernt worden sind, das Areal hinter Metallzäunen brach liegt? Oder das Großprojekt an der Eggenfeldener Straße mit Turm parallel zur Autobahn? Oder der Eckfläche an der Eggenfeldener Straße, wo sich vormals eine Tankstelle befand? Oder, oder, oder.

Dazu kommen „Betriebsverlegungen“. Ein Beispiel: Was wird aus den Verwaltungsgebäuden der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) an der Arabella- / Denninger Straße, wenn in einigen Jahren die gerade im Bau befindlichen drei Wolkenkratzer – einer ist knapp 100 Meter hoch – bezogen werden?

Ausschnitt einer Werbeplane für den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit 20 Wohneinheiten an der Oberföhringer Straße 35. Die Lokalpolitiker haben das Projekt abgelehnt. Foto: hgb