Die derzeit noch in der Oberföhringer Straße aufgestellten Dialog Displays werden nach einem Beschluss der Mitglieder des Kommunalparlaments demnächst in die Rennbahnstraße versetzt, um dort die Verkehrsteilnehmer auf die gefahrene Geschwindigkeit hinzuweisen. Der Standort Ortskern Johanneskirchen / Huuezziplatz soll eventuell nach sechs Monaten folgen. Und: Die Lokalpolitiker haben das Baureferat im Zug der Maßnahme gebeten, Abrundungen der Bordsteinkanten am Huuezziplatz vorzunehmen.
Die Kosten für die Versetzung in die Rennbahnstraße muss der Bezirksausschuss aus seinem Budget tragen. Das Baureferat erachtet in seinem Antwortschreiben die Voraussetzungen für einen folgenden Einsatz am Huuezziplatz als grundsätzlich geeignet. Gleichwohl müssen dafür die Lokalpolitiker erst einen Beschluss fassen und die Kostenübernahme bestätigten.
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Zur „Absenkung der Bordsteinkanten“ wird in der Stellungnahme (Auszüge; bearbeitet) erläutert: „Es handelt sich bei den in Frage kommenden Stellen um Gehwege, teilweise mit der Zusatzbeschilderung >Radfahrer frei<, also um keine exklusive Fahrradstrecke. Die Interessen von Fußgängern stehen im Vordergrund. Für die müssen die üblichen Standards für Barrierefreiheit eingehalten werden. Um den Übergang zwischen Gehwegen und Straßen auch für Blinde oder Personen mit Sehbehinderung taktil erfassbar zu machen, ist es erforderlich, eine Kante von drei Zentimeter als Bordsteinabsenkung zu haben. Eine Abrundung der Kanten ist aus Sicht der Barrierefreiheit nicht erforderlich. Die Bordsteinhöhen der Gehwege wurden dementsprechend ausgebildet.
An ungesicherten Querungsstellen, also ohne Ampeln oder Zebrastreifen, hat der Verkehr auf der Fahrbahn Vorrang gegenüber querendem Fußverkehr. Insbesondere für blinde Menschen stellt die Überquerung an ungesicherten Querungsstellen eine große Herausforderung dar. Das Fehlen einer taktilen Kante kann bei blinden und sehbehinderten Menschen erhebliche Probleme und Unsicherheiten verursachen. Die vorhandenen Bordsteine werden daher nicht mehr angepasst.“
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Wie funktionieren Dialog Displays? Passiert ein Autofahrer den Kontrollbereich in vorgeschriebenem Tempo oder langsamer, leuchtet das Wort „Danke“ in grüner Schrift auf, darüber erscheint ein lachendes Kindergesicht auf der Anzeigetafel. Tritt ein Fahrer hingegen das Gaspedal durch, ist er zu schnell unterwegs, mahnt das Display in Rot „Langsam!“. Die Displays treten quasi in Dialog mit den Autofahrern. Daher werden die Anlagen oft auch als „sprechende Verkehrszeichen“ bezeichnet.

