Und wieder ein Grünen-Antrag zum Thema Radfahrer im Bezirksausschuss: Die Stadt wird gebeten, die Westpreußen- zur Fahrradstraße umzuwidmen und gleichzeitig die Beschilderung der Fahrradroute durch die Ostpreußenstraße aus dem Stadtplan zu entfernen. Die Fahrradstraße soll weiterhin für Kraftfahrzeuge freigegeben bleiben. Der Vorschlag wurde angenommen.

In der Begründung dazu heißt es (Auszüge; bearbeitet): „Der Fahrradweg in der Ostpreußenstraße ist circa 1,10 Meter, der Fußweg etwa 1,20 Meter breit. Autos parken direkt am Fahrradweg. Dadurch entsteht durch >Dooring< (Anm. d. Red.: von englisch door = Tür; bezeichnet Unfälle, bei denen Radfahrer gegen eine plötzlich geöffnete Autotür prallen) erhebliche Unfallgefahr. Manchmal parken Personenwagen mit zwei Rädern auf dem Radweg. Auf dem Fußweg ist Begegnungsverkehr (Personen mit Kinderwagen, Rollstuhl etc.) unmöglich. Auch an den Bushaltestellen kommt es teils zu gefährlichen Situationen zwischen Radfahrern und Leuten, die aus dem Bus aussteigen.

Die Stadt plant gerade das Radverkehrsnetz. Auf dem vorgelegten Plan wurde die Route durch die Westpreußenstraße angezeigt. Um diese Route für Radfahrer als Alternative zur engen Ostpreußenstraße attraktiv zu machen, soll sie daher als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Die Ladengeschäfte an der Ostpreußenstraße können Radfahrer auch via die Westpreußenstraße gut erreichen, da es mehrere Querstraßen gibt, die die Ost- und Westpreußenstraße verbinden, zum Beispiel die Dirschauer -, die bereits eine Fahrradstraße ist.

Aktuell wird die Westpreußenstraße von Autofahrern gern als Schleichweg zur Denninger Straße genutzt. Anwohner haben sich bereits öfters darüber beschwert. Mit einer ausgewiesenen Fahrrad- in der Westpreußenstraße würden auch die weiterführenden Straßen (unter anderem die Graudenzer Straße) für den Schleichverkehr weniger attraktiv.“

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Die Westpreußen- als Fahrradstraße ausweisen – da war doch mal was! Genau: Im Dezember 2021 hatten die Lokalpolitiker (die aktuell noch als Bürgervertreter fungieren!) der Forderung eines Anliegers mit 14 gegen 13 zugestimmt.

Florian Braun, Grüne, seinerzeit Vorsitzender des Unterausschusses Verkehr, hatte im Plenum konstatiert: „Es ist ja eine Tempo-30-Zone. Der Verkehr dort ist überschaubar, die Westpreußenstraße ist doch angenehm zu befahren. Mit einer Ausweisung als Fahrradstraße würde sich am Tempo der Autofahrer wohl nichts ändern. Es wäre wohl eine Entlastung der Ostpreußenstraße, die für Radfahrer katastrophal ist.“

Vorsicht Radfahrer heißt es in der Westpreußenstraße. Die Strecke soll auf Grünen-Forderung hin als Fahrradstraße ausgewiesen werden.    Archivfoto: hgb

Ganz und gar gegen eine Ausweisung als Fahrradstraße hatte sich damals Peter Reinhardt (CSU) ausgesprochen: „Es herrscht kein Durchgangsverkehr. Die Westpreußen ist die Verbindung zweier Hauptverkehrsstraßen, sie erschließt ein Wohngebiet. Dann werden die Radler doch nur ermutigt, Autos nicht vorbeizulassen. Und das führt zu Konflikten. Die Maßnahme ist nicht notwendig.“